Bier von A bis Z

Bier von A bis Z

Bayern ist bekannt für sein gutes Bier und die vielen Brauereien. Obwohl bayerisches Bier gem. Reinheitsgebot nur aus vier Zutaten hergestellt wird – Wasser, Hopfen, Malz und Hefe – gibt es eine riesige Vielfalt an Biersorten und Marken. Da die Herstellung und der Genuß eines kühlen Bieres zur typisch bayerischen Tradition gehört, wird diesem Thema hier eine besondere Seite mit den wichtigsten Begriffen von A bis Z rund um das Thema Bier gewidmet.

Bier-Marken

Bier von A bis Z

Alkohol | Bock | Carl von Linde | Doppelbock | Export | Fass | Getreide | Hopfen | Iodprobe | Jackson | Kalorien | Lagerbier | Malz | naturtrüb | obergärig | Oktoberfest | Pils-Pilsener | Reinheitsgebot | Stammwürze | untergärig | Weißbier | Zitrone

A wie Alkohol

Der Alkohol im Bier entsteht normalerweise während des Gärungsprozesses. Um alkoholfreies Bier zu erzeugen, wird entweder die Bildung des Alkohols während der Gärung gestoppt oder dem Bier wird in einem gesonderten Verfahren der Alkohol wieder entzogen. Da der Alkohol im Bier auch als Geschmacksträger fungiert, verliert alkoholfreies Bier in der Regel auch an Aroma. Alkoholfreies Bier darf laut Gesetz jedoch bis zu 0,5 % Alkohol enthalten, ist also in der Regel nicht völlig frei von Alkohol.

B wie Bock

Bock ist die gebräuchliche Abkürzung für ein Bockbier, teilweise auch Starkbier genannt. Ein Bock ist ein ober- oder untergäriges Bier, dessen Stammwürzegehalt über 16 % liegt, beim Doppelbock sogar über 18%. Ein Bock erkennt man normalerweise leicht am Namen, da das Bockbier in der Regel die Endsilbe -ator im Namen trägt. Während der normale Bock in der Regel während der Fastenzeit getrunken wird, gibt es den sog. untergärigen Maibock meist in der Zeit von April bis Juni. Hochburg der Starkbierzeit ist die Landeshauptstadt München, wo die Brauereien zwischen Fasching und Ostern eigene Starkbierfeste feiern und das Politiker Derbleckn zelebrieren, allen voran Paulaner auf dem Nockherberg. Der Alkoholgehalt eines Bocks ist deutlich höher als beim normalen Bier und liegt zwischen 6% und 12%. Ist der Alkoholgehalt eines Bock noch höher, wurde dem Bier nach dem Gärungsprozess künstlich Wasser entzogen. Die Entstehung des Bocks geht zurück auf die Hansestadt Einbeck in Niedersachsen, wo seit 1240 Bier gebraut wurde. Die Brauereien in Einbeck produzierten ein obergäriges Bier, das auch in Süddeutschland und Italien sehr beliebt war. Um die Haltbarkeit des Bieres für den langen Transport zu verlängern, wurde das Einbecker Bier mit einer sehr hohen Stammwürze gebraut. 1614 wurde der Braumeister Elias Pichler von Einbeck an das Bayerische Hofbräuhaus in München abgeworben, um zukünftig dort das beliebte Ainpökisch Bier (später kurzerhand Bockbier) zu brauen.

C wie Carl von Linde

Carl von Linde war ein deutscher Ingenieur und der Gründer der Linde AG, eine der frühen Aktiengesellschaften in Deutschland. Vor allem für die Herstellung von untergärigen Biersorten waren die Entwicklungen und Erfindungen des Carl von Linde auf dem Gebiet der Kältetechnik entscheidend. 1871 veröffentlichte Carl von Linde einen Aufsatz über verbesserte Kältetechnikverfahren, für die sich viele Brauereien interessierten; allen voran die Spaten Brauerei in München, Heineken in den Niederlanden und Carlsberg in Dänemark. Damals entwickelte er seine Kältemascheine auf Basis von Methylether, die er in der Maschinenfabrik Augsburg (heute MAN AG) herstellen ließ. Die zweite Auflage seiner Kältemaschine von 1876 arbeitete auf Basis von Ammoniak. Am 21. Juni 1879 gründete Carl von Linde mit zwei Braumeistern und drei anderen Gründern die Gesellschaft für Linde’s Eismaschinen AG, die heutige Linde AG. Das Unternehmen war in Europa schnell führend auf dem Gebiet der Kältetechnik und sorgte für eine ganzjährige Produktion untergäriger Biersorten.

D wie Doppelbock

Anfangs verhalf das kalorienhaltige Ainpöckisch Bier auch den Mönchen des Paulanerordens in München über die Fastenzeit hinweg. Durch einen Deal mit dem bayerischen Kurfürst Maximilian I. erhielt der Paulanerorden 1627 jedoch ein eigenes Braurecht, das die Mönche schon 1629 mit einem eigenen Bockbier in die Tat umsetzten. Im Hinblick auf die Fastenzeit in München war es noch stärker und sättigender als das Ainpökische Bier aus dem Hofbräuhaus. Der erste Doppelbock mit dem Namen Salvator war geboren. Eins der besten Starkbiere aus Bayern, um nicht zu sagen der beste Doppelbock der Welt, ist jedoch der Celebrator, den die Ayinger Brauerei im Münchner Süden braut. Der Doppelbock enthält eine Stammwürze von mindestens 18% und einen Alkoholgehalt von mindestens 7,5%.

E wie Export

Export ist ein untergäriges helles oder dunkles Vollbier mit einer Stammwürze von 12% bis 14 % und einem Alkoholgehalt von ca. 5 % vol. Im Vergleich zum Pilsener wird das Export nicht so stark gehopft und schmeckt daher etwas milder. Um es für den Transport haltbarer zu machen, wird das Export dafür stärker eingebraut. Besondere Bedeutung unter den Export-Bieren erlangten das Dortmunder Export, Münchner Export und das Wiener Export. Das Münchner Exportbier wird deutlich dominiert durch einen Malzgeschmack, während beim Dortmunder oder Wiener Export eher der Hopfen im Vordergrund steht. Das Wiener Export spielt heutzutage kaum noch eine Rolle.

F wie Fass

Das Fass diente schon zu Zeiten der Kelten zur Aufbewahrung von Wein und anderen Flüssigkeiten. Davor nutzte man Schläuche aus Tierbälgen oder Gefässe aus Ton. Die Herstellung eines Holzfasses erfolgt auch heute noch weitgehend von Hand, während die Produktion eines Stahlfass oder Kunststofffass weitestgehend industriell und maschinell erfolgt. Holzfässer werden meist aus Eichen, Akazien oder Kastanien gefertigt. Während die Münchner Brauereien früher das Oktoberfestbier noch in 200 Liter Holzfässern – den sog. Hirschen – auf die Wiesn lieferten, hält heute nur noch Augustiner an dieser Tradition fest. Alle anderen Brauereien schenken das Oktoberfestbier mittlerweile aus Stahltanks aus.

G wie Getreide

Aus Getreide, in der Regel aus Gerste, wird das Malz hergestellt, das für den Brauprozess essentiell ist. Der Brauvorgang beginnt mit dem Maischen, bei dem zunächst das Wasser auf etwa 60 °C erwärmt wird und darin das geschrotete Malz unter ständigem Rühren erhitzt wird.

H wie Hopfen

Hopfen gibt dem Bier seine herbe Note und verleiht ihm durch sein Öl das typische Aroma. Der Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse. Das größte Anbaugebiet für Hopfen befindet sich in der Hallertau in Bayern, wo der Hopfenanbau schon 763 n.Chr. erstmalig erwähnt wurde. Der Hopfenanbau beginnt im Frühjahr in den sog. Hopfengärten, die in der gesamten Hallertau zu sehen sind. In der Wachstumszeit bis Ende Juli erreichen die Hopfenreben eine Höhe von etwa 7 Meter und werden dann im August und September geerntet. Beim Hopfen wird unterschieden zwischen den beiden Hopfensorten Bitterhopfen und Aromahopfen, wobei der Anteil der für den Brauvorgang wichtigen Alphasäuren bei den Bitterhopfensorten deutlich höher ist. Dafür haben die Aromahopfensorten eine deutlich höhere Konzentrationen an ätherischen Ölen oder Polyphenolen. Sowohl die Hopfensorten als auch der Zeitpunkt der Zusetzung des Hopfens beim Brauvorgang beeinflussen den Geschmack und das Aroma des Bieres. Neben der Verwendung beim Bierbrauen wird Hopfen auch bei der Herstellung von Beruhigungs- oder Schlafmittel eingesetzt.

I wie Iodprobe

Mittels der Iodprobe wird während des Brauvorgangs festgestellt, ob Enzyme die in dem Malz enthaltene Stärke vollständig in Malzzucker umgesetzt haben.

J wie Jackson, Michael

„Beerhunter“ Michael Jackson ist wohl der bekannteste Experte für Bier schlechthin. Insbesondere im Bereich der Bierverkostung und Kategorisierung ist Jackson führend gewesen. Aus seiner Hand stammt auch das Standardwerk „The World Guide to Beer“ (Das Große Bierbuch) aus dem Jahre 1977. Etwas kleiner und kompakter ist der Führer durch die Welt des Bieres! Fachkundig und umfangreich illustriert gibt dieser Band einen kompetenten Überblick über die wichtigsten Biersorten der Welt. Kurzporträts stellen über 500 Biere vor und zeigen, dass Bier in Geschmack, Duft und Farbe ebenso vielfältig sein kann wie guter Wein.

K wie Kalorien

Während die günstige Wirkung von Bier auf den menschlichen Körper inzwischen in vielen medizinischen Studien nachgewiesen wurde und der Kaloriengehalt des Bieres im Vergleich zu den meisten anderen Getränken deutlich niedriger ist, ist der Begriff des „Bierbauchs“ weltweit vertreten. Der Zusammenhang zwischen Bier und dem berühmten Bierbauch ist jedoch vielmehr darauf zurückzuführen, dass Bier das Hungergefühl verstärkt und dadurch zum Essen größerer Mengen anregt, häufig verbunden mit sehr kalorienreichen Mahlzeiten.

L wie Lagerbier

Lagerbier oder kurz Lager war früher die allgemeine Bezeichnung für ein untergäriges Bier mit einem Stammwürzegehalt zwischen 11% und 14%, das seinen endgültigen Geschmack erst durch die Reifung während der Lagerung entwickelt. Der Alkoholgehalt eines Lagers liegt zwischen 4,5% und 5,5%. Typische Lagerbiere sind das Pils und das Märzen, wobei der Begriff „Lager“ in Deutschland heutzutage eher seltener anzutreffen ist. Dagegen ist Lager in der Schweiz seit langem die meistgetrunkene Biersorte und auch unter dieser Bezeichnung bekannt. Auch in England hat sich die Bezeichnung Lager bis heute erhalten. Ein echtes Lagerbier schmeckt kräftig und auch etwas süßer als ein Pils, weil es einen höheren Malzanteil als das Pils enthält. Ein typisches Lager wird blank gefiltert und erscheint daher in der Regel als helles Bier. Vor allem in Bayern wird das Lagerbier sehr gerne getrunken, wobei es hier unter der Bezeichnung Helles bekannt ist. In Bayern wird das Helle traditionsgemäß im Winter gebraut, im Sommer in Felsstollen gelagert, um es im Herbst auf den großen Bierfesten zu trinken.

M wie Malz

Malz ist neben Hopfen und Wasser eine wesentliche Zutat zur Herstellung von Bier. Für den Brauvorgang wird spezielles Braumalz verwendet, das für die Herstellung von Bier besonders geeignet ist. Das Malz wird aus historischen Gründen in erster Linie aus Gerste hergestellt, weil der Weizen zur Herstellung von Mehl und zum Backen von Brot benötigt benötigt wurde. Im Jahre 1516 wurde in Bayern sogar das sog. Reinheitsgebot erlassen, dass ausschließlich Hopfen, Gerstenmalz und Wasser zum Brauen erlaubte. Für besondere Biersorten wird aber auch Roggen und Dinkel als Grundsubstanz zur Herstellung des Malz verwendet. Zu unterscheiden sind Basismalze und Spezialmalze, die zur Herstellung von Lager, Pils, Märzen und Festbieren eingesetzt werden.

N wie naturtrüb

Üblicherweise werden die Hefepartikel nach dem Brauvorgang aus dem Bier herausgefiltert. Es gibt jedoch auch Liebhaber von Biersorten, die auf die Aromenvielfalt naturtrüber und unfiltrierter Biere schwören und einem gefilterten kristallklaren Bier vorziehen.

O wie obergärig

In klassischen Brauverfahren stieg die Hefe bei obergärigen Biersorten während der Gärung an die Oberfläche und benötigt daher höhere Temperaturen während der Gärung. Dadurch erhielten die obergärigen Biersorten ein eher fruchtiges Aroma.

Zu den obergärigen Biersorten gehören vor allem:

  • Altbier,
  • Berliner Weiße,
  • Kölsch oder
  • Weißbier.

Obergärige Biersorten sind im Vergleich zu untergärigen Biersorten eher für den sofortigen Verzehr vorgesehen und nicht so lange lagerfähig.

O wie Oktoberfest

Das Oktoberfest in München ist das größte Bierfest der Welt und wird einmal jährlich für drei Wochen im September und Oktober gefeiert. Das erste Oktoberfest fand am 17. Oktober 1810 statt, anlässlich der Hochzeit zwischen dem Kronprinzen Ludwig I. und Prinzessin Therese von Sachsen- Hildburghausen. Höhepunkt der damaligen Hochzeitsfeier war ein Pferderennen auf einer großen Wiese außerhalb der damaligen Stadtmauern von München, die später zu Ehren der Braut Theresienwiese genannt wurde. Aufgrund der großen Beliebtheit des Pferderennens wurde dieses alljährlich wiederholt, begleitet von dem Zentral Landwirtschaftsfest (ZLF) mit Viehmarkt und Ausstellungen. Im Jahre 2010 feierte das Oktoberfest sein 200-jähriges Bestehen mit allerlei besonderen Veranstaltungen und einer historischen Wiesn, aus sich die Oide Wiesn im südlichen Teil der Theresienwiese entwickelt hat. Inzwischen sind die 14 großen Festzelte und das eigens von den großen Münchner Brauereien hierfür gebraute Oktoberfestbier zentrale Merkmale des Oktoberfests in München.

P wie Pilsener

Das Pilsener Bier, sehr oft einfach Pils genannt, wurde erstmalig 1842 in der böhmischen Stadt Pilsen gebraut. Braumeister war der bayerische Braumeister Josef Groll aus Vilshofen. Aus diesem Grund kann man einzelne Pilsener Biere finden, die den Zusatz „nach bayerischer Brauart“ enthalten oder gar als „Bayrisch Pilsener“ benannt werden. Das Pils ist ein untergäriges Bier, das im Vergleich zu anderen Biersorten einen höheren Hopfengehalt besitzt und höchstens 12,5 % Stammwürzegehalt enthält. Das originale Pils wird unter Verwendung von alkalischem Wasser gebraut und ist daher leichter bekömmlich als andere Biersorten.

R wie Reinheitsgebot

Im Zusammenhang mit Bier versteht man unter Reinheitsgebot eine Reihe von Verordnungen, mit denen die erlaubten Inhaltsstoffe im Bier geregelt werden. Vereinfacht gesagt regelt das Reinheitsgebot, dass für die Herstellung von Bier nur Wasser, Hopfen und Malz verwendet werden darf. Die wesentliche Grundlage des Deutschen Reinheitsgebots ist das Bayerische Reinheitsgebot von 1516, das zunächst nur für bayerisches Bier galt, aber 1906 durch das Deutsche Biersteuergesetz in nationales Recht übernommen wurde. Innerhalb der EU genießt die Ergänzung „Gebraut nach Deutschem Reinheitsgebot“ insoweit Schutzwirkung, als dann nur die erlaubten Zusatzstoffe verwendet werden dürfen. Das Bayerische Reinheitsgebot von 1516 basiert hauptsächlich auf dem bayern-landshutischen Reinheitsgebot, das der bayerische Herzog Wilhelm IV. am 23. April 1516 für ganz Bayern übernommen hat. Das Bayerische Reinheitsgebot wurde dann wiederum in die Fassung des Deutschen Biersteuergesetz (BierStG) vom 9. Juli 1923 übernommen. Das Reinheitsgebot besagt, dass für untergärige Biersorten nur Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser als Zutaten zugelassen sind, während in den obergärigen Biersorten auch andere Malzsorten sowie definierte Zuckerarten und Farbstoffe zugefügt werden können. Doch nicht nur die Zutaten, sondern auch der Brauprozess als solcher wurde im Deutschen Biersteuergesetz geregelt. In 1993 wurden die Regelungen zur Bierherstellung und zum Reinheitsgebot in ein Vorläufiges Biergesetz (BierG) übernommen, während die steuerlichen Vorschriften im BierStG verblieben.

S wie Stammwürze

Die Stammwürze im Bier ist eine wichtige Messgröße beim Bierbrauen und bezeichnet den Anteil der gelösten, nicht-flüchtigen Stoffe im Wasser, die sich aus dem Malz und dem Hopfen ergeben. Der Stammwürzegehalt eines Bieres ist neben der Brauereigröße auch die Grundlage für die Steuererhebung gem. Biersteuergesetz. Dabei wird unterschieden zwischen Einfachbier, Schankbier, Vollbier und Starkbier. Für die einzelnen Biersorten ergeben sich folgende Stammwürzen:

  • Berliner Weiße: 7 % – 8 %,
  • Bock: 16 % – 17,9 %,
  • Doppelbock: 18 %,
  • Export: 12 % – 13,5 %,
  • Altbier: ca. 11,9 %,
  • Kölsch: ca. 11,3 %,
  • Pils: 11,3 % – 12,3 %,
  • Weizen: 11 % – 13 %,
  • Helles: 11 % – 13 %.

Die Bestandteile der Stammwürze sind vor allem Malzzucker, Aminosäuren, Proteine und Enzyme, Vitamine, Mineralien und Aromastoffe. Mittels der Hefe wird die Stammwürze jeweils zu einem Drittel in Alkohol und Kohlensäure vergoren. Gemessen wird der Stammwürzegehalt mit Grad Plato.

U wie untergärig

Bei untergärigen Bieren sinkt die Hefe nach der Vergärung auf den Boden des Gärgefäßes ab. Untergärige Biere benötigen eine längere Reifezeit, sind aber auch länger haltbar als obergärige Biersorten, weil sich weniger Pilze und Mikroben beim Brauen bilden. Zu den untergärigen Biersorten gehören vor allem:

  • Bock,
  • Doppelbock,
  • Dunkles,
  • Exportbier,
  • Helles,
  • Lager,
  • Märzen,
  • Pils,
  • Schwarzbier,
  • Urtyp und
  • Zwickelbier (auch bekannt als Kellerbier)

Die untergärige Hefe benötigt bei der Vergärung eine niedrige Raumtemperatur von unter 10 °C. Die Herstellung untergäriger Biersorten ist daher ganzjährig erst möglich geworden durch die Erfindung der Kältemaschine in 1876 durch Carl von Linde. Zuvor verwendete man Eisklötze aus gefrorenen Gewässern zur Kühlung der Gärbottiche, die in Höhen oder tiefen Kellern aufgestellt wurden.

W wie Weizenbier oder Weißbier

Weizenbier oder Weißbier ist ein obergäriges Bier, das in Deutschland zumindest zu 50% aus Weizenmalz hergestellt sein muss. Der Stammwürzegehalt von Weißbier beträgt zwischen 11% und 14%, der Alkoholgehalt liegt zwischen 5% und 6%. Beim Weizenbier unterscheidet man je nach Herstellung und Filtration zwischen dem Kristallweizen und dem Hefeweizen. Während die Kristallweizen meist sehr hell sind, reicht das Farbspektrum eines Hefeweizen von goldgelb bis dunkelbraun. Das Weizenbier ist besonders in Bayern sehr beliebt und wird dort traditionell aus einem Weizenbierglas getrunken, das durch seine hohe, schlanke Form leicht erkennbar ist. Das etwas spritzigere Kristallweizen wird bei etwa 7–8 °C getrunken, das Hefeweizen bei etwa 8–10 °C.

Z wie Zitrone

Zuweilen ist zu beobachten, dass unwissende Kellner oder Wirte eine Zitronenscheibe ins Weißbier geben. Diese Aktion zeugt jedoch nur von Ahnungslosigkeit und sollte dementsprechend kommentiert werden .

Braukunst in Bayern

Braukunst in Bayern

Die Braukunst, sprich die Kunst des Bierbrauens, spielt in Bayern schon seit vielen Jahrhunderten eine bedeutende Rolle, deren dokumentierte Geschichte bis ins Jahr 725 zurückreicht, als die ersten Klöster in Bayern mit dem Bierbrauen begannen. Michael Jackson schrieb in seinem großen Buch vom Bier: „Wenn Deutschland das Land des Bieres ist, dann ist Bayern sein Bierkeller und München sein Biergarten“. Dies gilt vor allem im September und Oktober, wenn in München mit dem Oktoberfest das größte Bierfest der Welt stattfindet. Weiterlesen

Bayerns beste Biere

Bayerns beste Biere

Bayerns beste Biere sind in der ganzen Welt bekannt und regelmäßig Preisträger bedeutender internationaler Bierwettbewerbe. Bayerns flüssige Spezialitäten werden natürlich nach jahrhundertealter Tradition und nach bayerischem Reinheitsgebot gebraut. Geschmack ist zwar Geschmackssache, aber dennoch ist die nachfolgende Auswahl der zehn besten Biere aus bayerischen Brauereien auf jeden Fall eine Empfehlung. Bayerisches Bier wird gem. bayerischem Reinheitsgebot nur mit Wasser, Hopfen, Malz und Hefe hergestellt, aber nichtsdestotrotz erzeugen die bayerischen Brauereien eine erstaunliche Sortenvielfalt und mehr als eine Handvoll echte bayerische Bierspezialitäten.  Weiterlesen

Münchner Oktoberfestbiere

Münchner Oktoberfestbiere

Das Oktoberfest in München öffnet bald wieder seine Pforten und erwartet auch in diesem Jahr mindestens wieder rund 6 Millionen Besucher auf der Theresienwiese und in den Festzelten, wo ausschließlich die Oktoberfestbiere der sechs großen Münchner Brauereien ausgeschenkt wird.  Weiterlesen

Bier-Spezialitäten aus Bayern

Bier-Spezialitäten aus Bayern

Bier spielte schon immer eine besondere Rolle in der Geschichte Bayerns und so konnten sich in den einzelnen Regionen des Freistaats Bayern eigenständige und besondere Bier-Spezialitäten entwickeln, von denen einige sogar das Label „geschützte geographische Angabe“ (g.g.A.) führen dürfen. Weiterlesen

Starkbiere aus Bayern

Starkbiere aus Bayern

Bayerisches Bier ist in der ganzen Welt bekannt und beliebt, insbesondere die saisonal gebrauten Starkbiere aus bayerischen Brauereien. Unter den bayerischen Starkbieren befinden sich tatsächlich einige Spezialitäten, die weltweit ihresgleichen suchen. Weiterlesen

Klosterbrauereien

Klosterbrauereien

Eine der letzten aktiven Klosterbrauereien in Bayern gehören zu den ältesten Brauereien der Welt, die heute noch Bier nach Bayerischem Reinheitsgebot herstellen. In den Klöstern Bayerns begann die Geschichte der Braukunst, wie wir sie heute kennen.

Klosterbrauereien in Bayern | Andechser Klosterbrauerei | Ettaler Klosterbrauerei | Klosterbrauerei Weltenburg | Klosterbrauerei Scheyern | Klosterbrauerei Reutberg | Klosterbrauerei Kreuzberg | Klosterbräuhaus Ursberg

kloster-andechs

Das Kloster Andechs im Fünf-Seen-Land

Klosterbrauereien in Bayern

Vor über 1.300 Jahren begannen die ersten Klosterbrauereien in Bayern mit der Produktion von Bier und Mönche aus den verschiedenen Orden waren diejenigen, die in ihren Klosterbrauereien das Brauen von Bier immer weiterentwickelt haben. Die Braumeister der Klosterbrauereien setzten beim Bierbrauen erstmals Hopfen als Würze ein, wodurch das Bier auch länger haltbar wurde und sein typisch bitteres Aroma erhielt. Kräuter wie Efeu oder Rosmarin wurden aus den Klosterbrauereien verbannt, lange vor dem Erlaß des Reinheitsgebots. Dies geschah nicht nur wegen der schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit der Mönche, die ihr Bier größtenteils selbst tranken. Bier hatte im frühen Mittelalter vor allem für die Mönche seine Bedeutung als nahrhaftes und gesundes Lebensmittel, vor allem während der Fastenzeit im Kloster. Das wohl bekannteste „Fastenbier“ ist der Salvator aus der ehemaligen Paulaner Klosterbrauerei in München. So gesehen waren die Klosterbrauereien meist die Trendsetter, wenn es ums Bierbrauen ging. Heute gibt es noch 8 Klosterbrauereien, von denen sich die bekanntesten in Weltenburg, Andechs oder Ettal befinden. Die in 1050 gegründete Klosterbrauerei Weltenburg gehört heute sogar weltweit zu den ältesten bestehenden Unternehmen.

Klosterbrauerei Andechs

Kloster Andechs auf dem heiligen BergDas Kloster Andechs befindet sich im Fünfseenland zwischen Starnberger See und Ammersee und ist vor allem wegen seiner Klosterbrauerei weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Im Kloster Andechs wurde schon seit dem Mittelalter (urkundlich nachgewiesen seit 1455) Bier gebraut und die Klosterbrauerei Andechs ist die einzige in Deutschland, die das ganze Jahr zwei Bockbiere braut. Sowohl der Andechser Bergbock Hell als auch der Andechser Doppelbock Dunkel sind ausgesprochen lecker und süffig, aber auch recht stark, so dass schon mancher Besucher des Kloster Andechs Probleme hatte, den Heiligen Berg wieder hinab zu steigen. Die Klosterbraurei wurde 1972 auf den modernsten Stand gebracht und besitzt einen modernen Fass- und Flaschenkeller sowie ein neues Sudhaus mit Gär- und Lagerkeller am Fuß des Heiligen Berges. Der jährliche Bierausstoß der Klosterbrauerei beträgt über 100.000 Hektoliter, von denen nur 5% im Bräustüberl und im Klostergasthof ausgeschenkt werden.

Ettaler Klosterbrauerei

Ettaler KlosterbrauereiDas Kloster Ettal zwischen Garmisch-Partenkirchen und Oberammergau braut nicht nur Bier vor Ort, sondern betreibt neben einigen landwirtschaftlichen Betrieben auch mehrere Gasthöfe, einen Kunstverlag und eine ausgezeichnete Destillerie. Während die Gründung des Klosters Ettal schon am 28. April 1330 durch Kaiser Ludwig IV. dem Bayern erfolgte, wurde die Klosterbrauerei erst 1609 von Oberammergau nach Ettal verlegt. Das offizielle Braurecht folgte am 11. April 1618, ausgestellt vom Fürsten Maximilian Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Ober- und Niederbayern.

 Wie viele andere kirchlichen Einrichtungen war auch das Kloster Ettal samt den dazugehörigen Betrieben Opfer der Säkularisation in Bayern, die erst verstaatlicht und anschließend an den Meistbietenden verkauft wurden. Nach einigen Zwischenstationen gelangte die Ettaler Klosterbrauerei 1899 an das Kloster Scheyern unter der Leitung von Abt Rupert III. Metzenleitner. Am 6. August 1900 übernahmen die Mönche des Kloster Ettals wieder die Leitung der Klosterbrauerei und machten aus dieser wieder einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor des Klosters und der gesamten Region rund um Ettal. Der Vertrieb der Ettaler Klosterbiere geht heute weit über Oberbayern hinaus bis nach Helsinki, Frankreich und Italien. 1907 erlangte das Kloster Ettal wieder seine volle Selbständigkeit als Abtei, so dass die Mönche des Benediktinerordens im Kloster Ettal wieder frei nach ihren Vorstellungen arbeiten und handeln konnten.

Klosterbrauerei Weltenburg

Das Kloster Weltenburg gehört dem Orden der Benediktiner an und befindet sich Kelheim an der Donau oberhalb des Donaudurchbruchs.

Klosterbrauerei Scheyern

Das Kloster Scheyern gehört ebenfalls dem Orden der Benediktiner an und befindet sich in Scheyern im Erzbistum von München und Freising. Das Kloster Scheyern ist in der ehemaligen Burg von Scheyern untergebracht, die dort schon 1119 mit der Bierproduktion begannen. Die Klosterbrauerei Scheyern ist damit eine der ältesten Brauereien Bayerns, jedoch unterbrochen durch eine Phase, als die Brauerei an einen Augsburger Unternehmer verpachtet wurde. Seit 2006 brauen die Benediktiner in Scheyern wieder ihr eigenes Klosterbier, das in erster Linie für den lokalen Bereich – also die Klosterschänke, örtliche Gaststätten und den eigenen Getränkemarkt- gebraut wird.

Klosterbrauerei Reutberg

Kloster ReutbergDas Kloster Reutberg gehört dem Orden der Terziarinnen der Franziskaner-Reformaten und befindet sich in Sachsenkam in der Diözese von München und Freising. Die Gründung der Klosterbrauerei Reutberg erfolgte am 23. Oktober 1924 als Genossenschaft zwischen der seit 1677 bestehenden Klosterbrauerei der Franziskanerinnen und Bauern aus Sachsenkam und Reichersbeuern.

Klosterbraurei Kreuzberg

Das 1692 gegründete Kloster Kreuzberg gehört dem Orden der Franziskaner an und befindet sich in der Stadt Bischofsheim in Unterfranken in der Diözese Würzburg, genauer gesagt auf dem 928 m hohen Kreuzberg in der Rhön. Mit etwa 500.000 bis 600.000 Besuchern pro Jahr gehört das Kloster Kreuzberg zu den Hauptattraktionen und meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in der Rhön. Die Klosterbrauerei Kreuzberg wurde 1731 dem Kloster angegliedert und befindet sich bis heute im Besitz der Bayerischen Franziskaner. Der jährliche Ausstoß  beträgt rund 8.500 hl und wird fast ausschließlich auf Fässer abgefüllt, von denen die meisten in die Klosterschänke ausgeschenkt werden. Ein kleiner Teil des Bieraustoß wird in 5- bis 50-Liter Fässern an Liebhaber verkauft.

Klosterbräuhaus Ursberg

Das Kloster Ursberg rechnet heute zur franziskanischen Sankt-Josef-Kongregation in Ursberg und befindet sich zwischen Thannhausen und Krumbach im Landkreis Günzburg in der Diözese Augsburg. Bereits 1623 erbaute das Kloster Ursberg eine eigene Braustelle, wo bis heute wird nach alten Rezepten traditionell mit Wasser aus dem eigenen Brunnen und Malz aus der eigenen Mälzerei Bier gebraut wird.