Die Stadt München und ihre Geschichte

München ist die Landeshauptstadt des Freistaates Bayern und zugleich die größte Stadt im Süden Deutschlands. München entwickelte sich in rund 850 Jahren aus einer Klostersiedlung auf dem Petersbergl zu einer Millionenstadt und Hightech Metropole in Europa. Die erste Besiedlung begann im 8. Jahrhundert mit den Benediktiner Mönchen aus dem Kloster Tegernsee.

Blick auf den Viktualienmarkt in München

Blick auf den Viktualienmarkt in München

Die Stadt München und der Beginn ihrer Geschichte

Die Entwicklung zu einer Stadt begann im Jahre 1158, nachdem Herzog Heinrich der Löwe mit einigen Reitern die Brücke über die Isar bei den Föhringer Isarauen zerstörte, über die bis dahin der Salzhandel mit Markt- und Zollrecht zugunsten des Bischofs Otto von Freising verlief. Durch den anschließenden Augsburger Schied vom 14. Juni 1158 erhielt München das Recht zum Salzhandel mit Zollbrücke und Münze. Auf der Linie der heutigen Kaufinger Strasse vom Karlstor bis zum Marienplatz verlief von da an eine der wichtigsten Handelsstrassen in Süddeutschland.

1240 übernahm Otto von Wittelsbach die Stadt von den Freisinger Bischöfen, nach dem Heinrich der Löwe 1180 auf Veranlassung von Friedrich Barbarossa gestürzt war, weil er ihn 1176 auf seinem Feldzug gegen den Pabst in Italien im Stich gelassen hatte. 1314 wird der spätere Kaiser Ludwig der Bayer zum deutschen König gewählt und München erhält 1315 die Marktfreiheit, jedoch verbunden mit der Auflage, dass dieser Platz im Zentrum von München “auf ewige Zeiten” unbebaut bleibt. Heute erinnert noch der Fischbrunnen vor dem Neuen Rathaus an den Fischmarkt, der sich in diesem Teil auf dem Marktplatz befand.

Nach der Belagerung von München durch Ludwig VII. “Der Bärtige” von Ingolstadt wird das Herzogtum Bayern 1422 unter den Wittelsbacher Linien aus Landshut, München und Ingolstadt aufgeteilt. 1468 legen Bischof Sigmund und Bischof Tulbeck den Grundstein für die neue Frauenkirche, die 1525 mit den “Welschen Tauben” auf den Türmen zum Wahrzeichen der Stadt München wird. Biertrinker kennen das Reinheitsgebot, dass 1487 zunächst für die Stadt München erlassen und 1516 von Herzog Wilhelm IV. in Ingolstadt zum Bayerischen Reinheitsgebot erweitert wurde. Ab diesem Zeitpunkt dürfen in ganz Bayern nur noch Gerstenmalz, Hopfen und Wasser zum Bierbrauen verwendet werden. Heute ist das ehemals Bayerische Reinheitsgebot die älteste und wichtigste lebensmittelrechtliche Vorschrift, die in ganz Deutschland gilt und weltweiten Ruhm erlangt hat.

1516 wird Bayern auf Anordnung von Kaiser Maximilian wieder vereinigt und München bleibt Hauptstadt. Mit dem Verbot aller Schriften Martin Luthers durch Herzog Wilhelm IV. beginnt 1522 in Bayern die Gegenreformation, die 1618 im Dreißigjährigen Krieg mündete, ein Religionskrieg zwischen der Katholischen Liga und der Protestantischen Union und ein Konflikt der europäischen Mächte um Einfluß. Maximilian I führte die Katholische Liga an, die sich gegen die Union der protestantischen Reichsfürsten stellte. Nach ersten Siegen seines Feldherrn Tilly verschob sich der Krieg zunächst nach Norden, wo Tilly bei Rain am Lech auf den schwedischen König Gustav Adolf traf und in der Schlacht fiel. Die Truppen von Gustav Adolf marschierten zunächst bis Freising weiter und empfingen dort eine Delegation zu Verhandlungen um München. Die Belagerung von München endete erst am 7. Juni 1632, weil die mit Bayern und mit Maximilian I verbündeten kaiserlichen Truppen unter Wallenstein die protestantischen Truppen am 6. September 1634 bei Nördlingen besiegten. Der Dreißigjährige Krieg endete schließlich am 24. Oktober 1648 mit dem Westfälischen Frieden. Aus Dankbarkeit für das Wohl der Städte München und Landshut ließ Maximilian I. auf dem Marienplatz eine Mariensäule errichten.

Im Spanischen Erbfolgekrieg (1701−1714) um das Erbe des letzten spanischen Habsburger König Karl II. von Spanien stellt sich Kurfürst Max Emanuel auf die Seite der Franzosen, die gegen eine Allianz der österreichischen Habsburger mit Großbritannien kämpfte. 1702 verliert Bayern im Krieg gegen Österreich und Kurfürst Max Emanuel wird vertrieben. Letztlich gelang es jedoch den Franzosen, mit Philipp V. die bis heute amtierende Dynastie der Bourbonen auf den spanischen Thron zu bringen. Nach Ende des Krieges kehrte Kurfürst Max Emanuel aus seinem Exil in Brüssel zurück und verbündete sich wieder mit Österreich.

1789 ist das Jahr der Französischen Revolution und 1798 erreichen die Truppen von Napoleon auch München und 1800 erfolgt der Einmarsch. Infolge der militärischen Erfolge Napoleons verloren einige Territorien des Heiligen Römischen Reiches ihre linksrheinischen Gebiete und erhielten mit dem Reichsdeputationshauptschluss von 1803 die kirchlichen Reichsstände. In Bayern wurde die Säkularisation kirchlicher Güter in den Jahren 1802 und 1803 durchgeführt. Am 25. Januar 1802 verfügte Kurfürst Max IV. Joseph die Aufhebung fast aller Klöster in Bayern, insbesondere die Bettelorden der Dominikaner, Franziskaner, Kapuziner, Augustiner und Karmeliten. Auch die Hochstifte Augsburg, Bamberg, Freising und Würzburg sowie Teile der Hochstifte Eichstätt und Passau mit den jeweiligen Klöstern waren betroffen. Das Vermögen der Klöster wurde in der Regel zugunsten des Staates enteignet und teilweise an Privatleute verkauft. 1806 erhebt Napoleon Bayern zum Königreich und Kurfürst Max IV. Joseph wird 1. Bayerischer König.

Anlässlich der Hochzeit des Kronprinzen Ludwig mit Therese von Sachsen-Hildburghausen wird in München am 12. Oktober 1810 das 1. Oktoberfestfest mit Feiern in der Stadt und einem Pferderennen auf der heutigen Theresienwiese veranstaltet. Ludwig I. wird 1825 König von Bayern und zeigt sich in München als großer Bauherr. Seine Baumeister Friedrich von Gärtner und Leo von Klenze gestalten München nach seinen Vorstellungen. Zahlreiche Gebäude an der Ludwigstrasse, auf dem Königsplatz und Gärtnerplatz sowie die Feldherrnhalle auf dem Odeonsplatz gehen zurück auf König Ludwig I. 1826 zieht die 1427 in Ingolstadt gegründete Universität nach München um und wird als “Ludwig-Maximilians-Universität” benannt. 1848 muss Ludwig I. wegen seiner Affäre mit Lola Montez abdanken. Es folgten die Gründerjahre in München. 1896 und 1900 sind die Jahre des Fußballs. Es entstehen der TSV 1896 München und vier Jahre später der FC Bayern München. 1916 schließen sich die Rapp Motorenwerke und die Gustav Otto Flugmaschinenfabrik zur “Bayerischen Motoren Werke AG” zusammen und bauen zunächst weiterhin Flugzeugmotoren, ab 1923 auch Motorräder.

Nach der Niederschlagung der Revolution kommunistischer Rebellen vom 08. November 1908 unter Anführung durch Kurt Eisner gründen Anton Drexler und Michael Lotter am 05. Januar 1919 die Deutsche Arbeiterpartei, die sich auf Wunsch des 55. Mitglieds Adolf Hitler am 24. Februar 1920 in NSDAP umbenennt. Es beginnt die Zeit des Nationalsozialismus unter der Führung von Adolf Hitler, der Deutschland in den 2. Weltkrieg führte. Am 30 April 1945 marschiert die US Armee in München ein, nachdem die Stadt von den Bomben nahezu zerstört wurde.

1965 beginnen in München die Bauarbeiten für die Münchner U-Bahn, die heute die gesamte Stadt mit Strecken durchzieht. 1972 finden in München die Olympischen Spiele statt. am 26. September 1980 wird das Oktoberfest München Schauplatz des verheerendsten Bombenanschlag in der deutschen Geschichte. Der rechtsextreme Gundolf Köhler wird als Täter ermittelt, aber bis heute gibt es viele Stimmen, dass dieser nicht alleine gehandelt hat. 1992 wird der neue Flughafen im Erdinger Moos eröffnet. 2001 feiert der FC Bayern München erstmals das Triple “Deutscher Meister, Europapokal und Weltpokal”. 2010 feiert das Oktoberfest München sein 200-jähriges Jubiläum.

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