Bier von A bis Z

Bier von A bis Z

Bayern ist bekannt für sein gutes Bier und die zahlreichen regionalen Brauereien. Obwohl bayerisches Bier nach dem Reinheitsgebot nur aus den vier Zutaten Wasser, Hopfen, Malz und Hefe hergestellt wird, gibt es eine riesige Vielfalt an Biersorten und Marken. Da die Herstellung und der Genuß eines kühlen Bieres zur typisch bayerischen Tradition gehört, wird diesem Thema hier eine besondere Seite mit den wichtigsten Begriffen von A bis Z rund um das Thema Bier gewidmet.

Bier von A bis Z

Alkohol | Bock | Carl von Linde | Doppelbock | Export | Fass | Getreide | Hopfen | Iodprobe | Jackson | Kalorien | Lagerbier | Malz | naturtrüb | obergärig | Oktoberfest | Pils-Pilsener | Reinheitsgebot | Stammwürze | untergärig | Weißbier | Zitrone

Bayerische Bier-Marken

Bayerische Bier-Marken

A wie Alkohol

Der Alkohol im Bier entsteht normalerweise während des Gärungsprozesses. Um alkoholfreies Bier zu erzeugen, wird entweder die Bildung des Alkohols während der Gärung gestoppt oder der Alkohol wird dem Bier in einem gesonderten Verfahren wieder entzogen. Da der Alkohol auch als Geschmacksträger fungiert, verliert alkoholfreies Bier in der Regel an Aroma. Alkoholfreies Bier darf laut Gesetz jedoch bis zu 0,5 % Alkohol enthalten, ist also in der Regel nicht völlig frei von Alkohol.

B wie Bock

ayinger-winterbockBock ist die gebräuchliche Abkürzung für Bockbier, teilweise auch Starkbier genannt. Ein Bock ist ein ober- oder untergäriges Bier, dessen Stammwürzegehalt über 16 % liegt. Beim Doppelbock liegt er sogar über 18%. Ein Bock erkennt man normalerweise leicht am Namen, da es in der Regel die Endsilbe -ator im Namen trägt. Während der normale Bock meist während der Fastenzeit getrunken wird, gibt es den sog. untergärigen Maibock in der Zeit von April bis Juni. Hochburg der Starkbierzeit ist München, wo die Münchner Brauereien zwischen Fasching und Ostern eigene Starkbierfeste feiern und das Politiker Derbleckn zelebrieren. Bekanntes Beispiel ist das Paulaner-Starkbierfest von Paulaner auf dem Nockherberg. Der Alkoholgehalt eines Bocks ist deutlich höher als beim normalen Bier und liegt zwischen 6% und 12%. Ist der Alkoholgehalt noch höher, wurde dem Bier nach dem Gärungsprozess künstlich Wasser entzogen.

Von Einbeck nach München

Die Entstehung des Bocks geht zurück auf die Hansestadt Einbeck in Niedersachsen, wo man seit 1240 Bier braute. Die Brauereien in Einbeck produzierten ein obergäriges Bier, das auch in Süddeutschland und Italien sehr beliebt war. Um die Haltbarkeit der Biere für den langen Transport zu verlängern, brauten die Einbecker ihr Bier mit einer sehr hohen Stammwürze. 1614 wurde der Braumeister Elias Pichler von Einbeck an das Bayerische Hofbräuhaus in München abgeworben, um zukünftig in München das beliebte Ainpökisch Bier (später kurzerhand Bockbier) zu brauen.

C wie Carl von Linde

Historische Linde KältemaschineCarl von Linde war ein deutscher Ingenieur und der Gründer der Linde AG, eine der frühen Aktiengesellschaften in Deutschland. Vor allem für die Herstellung von untergärigen Biersorten waren seine Erfindungen und Entwicklungen auf dem Gebiet der Kältetechnik entscheidend. 1871 veröffentlichte Carl von Linde einen Aufsatz über verbesserte Kältetechnikverfahren, für die sich viele Brauereien interessierten; allen voran die Spaten Brauerei in München, Heineken in den Niederlanden und Carlsberg in Dänemark. Damals entwickelte er seine Kältemascheine auf Basis von Methylether, die er in der Maschinenfabrik Augsburg (heute MAN AG) herstellen ließ. Die zweite Auflage seiner Kältemaschine von 1876 arbeitete auf Basis von Ammoniak.

Gründung der heutigen Linde AG

Am 21. Juni 1879 gründete Carl von Linde mit zwei Braumeistern und drei anderen Gründern die Gesellschaft für Linde’s Eismaschinen AG, die heutige Linde AG. Das Unternehmen war in Europa schnell führend auf dem Gebiet der Kältetechnik und sorgte für eine ganzjährige Produktion untergäriger Biersorten. Man könnte ihn durchaus in die Liste der erfolgreichsten Unternehmer Deutschlands einordnen.

Historische Linde Kältemaschine

Historische Linde Kältemaschine

D wie Doppelbock

paulaner-bierdeckelAnfangs verhalf das kalorienhaltige Ainpöckisch Bier auch den Mönchen des Paulanerordens in München über die Fastenzeit hinweg. Durch einen Deal mit dem bayerischen Kurfürsten Maximilian I. erhielt der Paulanerorden 1627 sogar ein eigenes Braurech, das die Mönche 1629 mit einem eigenen Paulaner-Bock in die Tat umsetzten. Im Hinblick auf die Fastenzeit in München war es noch stärker und sättigender als das Ainpökische Bier aus dem Münchner Hofbräuhaus. Dies war die Geburtsstunde des ersten Doppelbock mit dem Namen Salvator. Eins der besten Starkbiere aus Bayern, um nicht zu sagen der beste Doppelbock der Welt, ist jedoch der Celebrator, den die Ayinger Brauerei im Münchner Süden braut. Der Doppelbock enthält eine Stammwürze von mindestens 18% und einen Alkoholgehalt von mindestens 7,5%.

Paulaner Sudhaus

Im Sudhaus der Paulaner Brauerei in München

E wie Export

Export ist ein untergäriges helles oder dunkles Vollbier mit einer Stammwürze von 12 bis 14 % und einem Alkoholgehalt von ca. 5 % vol. Im Vergleich zum Pilsener wird das Export nicht so stark gehopft und schmeckt daher etwas milder. Um es für den Transport haltbarer zu machen, wird das Export dafür stärker eingebraut. Besondere Bedeutung erlangten das Dortmunder Export, Münchner Export und das Wiener Export. Das Münchner Exportbier wird deutlich dominiert durch einen Malzgeschmack, während beim Dortmunder oder Wiener Export eher der Hopfen im Vordergrund steht. Das Wiener Export spielt heutzutage kaum noch eine Rolle.

F wie Fass

hackerbräu-pschorrbräuDas Fass diente schon zu Zeiten der Kelten zur Aufbewahrung von Wein und anderen Flüssigkeiten. Davor nutzte man Schläuche aus Tierbälgen oder Gefässe aus Ton. Ein Holzfass wird auch heute noch weitgehend von Hand hergestellt, während Stahl- und Kunststofffässer weitestgehend industriell und maschinell produziert werden. Holzfässer werden meist aus Eichen, Akazien oder Kastanien gefertigt. Während die Brauereien früher das Oktoberfestbier noch in 200 Liter Holzfässern – den sog. Hirschen – auf die Wiesn lieferten, hält heute nur noch Augustiner Bräu an dieser Tradition fest.

Holzfässer von Augustiner Bräu

Holzfässer von Augustiner-Bräu

G wie Getreide

Aus Getreide wird das Malz hergestellt, das für den Brauprozess essentiell ist. In der Regel handelt es sich um Gerste. Der Brauvorgang beginnt mit dem Maischen, bei dem zunächst das Wasser auf etwa 60 °C erwärmt wird und darin das geschrotete Malz unter ständigem Rühren erhitzt wird.

H wie Hopfen

HopfenHopfen gibt dem Bier seine herbe Note und verleiht ihm durch sein Öl das typische Aroma. Der Hopfen gehört zur Familie der Hanfgewächse. Das größte Anbaugebiet befindet sich in der Hallertau in Bayern, wo der Hopfenanbau schon 763 n.Chr. erstmalig erwähnt wurde. Der Hopfenanbau beginnt im Frühjahr in den sog. Hopfengärten, die in der gesamten Hallertau zu sehen sind. In der Wachstumszeit bis Ende Juli erreichen die Hopfenreben eine Höhe von etwa 7 Meter und werden dann im August und September geerntet.

Bitterhopfen und Aromahopfen

Es wird unterschieden zwischen den beiden Hopfensorten Bitterhopfen und Aromahopfen, wobei der Anteil der für den Brauvorgang wichtigen Alphasäuren bei den Bitterhopfensorten deutlich höher ist. Dafür haben die Aromahopfensorten eine höhere Konzentrationen an ätherischen Ölen oder Polyphenolen. Sowohl die Hopfensorten als auch der Zeitpunkt der Zusetzung beim Brauvorgang beeinflussen den Geschmack und das Aroma der Biere. Neben der Verwendung beim Bierbrauen wird Hopfen auch bei der Herstellung von Beruhigungs- oder Schlafmittel eingesetzt.

I wie Iodprobe

Mittels der Iodprobe wird während des Brauvorgangs festgestellt, ob Enzyme die in dem Malz enthaltene Stärke vollständig in Malzzucker umgesetzt haben.

J wie Jackson, Michael

„Beerhunter“ Michael Jackson (nicht zu verwechseln mit dem berühmten Popmusiker Michael Jackson) ist wohl der bekannteste Experte für Bier schlechthin. Insbesondere im Bereich der Bierverkostung und Kategorisierung ist Jackson führend gewesen. Aus seiner Hand stammt auch das Standardwerk „The World Guide to Beer“ (Das Große Bierbuch) aus dem Jahre 1977. Etwas kleiner und kompakter ist der Führer durch die Welt der Biere! Fachkundig und umfangreich illustriert gibt dieser Band einen kompetenten Überblick über die wichtigsten Biersorten der Welt. Kurzporträts stellen über 500 Biere vor und zeigen, dass Bier in Geschmack, Duft und Farbe ebenso vielfältig sein kann wie guter Wein.

K wie Kalorien

Während die günstige Wirkung auf den menschlichen Körper inzwischen in vielen medizinischen Studien nachgewiesen wurde, hält sich der Begriff „Bierbauch“ standhaft in den Köpfer zahlreicher Frauen. Der Kaloriengehalt der Biere ist jedoch im Vergleich zu den meisten anderen Getränken deutlich niedriger. Der Zusammenhang zwischen Bier und dem berühmten Bierbauch ist vielmehr darauf zurückzuführen, dass Bier das Hungergefühl verstärkt und dadurch zum Verspeisen größerer Mengen anregt, häufig verbunden mit sehr kalorienreichen Mahlzeiten.

L wie Lagerbier

Lagerbier war früher die allgemeine Bezeichnung für ein untergäriges Bier mit einem Stammwürzegehalt zwischen 11% und 14%, das seinen endgültigen Geschmack erst durch die Reifung während der Lagerung entwickelt. Der Alkoholgehalt eines Lagers liegt zwischen 4,5% und 5,5%. Typische Lagerbiere sind das Pils und das Märzen, wobei der Begriff „Lager“ in Deutschland heutzutage eher seltener anzutreffen ist. In der Schweiz ist es seit langem die meistgetrunkene Biersorte und auch unter dieser Bezeichnung bekannt. Auch in England hat sich die Bezeichnung bis heute erhalten. Ein echtes Lager schmeckt kräftig und etwas süßer als ein Pils. Vor allem in Bayern wird das Lagerbier sehr gerne getrunken, wobei es hier unter der Bezeichnung Helles bekannt ist. In Bayern wird es traditionsgemäß im Winter gebraut, im Sommer in Felsstollen gelagert, um es im Herbst auf den großen Bierfesten zu trinken.

M wie Malz

Malz ist neben Hopfen und Wasser eine wesentliche Zutat zur Herstellung von Bier. Für den Brauvorgang wird spezielles Braumalz verwendet, das für die Bier-Herstellung besonders geeignet ist. Das Malz wird aus historischen Gründen in erster Linie aus Gerste hergestellt, weil der Weizen zur Herstellung von Mehl und zum Backen von Brot benötigt benötigt wurde. Im Jahre 1516 wurde in Bayern sogar das sog. Reinheitsgebot erlassen, dass ausschließlich Hopfen, Gerstenmalz und Wasser zum Brauen erlaubte. Für besondere Biersorten wird aber auch Roggen und Dinkel als Grundsubstanz zur Herstellung verwendet. Zu unterscheiden sind Basismalze und Spezialmalze, die zur Herstellung von Lager, Pils, Märzen und Festbieren eingesetzt werden.

N wie naturtrüb

Üblicherweise werden die Hefepartikel nach dem Brauvorgang aus dem Bier herausgefiltert. Es gibt jedoch auch Liebhaber von Biersorten, die auf die Aromenvielfalt naturtrüber und unfiltrierter Biere schwören und einem gefilterten kristallklaren Bier vorziehen.

O wie obergärig

In klassischen Brauverfahren steigt die Hefe bei obergärigen Biersorten während der Gärung an die Oberfläche und benötigt daher höhere Temperaturen. Dadurch erhielten die obergärigen Biersorten ein eher fruchtiges Aroma.

Zu den obergärigen Biersorten gehören vor allem:

  • Altbier,
  • Berliner Weiße,
  • Kölsch oder
  • Weißbier.

Obergärige Biersorten sind im Vergleich zu untergärigen Biersorten eher für den sofortigen Verzehr vorgesehen und nicht so lange lagerfähig.

O wie Oktoberfest

Das Oktoberfest in München ist das größte Bierfest der Welt und wird einmal jährlich für drei Wochen im September und Oktober gefeiert. Das erste Oktoberfest fand anlässlich der Hochzeit zwischen dem Kronprinzen Ludwig I. und Prinzessin Therese von Sachsen- Hildburghausen am 17. Oktober 1810 statt. Höhepunkt der Hochzeitsfeier war ein Pferderennen auf einer großen Wiese außerhalb der Stadtmauern von München, die später zu Ehren der Braut Theresienwiese genannt wurde. Aufgrund der großen Beliebtheit des Pferderennens wurde dieses alljährlich wiederholt, begleitet von dem Zentral Landwirtschaftsfest (ZLF) mit Viehmarkt und Ausstellungen. Im Jahre 2010 feierte das Oktoberfest sein 200-jähriges Bestehen mit allerlei besonderen Veranstaltungen und einer historischen Wiesn, aus der sich die Oide Wiesn im südlichen Teil der Theresienwiese entwickelte. Inzwischen werden jedes Jahr ein rundes Dutzend große Festzelte errichet, wo das extra hierfür gebraute Oktoberfestbier ausgeschenkt wird.

P wie Pilsener

Das Pilsener Bier (Pils) wurde erstmalig 1842 in der böhmischen Stadt Pilsen gebraut. Braumeister war der bayerische Braumeister Josef Groll aus Vilshofen. Aus diesem Grund kann man einzelne Pilsener Biere finden, die den Zusatz „nach bayerischer Brauart“ enthalten oder gar als „Bayrisch Pilsener“ benannt werden. Das Pils ist ein untergäriges Bier, das im Vergleich zu anderen Biersorten einen höheren Gehalt an Hopfen besitzt und höchstens 12,5 % Stammwürzegehalt enthält. Das originale Pils wird unter Verwendung von alkalischem Wasser gebraut und ist daher leichter bekömmlich als andere Biersorten.

R wie Reinheitsgebot

Im Zusammenhang mit Bier versteht man unter Reinheitsgebot eine Reihe von Verordnungen, mit denen die erlaubten Inhaltsstoffe bestimmt werden. Vereinfacht gesagt regelt das Reinheitsgebot, dass bei der Bier-Herstellung nur Wasser, Hopfen und Malz zu verwenden ist. Die wesentliche Grundlage für das Deutsche Reinheitsgebot ist das Bayerische Reinheitsgebot von 1516, das zunächst nur für bayerisches Bier galt, aber 1906 durch das Deutsche Biersteuergesetz in nationales Recht übernommen wurde. Innerhalb der EU genießt die Ergänzung „Gebraut nach deutschem Reinheitsgebot“ insoweit Schutzwirkung, als nur die erlaubten Zusatzstoffe verwendet werden dürfen.

Bayerisches Reinheitsgebot

Das Bayerische Reinheitsgebot von 1516 basiert hauptsächlich auf dem bayern-landshutischen Reinheitsgebot, das der bayerische Herzog Wilhelm IV. am 23. April 1516 für ganz Bayern übernommen hat. Das Bayerische Reinheitsgebot bildete dann wiederum die Grundlage für das Deutsche Biersteuergesetz (BierStG) vom 9. Juli 1923. Das Reinheitsgebot besagt, dass für untergärige Biersorten nur Gerstenmalz, Hopfen, Hefe und Wasser als Zutaten zu verwenden sind, während in den obergärigen Biersorten auch andere Malzsorten sowie definierte Zuckerarten und Farbstoffe zugefügt werden können. Doch nicht nur die Zutaten, sondern auch der Brauprozess als solcher wurde im Deutschen Biersteuergesetz geregelt. In 1993 wurden die Regelungen zur Bierherstellung und zum Reinheitsgebot in ein Vorläufiges Biergesetz (BierG) übernommen, während die steuerlichen Vorschriften im BierStG verblieben.

S wie Stammwürze

Die Stammwürze ist eine wichtige Messgröße beim Bierbrauen und bezeichnet den Anteil der gelösten, nicht-flüchtigen Stoffe im Wasser, die sich aus dem Malz und dem Hopfen ergeben. Der Stammwürzegehalt eines Bieres ist neben der Brauereigröße auch die Grundlage für die Steuererhebung gem. Biersteuergesetz. Dabei wird unterschieden zwischen Einfachbier, Schankbier, Vollbier und Starkbier. Für die einzelnen Biersorten ergeben sich folgende Stammwürzen:

  • Berliner Weiße: 7 % – 8 %,
  • Bock: 16 % – 17,9 %,
  • Doppelbock: 18 %,
  • Export: 12 % – 13,5 %,
  • Altbier: ca. 11,9 %,
  • Kölsch: ca. 11,3 %,
  • Pils: 11,3 % – 12,3 %,
  • Weizen: 11 % – 13 %,
  • Helles: 11 % – 13 %.

Die Bestandteile der Stammwürze sind vor allem Malzzucker, Aminosäuren, Proteine und Enzyme, Vitamine, Mineralien und Aromastoffe. Mittels der Hefe wird die Stammwürze jeweils zu einem Drittel in Alkohol und Kohlensäure vergoren. Gemessen wird der Stammwürzegehalt mit Grad Plato.

U wie untergärig

Bei untergärigen Bieren sinkt die Hefe nach der Vergärung auf den Boden des Gärgefäßes ab. Untergärige Biere benötigen eine längere Reifezeit, sind aber auch länger haltbar als obergärige Biersorten, weil sich weniger Pilze und Mikroben beim Brauen bilden. Zu den untergärigen Biersorten gehören vor allem:

Die untergärige Hefe benötigt bei der Vergärung eine niedrige Raumtemperatur von unter 10 °C. Die Herstellung untergäriger Biersorten ist daher ganzjährig erst möglich geworden durch die Erfindung der Kältemaschine in 1876 durch Carl von Linde. Zuvor verwendete man Eisklötze aus gefrorenen Gewässern zur Kühlung der Gärbottiche, die in Höhen oder tiefen Kellern aufgestellt wurden.

W wie Weizenbier oder Weißbier

Weizenbier oder Weißbier ist ein obergäriges Bier, das in Deutschland zumindest zu 50% aus Weizenmalz hergestellt sein muss. Der Stammwürzegehalt von Weißbier beträgt zwischen 11% und 14%, der Alkoholgehalt liegt zwischen 5% und 6%. Beim Weizenbier unterscheidet man je nach Herstellung und Filtration zwischen dem Kristallweizen und dem Hefeweizen. Während die Kristallweizen meist sehr hell sind, reicht das Farbspektrum eines Hefeweizen von goldgelb bis dunkelbraun. Das Weizenbier ist besonders in Bayern sehr beliebt. Man trinkt es traditionell aus einem Weizenbierglas, das durch seine hohe, schlanke Form leicht erkennbar ist. Das etwas spritzigere Kristallweizen wird bei etwa 7–8 °C getrunken, das Hefeweizen bei etwa 8–10 °C.

Z wie Zitrone

Zuweilen ist zu beobachten, dass unwissende Kellner oder Wirte eine Zitronenscheibe ins Weißbier geben. Diese Aktion zeugt jedoch nur von Ahnungslosigkeit und sollte dementsprechend kommentiert werden. .

Braukunst in Bayern

Braukunst in Bayern

Die Braukunst, sprich die Kunst des Bierbrauens, spielt in Bayern schon seit vielen Jahrhunderten eine bedeutende Rolle, deren dokumentierte Geschichte bis ins Jahr 725 zurückreicht, als die ersten Klöster in Bayern mit dem Bierbrauen begannen. Michael Jackson schrieb in seinem großen Buch vom Bier: „Wenn Deutschland das Land des Bieres ist, dann ist Bayern sein Bierkeller und München sein Biergarten“. Dies gilt vor allem im September und Oktober, wenn in München mit dem Oktoberfest das größte Bierfest der Welt stattfindet. Weiterlesen

Brauereibesichtigung bei Paulaner

Brauereibesichtigung bei Paulaner

Eine Brauereibesichtigung bei Paulaner bietet wie bei den anderen Münchner Brauereien die Möglichkeit zur Besichtigung der Brauerei mit Führung. Bei Paulaner sieht man auch eine der ersten Kältemaschinen auf Basis des Erfinders Carl von Linde. Wie schon mehrfach berichtet wurde, will die Paulaner-Gruppe vom Nockherberg an den neu ausgewiesenen Brauerei-Standort in München Langwied umziehen. So gesehen besteht in den nächsten Monaten die letzte Gelegenheit, eine der ältesten Brauereien der Welt zu besichtigen. Und das ist nicht so dahin gesagt, da schon zu Beginn des Rundgangs durch die Produktionsstätten von Paulaner und Hacker-Pschorr ein echtes historisches Highlight auf die Besucher wartet: eine der ersten Kältemaschinen von Carl von Linde. Weiterlesen