Bier von A bis Z

Bier von A bis Z

Bayern ist bekannt für sein gutes Bier und die zahlreichen regionalen Brauereien. Obwohl bayerisches Bier nach dem Reinheitsgebot nur aus den vier Zutaten Wasser, Hopfen, Malz und Hefe hergestellt wird, gibt es eine riesige Vielfalt an Biersorten und Marken. Da die Herstellung und der Genuß eines kühlen Bieres zur typisch bayerischen Tradition gehört, wird diesem Thema hier eine besondere Seite mit den wichtigsten Begriffen von A bis Z rund um das Thema Bier gewidmet.

Bier von A bis Z

Alkohol | Bock | Carl von Linde | Doppelbock | Export | Fass | Getreide | Hopfen | Iodprobe | Jackson | Kalorien | Lagerbier | Malz | naturtrüb | obergärig | Oktoberfest | Pils-Pilsener | Reinheitsgebot | Stammwürze | untergärig | Weißbier | Zitrone

Bayerische Bier-Marken

Bayerische Bier-Marken

A wie Alkohol

Der Alkohol im Bier entsteht normalerweise während des Gärungsprozesses. Um alkoholfreies Bier zu erzeugen, wird entweder die Bildung des Alkohols während der Gärung gestoppt oder der Alkohol wird dem Bier in einem gesonderten Verfahren wieder entzogen. Da der Alkohol auch als Geschmacksträger fungiert, verliert alkoholfreies Bier in der Regel an Aroma. Alkoholfreies Bier darf laut Gesetz jedoch bis zu 0,5 % Alkohol enthalten, ist also in der Regel nicht völlig frei von Alkohol.

B wie Bock

ayinger-winterbockBock ist die gebräuchliche Abkürzung für Bockbier, teilweise auch Starkbier genannt. Ein Bock ist ein ober- oder untergäriges Bier, dessen Stammwürzegehalt über 16 % liegt. Beim Doppelbock liegt er sogar über 18%. Ein Bock erkennt man normalerweise leicht am Namen, da es in der Regel die Endsilbe -ator im Namen trägt. Während der normale Bock meist während der Fastenzeit getrunken wird, gibt es den sog. untergärigen Maibock in der Zeit von April bis Juni. Hochburg der Starkbierzeit ist München, wo die Münchner Brauereien zwischen Fasching und Ostern eigene Starkbierfeste feiern und das Politiker Derbleckn zelebrieren. Bekanntes Beispiel ist das Paulaner-Starkbierfest von Paulaner auf dem Nockherberg. Der Alkoholgehalt eines Bocks ist deutlich höher als beim normalen Bier und liegt zwischen 6% und 12%. Ist der Alkoholgehalt noch höher, wurde dem Bier nach dem Gärungsprozess künstlich Wasser entzogen.

Von Einbeck nach München

Die Entstehung des Bocks geht zurück auf die Hansestadt Einbeck in Niedersachsen, wo man seit 1240 Bier braute. Die Brauereien in Einbeck produzierten ein obergäriges Bier, das auch in Süddeutschland und Italien sehr beliebt war. Um die Haltbarkeit der Biere für den langen Transport zu verlängern, brauten die Einbecker ihr Bier mit einer sehr hohen Stammwürze. 1614 wurde der Braumeister Elias Pichler von Einbeck an das Bayerische Hofbräuhaus in München abgeworben, um zukünftig in München das beliebte Ainpökisch Bier (später kurzerhand Bockbier) zu brauen.

C wie Carl von Linde

Historische Linde KältemaschineCarl von Linde war ein deutscher Ingenieur und der Gründer der Linde AG, eine der frühen Aktiengesellschaften in Deutschland. Vor allem für die Herstellung von untergärigen Biersorten waren seine Erfindungen und Entwicklungen auf dem Gebiet der Kältetechnik entscheidend. 1871 veröffentlichte Carl von Linde einen Aufsatz über verbesserte Kältetechnikverfahren, für die sich viele Brauereien interessierten; allen voran die Spaten Brauerei in München, Heineken in den Niederlanden und Carlsberg in Dänemark. Damals entwickelte er seine Kältemascheine auf Basis von Methylether, die er in der Maschinenfabrik Augsburg (heute MAN AG) herstellen ließ. Die zweite Auflage seiner Kältemaschine von 1876 arbeitete auf Basis von Ammoniak.

Gründung der heutigen Linde AG

Am 21. Juni 1879 gründete Carl von Linde mit zwei Braumeistern und drei anderen Gründern die Gesellschaft für Linde’s Eismaschinen AG, die heutige Linde AG. Das Unternehmen war in Europa schnell führend auf dem Gebiet der Kältetechnik und sorgte für eine ganzjährige Produktion untergäriger Biersorten. Man könnte ihn durchaus in die Liste der erfolgreichsten Unternehmer Deutschlands einordnen.

Historische Linde Kältemaschine

Historische Linde Kältemaschine

D wie Doppelbock

paulaner-bierdeckelAnfangs verhalf das kalorienhaltige Ainpöckisch Bier auch den Mönchen des Paulanerordens in München über die Fastenzeit hinweg. Durch einen Deal mit dem bayerischen Kurfürsten Maximilian I. erhielt der Paulanerorden 1627 sogar ein eigenes Braurech, das die Mönche 1629 mit einem eigenen Paulaner-Bock in die Tat umsetzten. Im Hinblick auf die Fastenzeit in München war es noch stärker und sättigender als das Ainpökische Bier aus dem Münchner Hofbräuhaus. Dies war die Geburtsstunde des ersten Doppelbock mit dem Namen Salvator. Eins der besten Starkbiere aus Bayern, um nicht zu sagen der beste Doppelbock der Welt, ist jedoch der Celebrator, den die Ayinger Brauerei im Münchner Süden braut. Der Doppelbock enthält eine Stammwürze von mindestens 18% und einen Alkoholgehalt von mindestens 7,5%.

Paulaner Sudhaus

Im Sudhaus der Paulaner Brauerei in München

E wie Export

Export ist ein untergäriges helles oder dunkles Vollbier mit einer Stammwürze von 12 bis 14 % und einem Alkoholgehalt von ca. 5 % vol. Im Vergleich zum Pilsener wird das Export nicht so stark gehopft und schmeckt daher etwas milder. Um es für den Transport haltbarer zu machen, wird das Export dafür stärker eingebraut. Besondere Bedeutung erlangten das Dortmunder Export, Münchner Export und das Wiener Export. Das Münchner Exportbier wird deutlich dominiert durch einen Malzgeschmack, während beim Dortmunder oder Wiener Export eher der Hopfen im Vordergrund steht. Das Wiener Export spielt heutzutage kaum noch eine Rolle.

F wie Fass

hackerbräu-pschorrbräuDas Fass diente schon zu Zeiten der Kelten zur Aufbewahrung von Wein und anderen Flüssigkeiten. Davor nutzte man Schläuche aus Tierbälgen oder Gefässe aus Ton. Ein Holzfass wird auch heute noch weitgehend von Hand hergestellt, während Stahl- und Kunststofffässer weitestgehend industriell und maschinell produziert werden. Holzfässer werden meist aus Eichen, Akazien oder Kastanien gefertigt. Während die Brauereien früher das Oktoberfestbier noch in 200 Liter Holzfässern – den sog. Hirschen – auf die Wiesn lieferten, hält heute nur noch Augustiner Bräu an dieser Tradition fest.

Holzfässer von Augustiner Bräu

Holzfässer von Augustiner-Bräu

G wie Getreide

Aus Getreide wird das Malz hergestellt, das für den Brauprozess essentiell ist. In der Regel handelt es sich um Gerste. Der Brauvorgang beginnt mit dem Maischen, bei dem zunächst das Wasser auf etwa 60 °C erwärmt wird und darin das geschrotete Malz unter ständigem Rühren erhitzt wird.

H wie Hopfen

HopfenHopfen gibt dem Bier seine herbe Note und verleiht ihm durch sein Öl das typische Aroma. Der Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse. Das größte Anbaugebiet befindet sich in der Hallertau in Bayern, wo der Hopfenanbau schon 763 n.Chr. erstmalig erwähnt wurde. Der Hopfenanbau beginnt im Frühjahr in den sog. Hopfengärten, die in der gesamten Hallertau zu sehen sind. In der Wachstumszeit bis Ende Juli erreichen die Hopfenreben eine Höhe von etwa 7 Meter und werden dann im August und September geerntet.

Bitterhopfen und Aromahopfen

Es wird unterschieden zwischen den beiden Hopfensorten Bitterhopfen und Aromahopfen, wobei der Anteil der für den Brauvorgang wichtigen Alphasäuren bei den Bitterhopfensorten deutlich höher ist. Dafür haben die Aromahopfensorten eine höhere Konzentrationen an ätherischen Ölen oder Polyphenolen. Sowohl die Hopfensorten als auch der Zeitpunkt der Zusetzung beim Brauvorgang beeinflussen den Geschmack und das Aroma der Biere. Neben der Verwendung beim Bierbrauen wird Hopfen auch bei der Herstellung von Beruhigungs- oder Schlafmittel eingesetzt.

I wie Iodprobe

Mittels der Iodprobe wird während des Brauvorgangs festgestellt, ob Enzyme die in dem Malz enthaltene Stärke vollständig in Malzzucker umgesetzt haben.

J wie Jackson, Michael

„Beerhunter“ Michael Jackson (nicht zu verwechseln mit dem berühmten Popmusiker Michael Jackson) ist wohl der bekannteste Experte für Bier schlechthin. Insbesondere im Bereich der Bierverkostung und Kategorisierung ist Jackson führend gewesen. Aus seiner Hand stammt auch das Standardwerk „The World Guide to Beer“ (Das Große Bierbuch) aus dem Jahre 1977. Etwas kleiner und kompakter ist der Führer durch die Welt der Biere! Fachkundig und umfangreich illustriert gibt dieser Band einen kompetenten Überblick über die wichtigsten Biersorten der Welt. Kurzporträts stellen über 500 Biere vor und zeigen, dass Bier in Geschmack, Duft und Farbe ebenso vielfältig sein kann wie guter Wein.

K wie Kalorien

Während die günstige Wirkung auf den menschlichen Körper inzwischen in vielen medizinischen Studien nachgewiesen wurde, hält sich der Begriff „Bierbauch“ standhaft in den Köpfer zahlreicher Frauen. Der Kaloriengehalt der Biere ist jedoch im Vergleich zu den meisten anderen Getränken deutlich niedriger. Der Zusammenhang zwischen Bier und dem berühmten Bierbauch ist vielmehr darauf zurückzuführen, dass Bier das Hungergefühl verstärkt und dadurch zum Verspeisen größerer Mengen anregt, häufig verbunden mit sehr kalorienreichen Mahlzeiten.

L wie Lagerbier

Lagerbier war früher die allgemeine Bezeichnung für ein untergäriges Bier mit einem Stammwürzegehalt zwischen 11% und 14%, das seinen endgültigen Geschmack erst durch die Reifung während der Lagerung entwickelt. Der Alkoholgehalt eines Lagers liegt zwischen 4,5% und 5,5%. Typische Lagerbiere sind das Pils und das Märzen, wobei der Begriff „Lager“ in Deutschland heutzutage eher seltener anzutreffen ist. In der Schweiz ist es seit langem die meistgetrunkene Biersorte und auch unter dieser Bezeichnung bekannt. Auch in England hat sich die Bezeichnung bis heute erhalten. Ein echtes Lager schmeckt kräftig und etwas süßer als ein Pils. Vor allem in Bayern wird das Lagerbier sehr gerne getrunken, wobei es hier unter der Bezeichnung Helles bekannt ist. In Bayern wird es traditionsgemäß im Winter gebraut, im Sommer in Felsstollen gelagert, um es im Herbst auf den großen Bierfesten zu trinken.

M wie Malz

Malz ist neben Hopfen und Wasser eine wesentliche Zutat zur Herstellung von Bier. Für den Brauvorgang wird spezielles Braumalz verwendet, das für die Bier-Herstellung besonders geeignet ist. Das Malz wird aus historischen Gründen in erster Linie aus Gerste hergestellt, weil der Weizen zur Herstellung von Mehl und zum Backen von Brot benötigt benötigt wurde. Im Jahre 1516 wurde in Bayern sogar das sog. Reinheitsgebot erlassen, dass ausschließlich Hopfen, Gerstenmalz und Wasser zum Brauen erlaubte. Für besondere Biersorten wird aber auch Roggen und Dinkel als Grundsubstanz zur Herstellung verwendet. Zu unterscheiden sind Basismalze und Spezialmalze, die zur Herstellung von Lager, Pils, Märzen und Festbieren eingesetzt werden.

N wie naturtrüb

Üblicherweise werden die Hefepartikel nach dem Brauvorgang aus dem Bier herausgefiltert. Es gibt jedoch auch Liebhaber von Biersorten, die auf die Aromenvielfalt naturtrüber und unfiltrierter Biere schwören und einem gefilterten kristallklaren Bier vorziehen.

O wie obergärig

In klassischen Brauverfahren steigt die Hefe bei obergärigen Biersorten während der Gärung an die Oberfläche und benötigt daher höhere Temperaturen. Dadurch erhielten die obergärigen Biersorten ein eher fruchtiges Aroma.

Zu den obergärigen Biersorten gehören vor allem:

  • Altbier,
  • Berliner Weiße,
  • Kölsch oder
  • Weißbier.

Obergärige Biersorten sind im Vergleich zu untergärigen Biersorten eher für den sofortigen Verzehr vorgesehen und nicht so lange lagerfähig.

O wie Oktoberfest

Das Oktoberfest in München ist das größte Bierfest der Welt und wird einmal jährlich für drei Wochen im September und Oktober gefeiert. Das erste Oktoberfest fand anlässlich der Hochzeit zwischen dem Kronprinzen Ludwig I. und Prinzessin Therese von Sachsen- Hildburghausen am 17. Oktober 1810 statt. Höhepunkt der Hochzeitsfeier war ein Pferderennen auf einer großen Wiese außerhalb der Stadtmauern von München, die später zu Ehren der Braut Theresienwiese genannt wurde. Aufgrund der großen Beliebtheit des Pferderennens wurde dieses alljährlich wiederholt, begleitet von dem Zentral Landwirtschaftsfest (ZLF) mit Viehmarkt und Ausstellungen. Im Jahre 2010 feierte das Oktoberfest sein 200-jähriges Bestehen mit allerlei besonderen Veranstaltungen und einer historischen Wiesn, aus der sich die Oide Wiesn im südlichen Teil der Theresienwiese entwickelte. Inzwischen werden jedes Jahr ein rundes Dutzend große Festzelte errichet, wo das extra hierfür gebraute Oktoberfestbier ausgeschenkt wird.

P wie Pilsener

Das Pilsener Bier (Pils) wurde erstmalig 1842 in der böhmischen Stadt Pilsen gebraut. Braumeister war der bayerische Braumeister Josef Groll aus Vilshofen. Aus diesem Grund kann man einzelne Pilsener Biere finden, die den Zusatz „nach bayerischer Brauart“ enthalten oder gar als „Bayrisch Pilsener“ benannt werden. Das Pils ist ein untergäriges Bier, das im Vergleich zu anderen Biersorten einen höheren Gehalt an Hopfen besitzt und höchstens 12,5 % Stammwürzegehalt enthält. Das originale Pils wird unter Verwendung von alkalischem Wasser gebraut und ist daher leichter bekömmlich als andere Biersorten.

R wie Reinheitsgebot

Im Zusammenhang mit Bier versteht man unter Reinheitsgebot eine Reihe von Verordnungen, mit denen die erlaubten Inhaltsstoffe bestimmt werden. Vereinfacht gesagt regelt das Reinheitsgebot, dass bei der Bier-Herstellung nur Wasser, Hopfen und Malz zu verwenden ist. Die wesentliche Grundlage für das Deutsche Reinheitsgebot ist das Bayerische Reinheitsgebot von 1516, das zunächst nur für bayerisches Bier galt, aber 1906 durch das Deutsche Biersteuergesetz in nationales Recht übernommen wurde. Innerhalb der EU genießt die Ergänzung „Gebraut nach deutschem Reinheitsgebot“ insoweit Schutzwirkung, als nur die erlaubten Zusatzstoffe verwendet werden dürfen.

Bayerisches Reinheitsgebot

Das Bayerische Reinheitsgebot von 1516 basiert hauptsächlich auf dem bayern-landshutischen Reinheitsgebot, das der bayerische Herzog Wilhelm IV. am 23. April 1516 für ganz Bayern übernommen hat. Das Bayerische Reinheitsgebot bildete dann wiederum die Grundlage für das Deutsche Biersteuergesetz (BierStG) vom 9. Juli 1923. Das Reinheitsgebot besagt, dass für untergärige Biersorten nur Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser als Zutaten zu verwenden sind, während in den obergärigen Biersorten auch andere Malzsorten sowie definierte Zuckerarten und Farbstoffe zugefügt werden können. Doch nicht nur die Zutaten, sondern auch der Brauprozess als solcher wurde im Deutschen Biersteuergesetz geregelt. In 1993 wurden die Regelungen zur Bierherstellung und zum Reinheitsgebot in ein Vorläufiges Biergesetz (BierG) übernommen, während die steuerlichen Vorschriften im BierStG verblieben.

S wie Stammwürze

Die Stammwürze ist eine wichtige Messgröße beim Bierbrauen und bezeichnet den Anteil der gelösten, nicht-flüchtigen Stoffe im Wasser, die sich aus dem Malz und dem Hopfen ergeben. Der Stammwürzegehalt eines Bieres ist neben der Brauereigröße auch die Grundlage für die Steuererhebung gem. Biersteuergesetz. Dabei wird unterschieden zwischen Einfachbier, Schankbier, Vollbier und Starkbier. Für die einzelnen Biersorten ergeben sich folgende Stammwürzen:

  • Berliner Weiße: 7 % – 8 %,
  • Bock: 16 % – 17,9 %,
  • Doppelbock: 18 %,
  • Export: 12 % – 13,5 %,
  • Altbier: ca. 11,9 %,
  • Kölsch: ca. 11,3 %,
  • Pils: 11,3 % – 12,3 %,
  • Weizen: 11 % – 13 %,
  • Helles: 11 % – 13 %.

Die Bestandteile der Stammwürze sind vor allem Malzzucker, Aminosäuren, Proteine und Enzyme, Vitamine, Mineralien und Aromastoffe. Mittels der Hefe wird die Stammwürze jeweils zu einem Drittel in Alkohol und Kohlensäure vergoren. Gemessen wird der Stammwürzegehalt mit Grad Plato.

U wie untergärig

Bei untergärigen Bieren sinkt die Hefe nach der Vergärung auf den Boden des Gärgefäßes ab. Untergärige Biere benötigen eine längere Reifezeit, sind aber auch länger haltbar als obergärige Biersorten, weil sich weniger Pilze und Mikroben beim Brauen bilden. Zu den untergärigen Biersorten gehören vor allem:

Die untergärige Hefe benötigt bei der Vergärung eine niedrige Raumtemperatur von unter 10 °C. Die Herstellung untergäriger Biersorten ist daher ganzjährig erst möglich geworden durch die Erfindung der Kältemaschine in 1876 durch Carl von Linde. Zuvor verwendete man Eisklötze aus gefrorenen Gewässern zur Kühlung der Gärbottiche, die in Höhen oder tiefen Kellern aufgestellt wurden.

W wie Weizenbier oder Weißbier

Weizenbier oder Weißbier ist ein obergäriges Bier, das in Deutschland zumindest zu 50% aus Weizenmalz hergestellt sein muss. Der Stammwürzegehalt von Weißbier beträgt zwischen 11% und 14%, der Alkoholgehalt liegt zwischen 5% und 6%. Beim Weizenbier unterscheidet man je nach Herstellung und Filtration zwischen dem Kristallweizen und dem Hefeweizen. Während die Kristallweizen meist sehr hell sind, reicht das Farbspektrum eines Hefeweizen von goldgelb bis dunkelbraun. Das Weizenbier ist besonders in Bayern sehr beliebt. Man trinkt es traditionell aus einem Weizenbierglas, das durch seine hohe, schlanke Form leicht erkennbar ist. Das etwas spritzigere Kristallweizen wird bei etwa 7–8 °C getrunken, das Hefeweizen bei etwa 8–10 °C.

Z wie Zitrone

Zuweilen ist zu beobachten, dass unwissende Kellner oder Wirte eine Zitronenscheibe ins Weißbier geben. Diese Aktion zeugt jedoch nur von Ahnungslosigkeit und sollte dementsprechend kommentiert werden. .

Bayerns beste Biere

Bayerns beste Biere

Bayerns beste Biere sind in der ganzen Welt bekannt und regelmäßig Preisträger bedeutender internationaler Bierwettbewerbe. Bayerns flüssige Spezialitäten werden natürlich nach jahrhundertealter Tradition und nach bayerischem Reinheitsgebot gebraut. Geschmack ist zwar Geschmackssache, aber dennoch ist die nachfolgende Auswahl der zehn besten Biere aus bayerischen Brauereien auf jeden Fall eine Empfehlung. Bayerisches Bier wird gem. bayerischem Reinheitsgebot nur mit Wasser, Hopfen, Malz und Hefe hergestellt, aber nichtsdestotrotz erzeugen die bayerischen Brauereien eine erstaunliche Sortenvielfalt und mehr als eine Handvoll echte bayerische Bierspezialitäten.  Weiterlesen

Bier-Spezialitäten aus Bayern

Bier-Spezialitäten aus Bayern

Bier-Spezialitäten spielten schon immer eine besondere Rolle in der Geschichte Bayerns und so konnten sich in den einzelnen Regionen eigenständige Marken entwickeln, von denen einige das Label „geschützte geographische Angabe“ (g.g.A.) führen. Weiterlesen

Donaudurchbruch und Kloster Weltenburg

Donaudurchbruch und Kloster Weltenburg

Der Donaudurchbruch zwischen Kelheim und dem Kloster Weltenburg wurde bereits im Jahre 1840 unter König Ludwig I. als schützenswertes Naturgebiet ausgewiesen und erhielt 1978 das Europadiplom. Weiterlesen

Veranstaltungen und Events in Bayern

Veranstaltungen und Events in Bayern

Es gibt das ganze Jahr interessante Veranstaltungen und Events in Bayern, zu denen teilweise Touristen aus aller Welt anreisen. Am meisten Besucher kommen im September und Oktober nach München, um hier beim Oktoberfest dabei zu sein. Weiterlesen

Brauereien im Allgäu

Brauereien im Allgäu

Im Allgäu werden nicht nur Milch, Käse und Butter in hoher Qualität erzeugt. Auch das Bierbrauen hat im Allgäu eine lange Geschichte und Tradition, die in zahlreichen mittelständischen Brauereien zwischen Bodensee und Füssen bzw. zwischen Babenhausen und Kirchheim jeden Tag zelebriert wird. Schade ist nur, daß die meisten Biere aus dem Allgäu nur regional bekannt sind und auch nur regional vertrieben werden. Dank dem Biershop Bayern kann man inzwischen jedoch einige dieser Biere aus dem Allgäu online bestellen.

Allgäuer BrauhausDas Allgäuer Brauhaus in Kempten ist eine dieser Brauereien im Allgäu, die als eine der ältesten Brauereien der Welt auf eine lange Geschichte zurückblicken kann. Das offizielle Gründungsdatum der damaligen Stiftsbrauerei datiert auf das Jahr 1394 und wird auch stolz im Logo der heutigen Brauerei abgebildet. Inzwischen agiert die Brauerei in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft, die im Jahre 1911 von den beiden Unternehmern August Weixler und August Schnitzler gegründet wurde. Wirtschaftlich lässt sich die Brauerei der Dr. Oetker Gruppe zuordnen, die über die RB Brauholding GmbH die Mehrheit der Aktien hält. Das Sortiment der Allgäuer Brauhaus AG enthält alle klassischen Biersorten, die unter den Marken Allgäuer Brauhaus, Altenmünster und Büble Bier vertrieben werden.

aktienbrauerei_kaufbeurenDie zweite große Brauerei im Allgäu ist die Aktienbrauerei Kaufbeuren, deren urkundlich belegte Geschichte auch schon im Jahr 1308 beginnt. Den heutigen Firmennamen trägt das Unternehmen jedoch erst seit 1920 und nach langem Auf und Ab in den vergangenen Jahren blickt die Brauerei seit 2007 wieder zuversichtlich in die Zukunft. Seitdem gehört die Brauerei der Augsburger Holding „Hopfen & Malz GbR“, bestehend aus den Brüdern Hans und Ralf Stritzl, wobei diese Holding nur zum zum Erwerb der Aktienmehrheit an der Brauerei gegründet wurde. Eine Besonderheit im ansonsten klassischen Sortiment Aktienbrauerei Kaufbeuren sind die neuen Fendt-Biere, die 2006 erstmals auf dem Markt erschienen. Die Fendt-Biere – bestehend aus Fendt Dieselross-Öl, Fendt Ernte-Gold und Fendt Vario-Weizen –  sind dem Traktorenhersteller und der Marke Fendt aus Marktoberdorf im Allgäu gewidmet, die im Bereich der Landwirtschaft weltweit bekannt sind.


Fendt Biere von Aktienbrauerei Kaufbeuren

Fendt Biere Ernte-Gold, Dieselross-Öl und Vario-Weizen von Aktienbrauerei Kaufbeuren

Die Privatbrauerei Zötler im Brauereidorf Rettenberg – unmittelbar am Fuße des Grünten – ist mit einem Gründungsjahr 1447 eins der ältesten Familien-Unternehmen der Welt und wird nunmehr seit rund 20 Generationen von der Famile Zötler geführt. Eine besondere Spezialität der Brauereien ist das Zötler Vollmond-Bier, das nur in Vollmond-Nächten gebraut wird.

Die Privatbrauerei Hirschbräu mit Sitz in der Kreisstadt Sonthofen war mit ihrem Allgäuer Doppelbock mit der schönen Bezeichnung Doppel-Hirsch der Überraschungssieger beim World Beer Award 2012 in der Kategorie Starkbier. Davon abgesehen lohnen sich aber auch die anderen Biere aus dem Sortiment der vergleichsweise kleinen Brauerei aus dem Allgäu zum Probieren.


Biere von Hirschbräu

Das Sortiment von Hirschbräu aus Sonthofen

Aus dem Allgäu stammt auch das Bier, das 1905 beim Kaiserlichen Patentamt in Berlin als erste Biermarke beantragt wurde und jetzt seit mehr als 100 Jahren von der Privatbrauerei Meckatzer Löwenbräu in Meckatz gebraut wird. Trotzdem weiß man bis heute nicht so genau, welcher Biersorte man das Sonntagsbier aus dem Allgäu zuordnen soll.

Brauereien in Bayern

Brauereien in Bayern

Die Brauereien in Bayern brauen noch heute ihre Biere nach dem Reinheitsgebot aus dem 16. Jahrhundert, das nur Wasser, Hopfen und Malz als Zutaten erlaubt. Während das Pils nach wie vor das beliebteste Bier in Deutschland ist, trinkt man in Bayern eher ein Helles oder ein Weißbier. Einige bayerische Brauereien haben sich sogar als reine Weißbierbrauereien spezialisiert. In Deutschland gibt es rund 1.400 Brauereien, davon allein mehr als die Hälfte in Bayern. Die meisten Brauereien produzieren für ein regional begrenztes Vertriebsgebiet in der näheren Umgebung. Viele davon sind sog. Gasthausbrauereien, die quasi nur für den Verkauf in ihrem Gasthaus Bier brauen. Nachfolgend stellen wir eine Auswahl bayerischer Brauereien im Kurzporträt vor (in alphabetischer Reihenfolge), die auf Anfrage bzw. Vorschlag gerne erweitert wird.

Aktive Brauereien in Bayern

Zu Beginn des 19. Jahrhunderts gab es in Bayern noch rund 30.000 Brauereien, darunter auch noch sehr viele Hausbrauereien. Die ältesten Brauereien in Bayern sind aus ehemaligen Klosterbrauereien hervorgegangen, darunter die Staatliche Brauerei Weihenstephan, die Klosterbrauerei Andechs, Augustiner Bräu oder Paulaner. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes gab es 2008 noch genau 627 Brauereien in Bayern. Die Region mit den meisten Brauereien je Einwohner ist Franken, wo sich mit Bamberg auch die Bierhauptstadt befindet. Bei Wikipedia gibt es eine vollständige Liste mit allen aktiven Brauereien in Bayern, sortiert nach Regierungsbezirk.

Infografik: Zahl der Brauereien steigt auf über 1.400 | Statista Mehr Infografiken finden Sie bei Statista

Airbräu | Andechser Klosterbrauerei | Augustiner Bräu | Ayinger | Bischofshof | Brauhaus Tegernsee | Erdinger Weißbräu | Hacker-Pschorr | Hofbräu | Klosterbrauerei Reutberg | König Ludwig Schloßbrauerei | Kuchlbauer | Riegele | Schneider Weisse | Weihenstephaner | Weltenburger Klosterbrauerei

Airbräu

Die kleine Gasthausbrauerei Airbräu ist nicht nur in Bayern, sondern weltweit einzigartig. Der Standort dieser Brauerei befindet sich zwischen den beiden Terminals am Flughafen München befindet. Flugreisende beginnen oder beenden ihren Urlaub oder Geschäftsreise mit einem selbstgebrauten FliegerQuell oder Kumulus. Auch unter den Anwohnern in Freising, Erding und Umgebung ist diese Gasthausbrauerei sehr beliebt, da auch die Küche einen exzellenten Ruf genießt. Zum Airbräu im Flughafen München gehört neben dem Restaurant mit den Sudkesseln in der Mitte auch ein Biergarten unter freiem Himmel zwischen den beiden Terminalgebäuden.

Andechser Klosterbrauerei

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Die Andechser Klosterbrauerei ist das Juwel des Kloster Andechs und weit über die bayerischen Grenzen hinaus bekannt. Die Andechser Klosterbrauerei ist eine der wenigen noch aktiven Klosterbrauereien in Bayern und gehört zum Kloster Andechs, das wiederrum der Benediktinerabtei Sankt Bonifaz in München und Andechs zuzuordnen ist. Im Kloster Andechs wurde schon seit dem Mittelalter (urkundlich nachgewiesen seit 1455) Bier gebraut. Das Sortiment enthält neben den klassischen bayerischen Biersorten zwei der besten Starkbiere aus Bayern, die nicht nur den Pilgern schmecken. Sowohl der Andechser Bergbock Hell als auch der Andechser Doppelbock Dunkel werden das ganze Jahr gebraut und weltweit verkauft.

Augustiner Bräu

Augustiner Edelstoff auf dem OktoberfestAugustiner Bräu ist die älteste und einzige der großen Münchner Brauereien, die sich noch in privater Hand befindet. Die Geschichte der Brauerei beginnt offiziell im Jahr 1328, als Mönche des Augustiner Ordens im Kloster an der heutigen Neuhauser Strasse begannen, ihr eigenes Bier zu brauen. Während der Säkularisation mussten jedoch auch die Mönche des Augustinerordens das Kloster in München verlassen. Die Augustiner Klosterbrauerei fiel 1829 in die Hände von Anton Wagner, dessen Familie die Brautradition im Sinne der Mönche weiterführte. Das Augustiner Vollbier und das Exportbier Edelstoff genießen nicht nur in München Kultstatus. Auch das Oktoberfestbier für die Wiesn gilt regelmäßig als bestes Bier auf dem Oktoberfest.

Ayinger Brauerei

Ayinger Brauerei in Aying

Die Ayinger Brauerei ist eine der wenigen international bekannten Privatbrauereien aus Bayern. Das Brauhaus befindet sich seit Gründung im Jahre 1878 im kleinen Örtchen Aying südlich von München befindet. Zu den herausragenden Ayinger Bieren gehört das Jahrhundertbier und der Celebrator. Beide Biere sind in unzähligen Wettbewerben mit Auszeichnungen überhäuft worden und zählen zu den besten Bieren aus Deutschland. Wer eines der Ayinger Biere direkt aus dem Fass verkosten will, kann dies entweder in Aying vor Ort tun oder beim Ayingers am Platzl, direkt gegenüber vom berühmten Hofbräuhaus in München. In Aying selbst befindet sich beim Liebhart`s Bräustüberl auch einer der schönsten Biergärten Bayerns, wo die Ayinger Biere ebenfalls exklusiv und frisch gezapft aus dem Fass ausgeschenkt werden.

Bischofshof

Die Regensburger Brauerei Bischofshof wurde 1649 von Fürstbischof Wilhelm Graf von Wartenberg gegründet. Sie befand sich in unmittelbarer Nähe zum Regensburger Dom und inmitten der Altstadt von Regensburg, die heute zum UNESCO Weltkulturerbe zählt. Anfang des 20. Jahrhunderts zog die Brauerei aus Platzgründen in den Westen der Stadt und ist heute stolz auf eine der modernsten Brauanlagen, in denen 12 unterschiedliche Biere gebraut werden. Hiervon sind die beiden Weißbiere und das Regensburger Premium Pils sehr zu empfehlen.

Brauhaus Tegernsee

Ehemaliges Kloster am TegernseeDas Brauhaus Tegernsee ist aus dem im Jahre 746 gegründeten Benediktinerkloster in Tegernsee hervorgegangen, das nach der Säkularisation von Bayerns König Max aufgekauft wurde. Die Brauerei nannte er alsbald in Königlich Braunes Brauhaus am Tegernsee um. Die Region im Tegernseer Tal entwickelte sich zum Anziehungspunkt für freischaffende Künstler, Intelektuelle und selbständige Unternehmer aus ganz Europa. Bis heute befindet sich das Tegernseer Brauhaus im Besitz der Wittelsbacher, wobei die Brauerei inzwischen wieder in Herzoglich Bayerisches Brauhaus Tegernsee umbenannt wurde.
 Das Sortiment beschränkt sich auf die klassischen bayerischen Biersorten, die man idealerweise im Tegernseer Bräustüberl verkostet, beispielsweise mit einer Schweinshaxn. Die Favoriten aus dem Tegernseer Brauhaus ist das Tegernseer Trio, bestehend aus Tegernseer Hell, Tegernseer Spezial und Max I. Joseph Jubiläums Export. Saisonal ergänzt werden sie durch das Tegernseer Quirinus Dunkler Doppelbock als bayerische Starkbier-Spezialität.

Aussicht auf den Tegernsee und die bayerischen Alpen

Aussicht auf den Tegernsee und die bayerischen Alpen

Erdinger Weißbräu

Die Erdinger Privatbrauerei unter der Firmierung Erdinger Weißbräu ist die größte Weißbierbier-Brauerei der Welt und feierte in 2011 ihr 125-jähriges Bestehen am einzigen Standort in Erding. Erdinger Weißbräu ist eine der wenigen Bauereien in Bayern, die nur Weißbiere im Sortiment haben. Die diversen Weißbier-Spezialitäten werden in die ganze Welt exportiert und auch in den Nachtclubs in Hongkong, Singapur oder Shanghai angeboten. Erdinger Weißbräu gilt als Pionier im Brauen leichter und alkoholfreier Weißbiere und unterstützt unter der Bezeichnung Team Erdinger Alkoholfrei über 3.000 aktive Mitglieder aus dem Profi- und Amateursport. Neben dem klassischen Erdinger Weißbier Kristall, Dunkel, Leicht und Alkoholfrei ist der Erdinger Pikantus Weizenbock eine besondere Spezialität, die in zahlreichen internationalen Wettbewerben ausgezeichnet wurde.

Hacker-Pschorr

hacker-festzelt-himmelHacker-Pschorr gehört heute zur Paulaner-Gruppe, kann aber auf eine lange Geschichte in München zurückblicken. Sie begann nach offizieller Verlautbarung im Jahre 1417 und wurde wesentlich durch den großen Braumeister Joseph Pschorr beeinflusst. Anlässlich ihres Gründungsdatums braut Hacker-Pschorr das Anno 1417 Kellerbier, das zu den besten Bieren aus der Brauerei zählt. Der Braumeister Joseph Pschorr führte die Hackerbrauerei nach der Hochzeit mit Therese Hacker zu wirtschaftlichem Erfolg und baute nebenbei auch die Brauerei Zum Pschorr auf. Als große Münchner Brauerei erlaubt sich Hacker-Pschorr ein reichhaltiges Sortiment mit mehr als 10 Biersorten, von denen einige nur saisonal gebraut werden. Hervorzuheben ist das Starkbier Animator und das Oktoberfest Märzen für das Oktoberfest in München. Am besten schmecken die Biere im Alten Hackerhaus in der Sendlinger Strasse, wo die Brauerei auch ihre historischen Wurzeln hat.

Hofbräu München

Hofbräuhaus MünchenEinstmals Königliche Brauerei gehört Hofbräu heute dem Freistaat Bayern. Es war König Maximilian II. Joseph von Bayern, der 1852 das berühmte Hofbräuhaus am Platzl samt Brauerei verschenkte. Prinzregent Luitpold verlegte den Sitz der Brauerei zunächst nach Haidhausen. Der zweite Umzug erfolgte 1987 nach München-Riem, wo sie heute mit modernsten Brauanlagen mehr als 10 unterschiedliche Biere braut. Die Gründung der Brauerei geht zurück auf Herzog Wilhelm V. der Fromme von Bayern (1579 – 1597), der einen unstillbaren Durst auf gutes Bier hatte. Elias Pichler aus Einbeck braute 1614 das erste Bockbier im Herzoglich Braunen Hofbräuhaus, das die Stadt München während des 30-jährigen Krieges vor der Brandschatzung durch die Schweden retten musste. Am besten schmecken die Biere aus dem Hause Hofbräu natürlich im legendären Hofbräuhaus am Platzl oder im großen Hofbräu Festzelt auf dem Oktoberfest.

Prosit der Gemütlichkeit

Anstoßen im Hofbräu Festzelt auf dem Oktoberfest

Klosterbrauerei Reutberg

Die Klosterbrauerei Reutberg gehört zu den wenigen noch aktiven Klosterbrauereien in Bayern und ist gleichzeitig eine der ältesten Brauereien der Welt, die vor über 1.300 Jahren mit Bierbrauen begann. Heute ist die Reutberger Klosterbrauerei ein Gemeinschaftsprojekt in der Rechtsform einer Genossenschaft, bei der die seit 1677 bestehende Klosterbrauerei des Ordens der Terziarinnen der Franziskaner-Reformaten und Bauern aus Sachsenkam und Reichersbeuern mitwirken. Am besten schmecken die Reutberger Klosterbiere im Bräustüberl, das mit einem der schönsten Biergärten Bayerns vor der Kulisse der bayerischen Alpen aufwarten kann. Ein Highligt des Jahres ist das Fest rund um den Joseftitag am 19. März, für das die Reutberger Klosterbrauerei extra einen Josefi-Bock braut.

Kloster Reutberg

Kloster Reutberg

König Ludwig Schloßbrauerei Kaltenberg

Die Braukultur und Tradition in Bayern ist eng verbunden mit den Wittelsbacher Herzögen, auf die insbesondere das Reinheitsgebot in Deutschland zurückgeht. Neben einigen anderen Brauereien in Bayern gehört auch die König Ludwig Schl0ßbrauerei Kaltenberg einem Mitglied der Wittelsbacher Familie. In diesem Fall ist es Luitpold Prinz von Bayern, der im Jahre 1976 das Schloss Kaltenberg und die dort befindliche Brauerei übernahm. Seitdem wurde der Bierausstoß enorm gesteigert, was nicht nur auf das jährliche Kaltenberger Ritterturnier rund um das Schloß Kaltenberg zurückzuführen ist. Eine besondere Spezialität ist der Kaltenberger Ritterbock, der mit 9% Alkohol und über 20% Stammwürzegehalt zu den stärksten seiner Kategorie zählt und beim World Beer Award schon mehrmals zum weltbesten Doppelbock gekürt wurde.

Kuchlbauer Weißbierbrauerei

Hundertwasser-Turm in AbensbergDie Weißbierbrauerei Kuchlbauer ist eine weitere mittelständische Brauerei aus Bayern. Der Standort der Brauerei befindet sich in der Stadt Abensberg in der Hallertau, die dank der Kuchlbauer Bierwelten und dem Kuchlbauer Turm eine wahre Renaissance erlebt hat. Seit der Eröffnung des Hundertwasser-Turms am Tag des Bieres zum 23. April 2010 pilgern Bierfans aus Nah und Fern ins bayerische Abensberg, um dort Kuchlbauers Bierwelten zu besuchen. Die Besucher lieben die Mischung aus Brauerei, Museum, Kunst und Architektur. Nach dem Besuch der Bierwelten sitzen sie im Biergarten und trinken eine Turm-Weiße. Ansonsten kann man die Kuchlbauer Weißbiere auch während des Gillamoos-Festivals genießen, das zu den großen Volksfesten in Bayern zählt.

Riegele Brauhaus

riegele-bier-spezialDas Brauhaus Riegele mit Sitz in der schönen Stadt Augsburg ist durch und durch eine Privatbrauerei. Sie gehört zu den ältesten Brauereien der Welt, deren Geschichte bis ins Jahr 1386 zurückreicht. Commerzienrat Riegele war es, der mit einem Neubau außerhalb des Stadtzentrums von Augsburg im Jahre 1911 die Grundlagen für den Erfolg der Brauerei auch über die Stadtgrenzen von Augsburg hinaus legte. Heute ist das Brauhaus Riegele die größte Privatbrauerei in Augsburg und befindet sich noch immer vollständig im Eigentum der Familie Riegele. Nach ihm ist auch das Commerzienrat Riegele Privat benannt, das neben dem Augsburger Herren Pils zu den Gewinnern beim European Beer Star gehörte.

Schneider Weißbräu

Schneider WeisseIn München begann die Geschichte vom Weißen Bräuhaus Schneider. Der Braumeister und Pächter des Königlich Weissen Hofbräuhauses zu München erfüllte sich hier seinen Traum von der Selbständigkeit und einer eigenen Brauerei in der bayerischen Landeshauptstadt. Georg Schneider I. selbst verhandelte mit König Ludwig II. über die Ablösung des Weissbierregals, das dem Bayerischen Königshaus nicht mehr die Einnahmen wie einst bescherte und daher zum Verkauf stand. Heute erinnert nur noch das Weiße Bräuhaus im Tal an die große Zeit dieser Münchner Brauerei. Seit 1946 befindet sich die Brauerei in Kelheim, da die Gebäude in München während der Bombenangriffe im 2. Weltkrieg nahezu vollständig zerstört wurden. Das Weiße Bräuhaus Schneider ist neben Erdinger Weißbräu eine der größten Weißbierbrauereien in Bayern. Die Weißbiere und Starkbiere gehören zu den besten Bieren ihrer Art, allen voran der Aventinus Weizendoppelbock und der Aventinus Eisbock.

Weihenstephaner

Weihenstephaner BräustüberlDie Geschichte der ehemaligen Klosterbrauerei Weihenstephan begann im Jahre 725, als der heilige Korbinian mit zwölf Gefährten ein Benediktinerkloster gründete und damit die Grundlagen der Braukunst in Bayern legte. Offiziell erteilte die Stadt Freising der Klosterbrauerei 1040 das offizielle Brau- und Schankrecht. Auf dieser Basis beansprucht die heutige Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan das Recht, die älteste bestehende Brauerei der Welt zu sein. Heute ist sie als Regiebetrieb des Freistaates Bayern ein Prestigeobjekt und Teil der Technischen Universität München. Studenten aus aller Welt werden hier zum Braumeister mit Uniabschluß ausgebildet. Das Sortiment der Brauerei enthält zwar alle klassischen Biersorten, aber der Schwerpunkt liegt eindeutig bei den Weißbieren. Beim World Beer Award wurde der Weihenstephaner Vitus Weizenbock schon mehrmals als bestes Bier der Welt ausgezeichnet. Am besten schmecken die Weihenstephaner Biere freilich im Biergarten des Weihenstephaner Bräuhauses, der auch zu den schönsten Biergärten Bayerns zählt.

Weltenburger Klosterbrauerei

Das Kloster Weltenburg befindet sich unmittelbar an dem rund 5 km langen Donaudurchbruch zwischen Kelheim und Weltenburg und ist schon allein aus diesem Grund ein sehr beliebtes Ausflugsziel in Bayern. Schon König Ludwig I. stellt 1840 diese einzigartige Naturerscheinung der bayerischen Donau als Naturdenkmal unter besonderen Schutz. Wer mit dem Schiff auf der Donau von Kelheim bis nach Weltenburg fährt, kann das Kloster schon von weitem am Ufer erkennen, wo es um 617 gegründet wurde und heute als ältestes Kloster der Welt gilt. Aus dem reichhaltigen Sortiment der Weltenburger Klosterbrauerei ist besonders der Weltenburger Asam Bock zu empfehlen. Es ist ein starker und sehr dunkler Doppelbock mit malzig-aromatisch süßem Duft und Geschmack. Benannt ist er nach dem berühmten Maler und Baumeister Cosmas Damian Asam. Sehr gut schmeckt auch das Weltenburger Kloster Barock Dunkel, insbesondere im Biergarten des Klostershofes.