Weltkulturerbe Bayerns

Der Titel “UNESCO Weltkulturerbe” bedeutet für die aufgenommenen Natur- und Kulturdenkmäler weltweites Renommee und Beachtung, die sich in Touristen und Besuchern für die jeweilige Region niederschlägt.

Würzburger Residenz | Wieskirche | Bamberger Altstadt | Limes | Regensburger Altstadt | Pfahlbauten

Wieskirche im Pfaffenwinkel

Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies

Bayerns Weltkulturerbe der UNESCO

Die Aufnahme in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes bringt aber auch strikte Auflagen und Kosten mit sich. In regelmäßigen Abständen wird die UNESCO Liste Weltkulturerbe überarbeitet und erweitert und umfasst inzwischen mehr als 900 Natur- und Kulturdenkmäler in 151 Ländern, nicht zu verwechseln mit den 7 Weltwundern. Die Basis hierfür bildet das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt, das am 16. November 1972 in Paris verabschiedet wurde. Leitdidee für die Aufnahme in die Liste der UNESCO ist eine so herausragende und außergewöhnliche Bedeutung der Kandidaten für unsere gesamte Kultur, dass sie für immer erhalten werden müssen.

Würzburger Residenz

Die Würzburger Residenz wurde 1981 in die UNESCO Liste des Weltkulturerbe für Kulturdenkmäler augenommen und gehört zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten in Bayern, die jährlich knapp eine halbe Million Besucher anzieht. Die Würzburger Residenz ist ein barocker Residenzbau am Rande der Würzburger Innenstadt, der etwa 1780 vollendet wurde. Bis zur Auflösung der kirchlichen Besitztümer im Zuge der Säkularisation in Bayern diente die Würzburger Residenz als Sitz der Würzburger Fürstbischöfe. Das Schloss zählt zu den Hauptwerken des süddeutschen Barocks und steht damit auf einer Stufe mit dem Schloß Schönbrunn in Wien und Schloss Versailles bei Paris.

Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies (Wieskirche)

WieskircheDie Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies – abgekürzt Wieskiche – wurde 1983 in die UNESCO Liste des Weltkulturerbe aufgenommen. Die Wieskirche wurde in den Jahren 1745 bis 1754 von den Brüdern Johann Baptist und Dominikus Zimmermann erbaut und stellt heute das Herzstück des Pfaffenwinkels zwischen den Flüssen Lech, Ammer und Loisach, den südlichen Enden des Ammersees und Starnberger Sees dar. Die Wieskiche befindet sich im wahrsten Sinne des Wortes mitten auf einer Wiese zwischen Steingaden und Bad Bayersoien und ist einer Statue geweiht, die im Jahre 1730 von Pater Magnus Straub und Bruder Lukas Schweiger im nahegelegenen Kloster Steingaden angefertigt wurde. Trotz ihrer abgelegenen Lage ist die Wieskirche Hauptattraktion und Highlight der Romantischen Strasse, die durch den südlichen Teil von Oberbayern führt.

Altstadt von Bamberg

Bamberger AltstadtEs folgte 1993 die Aufnahme der Bamberger Altstadt in die Aufnahme der UNESCO Liste für Kulturdenkmäler. Die Altstadt von Bamberg besitzt den größten unversehrt erhaltenen historischen Stadtkern in Deutschland und wurde hierfür als Weltkulturerbe in die Liste der UNESCO eingetragen. Markantes und wichtigstes Gebäude ist der Bamberger Dom St. Peter und St. Georg, der zu den deutschen Kaiserdomen gehört. Hier befinden sich der berühmte Bamberger Reiter, das Grab des einzigen heilig gesprochenen Kaiserpaares des Heiligen Römischen Reichs sowie das einzige Grab eines Pabstes in Deutschland und nördlich der Alpen. Bamberg wurde – ähnlich wie Rom – auf sieben Hügeln (Stephansberg, Kaulberg, Domberg, Michaelsberg, Jakobsberg, Altenburg, Abtsberg) erbaut und wird deshalb auch als Fränkisches Rom bezeichnet. Da Bamberg im Zweiten Weltkrieg weitgehend von Bombenangriffen der Alliierten verschont blieb, bietet die Bamberger Altstadt bis heute ein nahezu unverändertes Bild der ursprünglichen Dreigliederung in geistliche Bergstadt (im Umfeld des Kaiserdoms), bürgerliche Inselstadt (zwischen den beiden Flussarmen der Regnitz) und der Gärtnerstadt. Mit diesen historischen Schätzen gehört Bamberg zweifelsohne auch zu den schönsten Städten Deutschlands.

Grenzwall Limes

In 2005 wurde der Obergermanisch-Raetische Limes in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. Aus diesem Anlaß haben die beteiligten Bundesländer Rheinland-Pfalz, Hessen, Baden-Württemberg und Bayern die Deutsche Limeskommission (DLK) gegründet. Der Obergermanisch-Raetische Limes ist Teil des Welterbes „Grenzanlagen des Römischen Reichs“, zu dem auch der Hadrianswall in England gehört, der 1987 von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt wurde. Weitere „Grenzanlagen des Römischen Reichs“ befinden sich in Schottland (Antoninuswall, Aufnahme in 2008), Kroatien, Slowakei und Ungarn, die eine Aufnahme in die UNESCO Liste beantragt haben.

Altstadt Regensburg mit Stadtamhof

Am 13. Juli 2006 wurde die Regensburger Altstadt mit Stadtamhof in die Liste des UNESCO Weltkulturerbes aufgenommen. Das gesamte Ensemble der Regensburger Altstadt mit Stadtamhof umfasst eine Fläche von rund 180 ha und beinhaltet ca. 1.000 Baudenkmale. Regensburg war einer der wichtigsten Handelsplätze entlang der kontinentalen Handelsrouten nach Italien, Böhmen, Russland und Byzanz sowie der interkontinentalen Seidenstrassen. Aufgrund der gut erhaltenen Baudenkmäler stellt die Altstadt von Regensburg ein außergewöhnliches Zeugnis kultureller Traditionen im Heiligen Römischen Reich dar und zeigt den einstigen Reichtum und die Bedeutung Regensburgs. Noch heute starten hier etliche Kreuzfahrtschiffe auf ihre Reise entlang der Donau bis zum Schwarzen Meer. Die Gebäude der Regensburger Altstadt stammen aus den verschiedensten Epochen und sind jeweils herausragende Beispiele ihrer Zeit. Eines der eindrucksvollsten Beispiele ist die Steinerne Brücke zwischen Regensburger Altstadt und der Siedlung Stadtamhof, die in den Jahren 1135 bis 1146 errichtet wurde und damals weit und breit die einzige befestigte Brücke über die Donau war.

Regensburg Altstadt und Steinerne Brücke

Regensburg Altstadt und Steinerne Brücke

Pfahlbauten um die Alpen

2011 nahm die UNESCO unter der Bezeichnung Prähistorische Pfahlbauten um die Alpen 111 Fundstellen prähistorischer Pfahlbauten in der Schweiz, in Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Slowenien als Weltkulturerbe auf. Standorte dieser prähistorischen Pfahlbauten in Bayern befinden sich in der Siedlung Pestenacker, auf der Roseninsel im Starnberger See und in Unfriedshausen in der Gemeinde Geltendorf nördlich des Starnberger Sees.

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