Die Isar

Die Isar ist die meiste Zeit des Jahres ein ruhiger und zahmer Fluss im südlichen Teil Bayerns, aber bei entsprechendem Hochwasser kann er auch seine gefährliche Seite zeigen, was immer wieder der Fall ist.

Isar

Woher kommt eigentlich das ganze Wasser, das die Isar durch München, Freising und all die anderen bayerischen Städte durchführt? Bei dieser Frage müssen die meisten ehrlich gestehen, dass sie wenig Ahnung von einem der schönsten Flüsse Bayerns haben. Die Isar ist nicht nur einer der wenigen Flüsse Europas, in denen man nahezu vorbehaltlos baden kann, sondern auch beliebtes Revier für Betriebsausflüge. Für die Einwohner Münchens sind die Isarauen grünes Naherholungszentrum mit unzähligen Möglichkeiten zum Baden, Grillen und Relaxen. Der Fluß entspringt im Tiroler Karwendelgebirge und quert die Grenze zwischen Deutschland und Österreich bei Scharnitz und Mittenwald. Auf dem weiteren Weg fließt sie durch die Städte

  • Bad Tölz,
  • München,
  • Freising,
  • Moosburg,
  • Landshut,
  • Dingolfing,
  • Landau an der Isar und
  • Plattling

und mündet dann bei Deggendorf in die Donau. Die Isar entwässert einen großen Teil des Karwendelgebirge und der bayerischen Alpen in die Donau. Im Durchschnitt führt der Fluß eine Wassermenge von 200 Kubikmeter pro Sekunde. Mit etwa 295 Kilometer ist die Isar gemessen an der Länge einer der längsten Flüsse in Bayern nach Donau, Inn und Main. Wichtige Nebenflüsse sind die Loisach und die Amper. Über die Herkunft des Namens ist man sich noch nicht ganz einig. Am sinnvollsten scheint die Erklärung, dass sich der Name aus dem Indogermanischen “es” oder “is” ableitet, das mit “fließendes Wasser” zu übersetzen ist.

Die Isar als Transportweg

Historisch gesehen ist die Bedeutung der Isar für die Entstehung der Stadt München überaus wichtig. Nur an wenigen Stellen gab es Brücken den Fluß, so eben auch in der Nähe der heutigen Stadt München. Über diese Brücke verlief die Salzstrasse, die den jeweiligen Herrschern erträgliche Einnahmen aus dem Zoll einbrachten. Ferner diente die Isar ab dem 17. Jahrhundert als wichtiger Verkehrsweg zwischen Mittenwald, Wien und Budapest, um Früchte, Gewürze, Baumwolle und Seide aus dem Süden mit Flössen in den Osten zu transportieren. Heute transportieren die Flösse auf der Isar eine Menge Touristen, die bei so einer Flossfahrt eine Menge Spass haben. Auch als Betriebsausflug ist eine Floßfahrt auf der Isar sehr beliebt.

Floßfahrt auf der Isar

Floßfahrt auf dem Isarkanal von sanfamedia.com (CC-BY-SA 3.0)

Hochwasserschutz entlang der Isar

Der Hochwasserschutz entlang der Isar ist nach wie vor ein wichtiges Thema. Während man ab 1800 damit begann, die Isar zu kanalisieren, geht heute der Trend wieder zur Natur. Der Hochwasserschutz im Bereich der Isar beginnt bereits kurz nach Mittenwald mit einem kleineren Stausee und einer Ableitung für das Walchenseekraftwerk, gefolgt vom Sylvensteinsee, wo die Isar ebenfalls zur Stromerzeugung eingesetzt wird. Insgesamt befinden sich 28 Kraftwerke an der Isar. Auch in München sind derzeit die Maßnahmen im Rahmen des bayerischen Hochwasserschutzes in der Isar überall sichtbar. Insbesondere in der Innenstadt von München wird derzeit überall geschaufelt und gebaggert. Es geht insbesondere darum, der Isar wieder mehr Raum zu geben und den Charakter als wilden Fluss zurück zu geben. Als wichtigste Maßnahme des Hochwasserschutzes dient jedoch nach wie vor der künstliche Sylvensteinsee, der nur 1999 und 2005 nicht mehr ausreichte, um Städte und Gemeinden am Unterlauf der Isar vor dem Hochwasser zu schützen. Ein ebenso wichtiges Thema wie der Hochwasserschutz ist die Wasserqualität der Isar, die durch Aufrüstung vieler Klärwerke entlang der Isar deutlich gesteigert werden konnte. 2005 wurde die Isar offiziell zum Baden freigegeben, wobei die Belastung mit Keimen gerade in niederschlagreichen Phasen nicht gleichbleibend gewährleistet werden kann. München verfügt damit neben Bern in der Schweiz als eine der wenigen Großstädte in Europa über einen badetauglichen Fluss im Stadtgebiet.

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