Klosterbrauereien

Klosterbrauereien

Eine der letzten aktiven Klosterbrauereien in Bayern gehören zu den ältesten Brauereien der Welt, die heute noch Bier nach Bayerischem Reinheitsgebot herstellen. In den Klöstern Bayerns begann die Geschichte der Braukunst, wie wir sie heute kennen.

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Das Kloster Andechs im Fünf-Seen-Land

Klosterbrauereien in Bayern

Vor über 1.300 Jahren begannen die ersten Klosterbrauereien in Bayern mit der Produktion von Bier und Mönche aus den verschiedenen Orden waren diejenigen, die in ihren Klosterbrauereien das Brauen von Bier immer weiterentwickelt haben. Die Braumeister der Klosterbrauereien setzten beim Bierbrauen erstmals Hopfen als Würze ein, wodurch das Bier auch länger haltbar wurde und sein typisch bitteres Aroma erhielt. Kräuter wie Efeu oder Rosmarin wurden aus den Klosterbrauereien verbannt, lange vor dem Erlaß des Reinheitsgebots. Dies geschah nicht nur wegen der schädlichen Auswirkungen auf die Gesundheit der Mönche, die ihr Bier größtenteils selbst tranken. Bier hatte im frühen Mittelalter vor allem für die Mönche seine Bedeutung als nahrhaftes und gesundes Lebensmittel, vor allem während der Fastenzeit im Kloster. Das wohl bekannteste “Fastenbier” ist der Salvator aus der ehemaligen Paulaner Klosterbrauerei in München. So gesehen waren die Klosterbrauereien meist die Trendsetter, wenn es ums Bierbrauen ging. Heute gibt es noch 8 Klosterbrauereien, von denen sich die bekanntesten in Weltenburg, Andechs oder Ettal befinden. Die in 1050 gegründete Klosterbrauerei Weltenburg gehört heute sogar weltweit zu den ältesten bestehenden Unternehmen.

Klosterbrauerei Andechs

Kloster Andechs auf dem heiligen BergDas Kloster Andechs befindet sich im Fünfseenland zwischen Starnberger See und Ammersee und ist vor allem wegen seiner Klosterbrauerei weit über die Grenzen Bayerns hinaus bekannt. Im Kloster Andechs wurde schon seit dem Mittelalter (urkundlich nachgewiesen seit 1455) Bier gebraut und die Klosterbrauerei Andechs ist die einzige in Deutschland, die das ganze Jahr zwei Bockbiere braut. Sowohl der Andechser Bergbock Hell als auch der Andechser Doppelbock Dunkel sind ausgesprochen lecker und süffig, aber auch recht stark, so dass schon mancher Besucher des Kloster Andechs Probleme hatte, den Heiligen Berg wieder hinab zu steigen. Die Klosterbraurei wurde 1972 auf den modernsten Stand gebracht und besitzt einen modernen Fass- und Flaschenkeller sowie ein neues Sudhaus mit Gär- und Lagerkeller am Fuß des Heiligen Berges. Der jährliche Bierausstoß der Klosterbrauerei beträgt über 100.000 Hektoliter, von denen nur 5% im Bräustüberl und im Klostergasthof ausgeschenkt werden.

Ettaler Klosterbrauerei

Ettaler KlosterbrauereiDas Kloster Ettal zwischen Garmisch-Partenkirchen und Oberammergau braut nicht nur Bier vor Ort, sondern betreibt neben einigen landwirtschaftlichen Betrieben auch mehrere Gasthöfe, einen Kunstverlag und eine ausgezeichnete Destillerie. Während die Gründung des Klosters Ettal schon am 28. April 1330 durch Kaiser Ludwig IV. dem Bayern erfolgte, wurde die Klosterbrauerei erst 1609 von Oberammergau nach Ettal verlegt. Das offizielle Braurecht folgte am 11. April 1618, ausgestellt vom Fürsten Maximilian Pfalzgraf bei Rhein, Herzog in Ober- und Niederbayern.

 Wie viele andere kirchlichen Einrichtungen war auch das Kloster Ettal samt den dazugehörigen Betrieben Opfer der Säkularisation in Bayern, die erst verstaatlicht und anschließend an den Meistbietenden verkauft wurden. Nach einigen Zwischenstationen gelangte die Ettaler Klosterbrauerei 1899 an das Kloster Scheyern unter der Leitung von Abt Rupert III. Metzenleitner. Am 6. August 1900 übernahmen die Mönche des Kloster Ettals wieder die Leitung der Klosterbrauerei und machten aus dieser wieder einen bedeutenden wirtschaftlichen Faktor des Klosters und der gesamten Region rund um Ettal. Der Vertrieb der Ettaler Klosterbiere geht heute weit über Oberbayern hinaus bis nach Helsinki, Frankreich und Italien. 1907 erlangte das Kloster Ettal wieder seine volle Selbständigkeit als Abtei, so dass die Mönche des Benediktinerordens im Kloster Ettal wieder frei nach ihren Vorstellungen arbeiten und handeln konnten.

Klosterbrauerei Weltenburg

Das Kloster Weltenburg gehört dem Orden der Benediktiner an und befindet sich Kelheim an der Donau oberhalb des Donaudurchbruchs.

Klosterbrauerei Scheyern

Das Kloster Scheyern gehört ebenfalls dem Orden der Benediktiner an und befindet sich in Scheyern im Erzbistum von München und Freising. Das Kloster Scheyern ist in der ehemaligen Burg von Scheyern untergebracht, die dort schon 1119 mit der Bierproduktion begannen. Die Klosterbrauerei Scheyern ist damit eine der ältesten Brauereien Bayerns, jedoch unterbrochen durch eine Phase, als die Brauerei an einen Augsburger Unternehmer verpachtet wurde. Seit 2006 brauen die Benediktiner in Scheyern wieder ihr eigenes Klosterbier, das in erster Linie für den lokalen Bereich – also die Klosterschänke, örtliche Gaststätten und den eigenen Getränkemarkt- gebraut wird.

Klosterbrauerei Reutberg

Kloster ReutbergDas Kloster Reutberg gehört dem Orden der Terziarinnen der Franziskaner-Reformaten und befindet sich in Sachsenkam in der Diözese von München und Freising. Die Gründung der Klosterbrauerei Reutberg erfolgte am 23. Oktober 1924 als Genossenschaft zwischen der seit 1677 bestehenden Klosterbrauerei der Franziskanerinnen und Bauern aus Sachsenkam und Reichersbeuern.

Klosterbraurei Kreuzberg

Das 1692 gegründete Kloster Kreuzberg gehört dem Orden der Franziskaner an und befindet sich in der Stadt Bischofsheim in Unterfranken in der Diözese Würzburg, genauer gesagt auf dem 928 m hohen Kreuzberg in der Rhön. Mit etwa 500.000 bis 600.000 Besuchern pro Jahr gehört das Kloster Kreuzberg zu den Hauptattraktionen und meistbesuchten Sehenswürdigkeiten in der Rhön. Die Klosterbrauerei Kreuzberg wurde 1731 dem Kloster angegliedert und befindet sich bis heute im Besitz der Bayerischen Franziskaner. Der jährliche Ausstoß  beträgt rund 8.500 hl und wird fast ausschließlich auf Fässer abgefüllt, von denen die meisten in die Klosterschänke ausgeschenkt werden. Ein kleiner Teil des Bieraustoß wird in 5- bis 50-Liter Fässern an Liebhaber verkauft.

Klosterbräuhaus Ursberg

Das Kloster Ursberg rechnet heute zur franziskanischen Sankt-Josef-Kongregation in Ursberg und befindet sich zwischen Thannhausen und Krumbach im Landkreis Günzburg in der Diözese Augsburg. Bereits 1623 erbaute das Kloster Ursberg eine eigene Braustelle, wo bis heute wird nach alten Rezepten traditionell mit Wasser aus dem eigenen Brunnen und Malz aus der eigenen Mälzerei Bier gebraut wird.

Ayinger Brauerei

Die Ayinger Brauerei braut seit Gründung 1878 im Süden von München sehr beliebte und ausgezeichnete bayerische Biere, die in zahlreichen Gaststätten und Biergärten in Bayern und in München ausgeschenkt werden. Ein Klassiker aus der Ayinger Brauerei ist vor allem das Jahrhundertbier, das national und international immer wieder für Auszeichnungen sorgt. Weiterlesen

Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan

Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan befindet sich auf einer Anhöhe im Freisinger Stadtteil Weihenstephan und gilt als die älteste noch aktive Brauerei der Welt.

 

Gründung der Brauerei Weihenstephan

Die Geschichte der bayerischen Braukunst beginnt hier im Freisinger Stadtteil Weihenstephan, wo der heilige Korbinian schon im Jahre 725 mit zwölf Gefährten auf dem Nährberg ein Benediktinerkloster gründete und damit die Grundlagen der Braukunst in Bayern legte. Offizieller Beginn des Brauwesens in Weihenstepan war im Jahre 1040, nachdem Abt Arnold das offizielle Brau- und Schankrecht von der Stadt Freising erworben hatte. Auf dieser Basis beansprucht die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan das Recht, älteste bestehende Brauerei der Welt zu sein.

Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan

Anno 1516 erließ Herzog Wilhelm IV. von Bayern das Bayerische Reinheitsgebot, nach dem nur noch Wasser, Hopfen und Malz in bayerischen Bieren verarbeitet werden durften und begründete damit den Weltruf der bayerischen Biere und insbesondere der Spezialitäten aus der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan. Das Kloster Weihenstephan wurde im Zuge der Säkularisation 1803 aufgelöst und die zu diesem Zeitpunkt bestehende Brauerei fiel in den Besitz des Bayerischen Staates. Seit 1921 trägt die Brauerei den Namen Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan.

Sortiment der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan

Biersorten der Brauerei Weihenstephan

Biersorten der Brauerei Weihenstephan

Das Sortiment der Bayerischen Staatsbrauerei Weihenstephan enthält nahezu alle klassischen bayerischen Biersorten, aber der Schwerpunkt liegt ganz eindeutig beim typisch bayerischen Weißbier.

  • Weihenstephaner Hefeweißbier
  • Weihenstephaner Hefeweißbier Leicht
  • Weihenstephaner Hefeweißbier Dunkel
  • Weihenstephaner Hefeweißbier Alkoholfrei
  • Weihenstephaner Kristallweißbier
  • Weihenstephaner Original Bayerisch Mild
  • Weihenstephaner Korbinian Doppelbock
  • Weihenstephaner Pilsner
  • Weihenstephaner Tradition
  • Weihenstephaner Festbier
  • Weihenstephaner Vitus

Technische Universität München-Weihenstephan

1919 wurde die ehemals landwirtschaftliche Zentralschule von Schleißheim zur Hochschule für Landwirtschaft und Brauerei erhoben und 1930 in die Technische Universität München eingegliedert. Weihenstephan entwickelte sich so zum Zentrum der Brautechnologie weltweit mit der wohl einmaligen Einrichtung eines Hochschulstudiums zum Braumeister, das zum Vorbild für viele Brauerei-Fachschulen auf der ganzen Welt wurde. So ist es keine Überraschung, wenn die TU München und ihre Aussenstelle in Weihenstephan das Non plus Ultra in der Ausbildung zum Braumeister ist.

Regiebetrieb des Freistaates Bayern

Heute ist die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan ein Vorzeigeunternehmen in der Rechtsform eines Regiebetriebes des Freistaates Bayern und zugleich ein modernes, nach privatwirtschaftlichen Maßstäben geführtes Unternehmen mit Absatzgebieten in der ganzen Welt. Die Bayerische Staatsbrauerei Weihenstephan ist immer noch Teil der Technischen Universität München und bietet ein Universitätsstudium zum Braumeister.

Allgäuer Brauhaus

Das Allgäu und die Allgäuer Brauhaus AG blicken auf eine lange Tradition im Bereich der Bierherstellung zurück. Historische Dokumente berichten bereits 1394 von der Stiftsbrauerei in Kempten und 1556 von einem Wirtshaus hinterm Berg nächst beim Stift mit dem ersten Bierkeller in Kempten, den es bis heute noch gibt. Weiterlesen