Alpenüberquerung

Eine Alpenüberquerung ist für viele Abenteurer aus Bayern ein lang gehegter Traum und hier meine ich nicht die Alpenüberquerung mit dem Auto und den coolen Pirelli Reifen über den Brenner, die längst kein großes Abenteuer mehr darstellt.

Bayerische Alpen am Tegernsee

Bayerische Alpen am Tegernsee

Seit Jahrtausenden gab es immer wieder Abenteurer, Wissenschaftler, Händler oder Heerführer, die zu Fuß die Alpen überqueren wollten oder mussten. Die legendärste Alpenüberquerung gelang Hannibal während des 2. Punischen Krieges im Jahre 218, als er im Winter mit rund 50.000 Soldaten, 9.000 Reitern und fast 40 Elefanten über die Alpen wanderte, um anschließend die Streitmacht aus Rom anzugreifen. Berühmte Heerführer des Römischen Reiches und Napoléon I. legten für ihre militärischen Zwecke immer mehr Straßen über die Alpen an, von denen viele heute noch vorhanden sind, z.B. die Route über den Col de Montgenèvre, den Grossen Sankt Bernhard, den Splügenpass oder den Reschenpass. Heutzutage ist es zwar nicht mehr mit unmittelbarer Lebensgefahr verbunden, zu Fuß die Alpen zu überqueren, aber immer noch eines der großen Abenteuer der Menschheit. Eine der interessantesten Routen zu Fuß über die Alpen ist sicherlich die Ludwig Grassler Route von München nach Venedig, die auch schon literarisch gut erschlossen ist. Daneben gibt es eine zweite Gruppe von Abenteurern, die von einer Alpenüberquerung mit dem Fahrrad oder dem Mountain-Bike träumen, auch sehr interessant und etwas schneller als zu Fuß.

Oberstdorf aus der Luft

Oberstdorf aus der Luft

Eine Alpenüberquerung ist jedoch auch für diejenigen möglich, die sich weder zu Fuß noch auf dem Rad abrackern wollen und dennoch nicht auf den Genuß einer solchen Tour über die Bergspitzen der Alpen verzichten wollen. Es ist sozusagen der “heiße Ritt über die Alpen im Heißluftballon”. Kann man sich etwas schöneres vorstellen als einmal die Alpen von oben aus dem Ballon anzuschauen und die Namen ihrer Berggipfel zu erraten, ein Glas Sekt zu trinken und sich einfach nur wohl zu fühlen. Bei einer Alpenüberquerung im Heißluftballon ist das Wetter wie immer beim Ballonfahren das A und O und äußerst wichtig zum Gelingen der Ballonfahrt. Zunächst einmal müssen am Boden niedrige Windgeschwindigkeiten herrschen, damit der Ballon aufgebaut werden kann. Nach dem Start steigt man auf mindestens 4.000 Meter Höhe und benötigt einen strammen Wind mit mind. 100 km/h, damit man den Alpenhauptkamm in einer bestimmten Zeit und dem vorhandenen Gasvorrat überqueren kann. Während man zu Fuß schon mal bis zu 4 Wochen über die Alpen unterwegs ist, schafft der Ballon die Strecke in drei bis vier Stunden bis nach Italien. Gelandet wird in den Gegenden rund um den Gardasee oder noch weiter südlicher in Richtung Venedig. Dank der Ballonfahrer in Bayern muss eine Alpenüberquerung also kein Traum bleiben.

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