Oktoberfestbier und wie es schmeckt

Auf dem Oktoberfest werden nur die folgenden großen Münchner Brauereien zugelassen, um die Festzelte mit Oktoberfestbier zu beliefern, darunter Augustiner, Hacker-Pschorr, Hofbräu, Löwenbräu, Paulaner und Spaten.

Augustiner | Hacker-Pschorr | Hofbräu | Löwenbräu | Paulaner | Spaten

oktoberfestbiere

Oktoberfestbiere der großen Münchner Brauereien von sanfamedia.com (CC-BY-SA 3.0)

Oktoberfestbier der Münchner Brauereien

Bier ist zwar bekanntlich Geschmackssache, aber trotzdem gibt es erhebliche Qualitätsunterschiede zwischen den einzelnen Münchner Brauereien und deren Bier, das in den Festzelten auf der Wiesn ausgeschenkt wird. Oktoberfestbier wird speziell für das Oktoberfest in München gebraut, entspricht dem Münchner Reinheitsgebot und ist mit einem Alkoholgehalt von ca. 6% etwas stärker ein übliches Helles. Auch der Stammwürzegehalt ist etwas höher und beträgt mindestens 13,5%.

Oktoberfestbier im Test

Neben einer eigenen Verkostung habe ich als Quellen für Testberichte bierverkostung.de, biertest.de und biertest-online.de ausgewählt. Aus dem Büchermarkt habe ich das Buch 2000 Biere vom deutschen Bierpabst Michael Rudolf hinzugezogen.

So wurden die sechs Münchner Brauereien bewertet:

Bierverkostung.de: Schulnotensystem von 1 bis 6 (1= sehr gut, 6 = sehr schlecht),
biertest-online.de: Punktesystem von 1 bis 15 (1 = sehr schlecht, 15 = sehr gut),
Michael Rudolf: 3 Daumen hoch = sehr gut, 3 Daumen runter = sehr schlecht.

Augustiner

Augustiner EdelstoffWährend das Augustiner Exportbier Edelstoff unumstritten zu den besten Bieren der Brauerei gehört, ist das Augustiner Oktoberfestbier auf der Wiesn zwar sicher das beste Oktoberfestbier, aber als „bester Tropfen unter den Bieren“ wird es nicht in die Geschichte eingehen. Davon abgesehen muss man zwischen dem Oktoberfestbier aus der Flasche und dem Oktoberfestbier auf der Wiesn deutlich unterscheiden, da letzteres noch aus dem Fass ausgeschenkt wird und daher deutlich frischer und geschmackvoller ist. Die Bewertung bezieht sich daher ausschließlich auf das Oktoberfestbier aus der Flasche, die im oberen Drittel des Etiketts mit einem großen Schriftzug „Oktoberfest Bier“ gekennzeichnet ist. Darunter ist das Augustiner Festzelt mit einem Turm zu sehen, der seit Ende des 2. Weltkriegs erstmalig wieder auf dem Oktoberfest 2010 zu sehen war. Auffällig beim Augustiner-Bier ist das „komische Gefühl in der Birne“ am nächsten Tag, wenn man die eine oder andere Flache zuviel davon getrunken hat. Der Alkoholgehalt beträgt 6% und liegt daher im oberen Bereich.

Bei bierverkostung.de erhält das Augustiner Oktoberfestbier eine recht gute Durchschnittsnote von 2,5 mit folgendem Kommentar:

Recht helle Farbe, stark eingebrautes, bitteres Helles, das ganz nett gemachte Vorderetikett zeigt ein Motiv des Oktoberfest von 1926.

Bei biertest-online.de kommt Augustiner sogar noch eine Spur besser weg und erhält eine durchschnittliche Punktzahl von 11,26 (max 15).

Michael Rudolf kann dagegen nichts Gutes an Augustiner finden und bewertet mit einem Daumen runter und dem Kommentar:

Augustiner ist eine klitzekleine Strafe dafür, dass man sich aufs Septemberfest begibt. Wie Gerhard Strunz rührend ehrlich bestätigt, merkt man das Zuviel zu spät.

Hier muss man dem Kritiker Michael Rudolf entgegenhalten, dass eben jenes Augustiner auf dem Oktoberfest frisch gezapft aus dem Fass getrunken wird und nicht aus der Flasche. Und gerade hier schenkt Augustiner mit Abstand das beste Bier aus.

Hacker-Pschorr

Hacker FestzeltDas Hacker-Pschorr Oktoberfest Märzen kommt wie alle anderen auch in einer 0,5 Liter Flasche und ist ebenfalls ein goldfarbenes, untergäriges Spezialbier, das es nur anlässlich der Wiesn gibt. Der Alkoholgehalt beträgt 5,8%, die Stammwürze 13,7%. Eine Besonderheit aus dem Hause Hacker-Pschorr ist die Bügelflasche, die das Oktoberfest Märzen außerhalb der Wiesn zu etwas Besonderem macht. Das Etikett auf der Vorderseite enthält das Logo von „Hacker-Pschorr“ und den Namen des Produkts „Oktoberfest-Märzen“. In der Mitte prangt ein Abbild mit dem Himmel der Bayern, wobei das Motiv leider nur bei sehr genauem Hinsehen zu erkennen ist. An Zutaten enthält das Hacker-Pschorr Oktoberfest Märzen gemäß bayerischem Reinheitsgebot Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hopfenextrakt(?).

Bei bierverkostung.de erhält das Oktoberfest Märzen eine recht gute 2,5 Benotung.
Bei biertest-online.de schneidet das Hacker-Pschorr mit durchschnittlich 10,07 etwas schlechter ab als das Augustiner Oktoberfestbier.

Auf der Wiesn gehören die Biere von Hacker-Pschorr zu den Favoriten, zumal es ein paar Prozentpunkte weniger Alkohol enthält.

Hofbräu

hofbräuDas Hofbräu Oktoberfestbier kommt in einer 0,5 Liter Bierflasche. 
Das vordere Etikett enthält die typischen Elemente der Hofbräu Biersorten wie das HB Logo in runder Form und das eher bräunliche Aussehen. Mittig ist „Hofbräu Oktoberfestbier“ zu lesen, darunter das Hofbräu Festzelt mit der Brauereikutsche und den Brauerei-Pferden davor und der Frauenkirche im Hintergrund. Gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot mit Wasser, Gerstenmalz und Hopfen enthält das Hofbräu Oktoberfestbier 6,3% Alkohol. Der Anteil der Stammwürze ist leider weder auf der Flasche noch auf der Homepage angegeben, aus meiner Sicht nicht sehr kundenfreundlich, da die Stammwürze doch recht interessant für die Qualität eines Bieres ist.

Bei bierverkostung.de wird der Geschmack bei Hofbräu mit 3,25 eher unterdurchschnittlich bewertet und folgendem Kommentar:

Kräftig gelb, malziger Antrunk – nicht allzu vollmundig, leichtes Siruparoma wie es auch bei einigen hellen, bayrischen Böcken auftaucht. Leicht alkoholischer und nicht besonders gelungener Abgang, teilweise unterdurchschnittliches Oktoberfestbier.

Bei biertest-online.de erhält Hofbräu durchschnittlich 9,93 Punkte (max 15) und kann auch dort insgesamt nicht überzeugen.

Michael Rudolf empfindet das Hofbräu dagegen recht gelungen und zeigt einen Daumen hoch mit folgendem Kommentar:

Das Hofbräu Oktoberfestbier ist sehr anständig bis exquisit, ein kleines Fest für sich, hier kann bei der Autopsie allemal interpoliert werden.

Auf der Wiesn ist das Oktoberfestbier von Hofbräu mittelmäßig prächtig.

Löwenbräu

loewenbraeu-festwagenDas Löwenbräu Oktoberfestbier ist eine untergärige Wiesn-Spezialität mit einem feinherb würzigen Geschmack. Es erscheint hell und blank und enthält 6,1% Alkohol und 13,7% Stammwürze. Gebraut wird das Löwenbräu nach Reinheitsgebot mit Wasser, Gerstenmalz, Hopfen und Hopfenextrakt(?). Das Oktoberfestbier ist erhältlich in einer schmalen Glasflasche, auf dem drei schöne blaue Etiketten kleben. Das obere auf der Vorderseite enthält das Logo der Löwenbräu Brauerei. Auf dem unteren Etikett ist der Löwe vom Löwenbräu Festzelt abgebildet, eingerahmt von 2 bayerischen Flaggen. Das hintere Etikett enthält die Angaben zur Brauerei und den Zutaten.

Bei bierverkostung.de erhält Löwenbräu nur eine durchschnittliche Note von 2,75.
Auch bei biertest-online.de kannLöwenbräu im Durchschnitt mit 9,61 Punkten nicht echt überzeugen.
Michael Rudolf sagt zu Löwenbräu nur:

Ganz schlimm.

Unser Fazit: Gelungenes Etikett, aber definitiv Verbesserungsbedarf beim Geschmack.

Paulaner

paulaner-bierdeckelDas Paulaner Oktoberfestbier wird ebenfalls nur anlässlich der Wiesn in der 0,5 Liter Flasche angeboten. Das Etikett der Flasche ist recht übersichtlich gehalten und zeigt das typische Paulaner Motiv und den Schriftzug in blau. Darunter in geschwungener Form „Oktoberfest Bier“. Gebraucht nach dem bayerischen Reinheitsgebot mit den Zutaten Wasser, Gerstenmalz, Hofen und Hopfenextrakt(?). Das Paulaner Oktoberfestbier enthält 6,0% Alkohol. Der Stammwürzegehalt ist auf der Flasche nicht angegeben. Auf der Homepage werden 13,7% Stammwürze angegeben, es ist jedoch einiges Suchen erforderlich.

Bei bierverkostung.de erhält das Paulaner eine recht gute Note von 2,25, also hier die Bestnote.
Bei biertest.de werden 5 Punkte vergeben, von maximal 10. Kommentar:

Die 6 % sind kaum zu merken. Das ist etwas gefährlich, aber Lust, davon mehr zu trinken hat man wohl nur auf dem Oktoberfest selbst – mangels Alternativen. Und, weil man seinen mühevoll ergatterten Sitzplatz im Bierzelt nicht so schnell wieder preisgeben will. Geschmacklich sehr durchschnittlich, durchaus aber mit längerem Schwänzchen.

Biertest-online.de bewertet das Paulaner Oktoberfestbier mit 10,71 Punkte im oberen Bereich.
Michael Rudolf hält beim Paulaner Oktoberfestbier 3 Daumen runter mit folgendem Kommentar:

Das 6 %-ige Paulaner Oktoberfestbier richtet auf dem nach ihm benannten Trinkmarathon eh nur Schaden an. Kein Wunder bei 13,7% Stammwürze. Mühsam fräsen die Zähne Schneisen durchs Schaumdickicht.

Spaten-Franziskaner

Spaten BräuNach Angaben der Spaten Brauerei wird schon im Frühjahr für das Oktoberfest gebraut. Das Bier ist erhältlich in der typischen 0,5 Liter Flasche und wird nach Reinheitsgebot mit Wasser, Gerstenmalz und Hopfen hergestellt. Das Spaten Oktoberfestbier enthält 5,9% Alkohol und 13,7% Stammwürze. Das Etikett der Flasche zeigt das typische Spaten Motiv und eine Brauereikutsche.

Bei biertest.de erhält Spaten nur 4 von maximal 10 Punkten und folgenden Kommentar:

Süß, mild, leicht seifig (Veilchen?); schwer und wohl kein Grund, zum Münchener Oktoberfest zu fahren.

Biertest-online.de vergibt an Spaten durchschnittlich 10,11 Punkte.

Michael Rudolf vergibt an Spaten 3 Daumen nach unten und zitiert E. Stoiber:

Das Spaten Oktoberfestbier verifiziert „die Maß als das Maß aller Undinge“.

Oktoberfest Festzelte

Festzelt Ochsenbraterei mit Spaten Bräu

Aus unserer Sicht sollte man sich folgenden Slogan zum Oktoberfest merken: Lass dir raten und trinke kein Spaten.