Geothermie-Kraftwerk Unterhaching

Das Geothermie-Kraftwerk in Unterhaching bei München ist eins der ersten und das bundesweit größte Erdwärmekraftwerk in Deutschland, das sogar für Bundesumweltminister Sigmar Gabriel ein prestigeträchtigtes Umweltprojekt ist.

Geothermie in Unterhaching

geothermie_unterhaching_1-300x224Das Geothermie-Projekt in Unterhaching spielt eine Vorreiterrolle bei der Nutzung und Erforschung der Erdwärme als langfristige Energiequelle der Zukunft. Für Bayern könnte die Erdwärme angesichts der vorteilhaften natürlichen Bedingungen zu einer der wesentlichen Energiequellen werden. Bislang ist die Erdwärme in Deutschland noch eher unbedeutend im Vergleich zu anderen Energieformen, aber konkurrrenzlos im Hinblick auf die Umweltbelastung. Laut Bundesumweltminister Gabriel spart Deutschland durch Energie aus Wind, Wasser, Sonne, Biomasse und Erdwärme derzeit rund 115 Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr und Ziel ist es, den Anteil der alternativen Energien am Bruttostromverbrauch bis 2020 auf 30 Prozent zu steigern. Geothermie, darunter auch das neu eröffnete Kraftwerk in Unterhaching wird dabei eine wichtige Rolle spielen.

Regenerative Energieform Geothermie

Geothermie oder Erdwärme ist die im zugänglichen Teil der Erdkruste gespeicherte Energie in Form von Wärme und zählt zu den regenerativen Energieformen. Geothermie bzw. Erdwärme kann sowohl direkt zum Heizen genutzt werden als auch zur Erzeugung von elektrischem Strom oder in einer Kraft-Wärme-Kopplung. Mit den gespeicherten Vorräten in den oberen 3 km der Erdkruste könnte man im Prinzip den derzeitigen weltweiten Energiebedarf für über 100.000 Jahre decken. Geothermie oder Erdwärme kann sowohl direkt genutzt werden, also beispielsweise die Wärme selbst, als auch indirekt nach entsprechender Umwandlung der Wärme in Strom in einem Geothermie- Kraftwerk. Die Schwierigkeit einer effektiven Nutzung besteht darin, dass die Abnehmer aus Sicht einer Optimierung der Wirkungsgrade möglichst nahe an einem Geothermie-Kraftwerk befinden müssen. Auch die alten Römer und Chinesen kannten schon die Vorteile eines schönen Warmbades. Heutzutage wird die Erdwärme in Verbindung mit Wärmepumpen in der Regel zum Heizen von Gebäuden sowie zur Warmwasserbereitung eingesetzt. Was man auf Anhieb eher nicht für wahrscheinlich hält ist die Tatsache, dass Geothermie auch zur natürlichen Kühlung von Gebäuden eingesetzt werden kann.

Im großen Stil wurde Geothermie zum ersten Mal 1913 in Larderello in der Toskana zur Stromerzeugung eingesetzt.

„Das jetzt eröffnete Kraftwerk in Unterhaching werde der geothermischen Stromerzeugung in Deutschland einen entscheidenden Schub verleihen. Die Geothermie-Branche sei ein gutes Beispiel für deutsche Innovationsfähigkeit. Wer kein Gold im Boden hat, muss sich halt um das Gold in den Köpfen kümmern.“

sagte Sigmar Gabriel anlässlich der feierlichen Eröffnung heute.

Das Geothermie-Kraftwerk zur Nutzung der vorhandenen Erdwärme in der Erdkruste unterhalb von Unterhaching soll 3,36 Megawatt Strom liefern und vor allem die Haushalte in Unterhaching mit Wärme versorgen. Auch der Umwelteffekt soll nicht außer Acht bleiben: die Geothermie-Anlage spart jährlich bis zu 40.000 Tonnen Kohlendioxid (CO2) ein. Das Geothermie Kraftwerk in Unterhaching ist modernste Technik in einem eher unscheinbaren Gebäude. Wer sich jedoch näher heranwagt, kann das Blubbern und Rauschen des Wasser hören.

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