Trans-Eurasia-Express

Dank des Trans-Eurasia-Express rücken Bayern und China näher zusammen, zumindest wirtschaftlich, wobei vor allem die bayerischen Automobilfirmen von dem gemeinsamen Schienenprojekt zwischen Deutschland und China profitieren.

Trans-Eurasia-Express zwischen Deutschland und China

Im Februar 2009 sollte der Startschuss für den Trans-Eurasa-Express erfolgen, die direkte Zugverbindung zwischen Bayern und China. Wegen der aktuellen Wirtschaftskrise musste der Start regelmäßiger Güterzüge von und nach China jedoch verschoben werden, da die Gütermenge zwischen Deutschland und China für eine Auslastung regelmäßiger Güterzüge nicht ausreichend war. Seit November 2010 verkehrt im Auftrag von BMW immerhin einmal wöchentlich ein Containerzug von Wackersdorf in der Oberpfalz nach Shenyang in China. Das gleiche Ziel hat ein seit September 2011 fahrender weiterer täglicher Containerzug vom BMW-Werk in Leipzig über den dortigen Bahnhof Leipzig-Wahren. Durchschnittlich werden mit diesen Zügen 36 Container transportiert, wobei die Züge 23 Tage für die 11.000 km lange Strecke benötigen.

Direkte Zugverbindung zwischen China und Deutschland

Die Güterzüge von und nach China werden Shanghai und Peking auf der einen Seite und Nürnberg, Hamburg und Duisburg auf der anderen Seite verbinden. Das Angebot richtet sich insbesondere an Autobauer, Chemie und Hersteller von Haushaltsgeräten. Die Güterzüge legen dabei jeweils eine Strecke von ca. 10.000 Kilometer zurück und durchlaufen Russland, Weißrussland und Polen. Während ein Containerschiff von Deutschland nach China etwa 30 bis 35 Tage benötigt, fährt der Zug diese Strecke in 17 Tagen. Das bedeutet eine Halbierung der Transportzeit für Güter zwischen China und Deutschland. Auch die Sicherheit dieser Verbindung wird angesichts der zunehmenden Piraterie auf dem Seeweg mehr in den Vordergrund treten. Zuletzt sind auch die ökologischen Vorteile des Zugverkehrs nicht zu unterschätzen.

Die Planungen für eine derartige Zugverbindung zwischen Deutschland und China sind bereits einige Jahre alt. Im März 2005 kam schon ein Güterzug aus der inneren Mongolei in Deutschland an, wobei die Deutsche Bahn damals noch sehr überrascht war von dem Schienenexperiment. Es kam jedoch schnell Bewegung in dieses Experiment, als Bahnchef Hartmut Mehdorn das Projekt zur Chefsache machte. Seitdem waren bereits 5 Testzüge zwischen China und Deutschland unterwegs, um alle Weichen für den regelmäßigen und fahrplanmäßigen Verkehr zu stellen. Im Oktober 2008 traf der letzte Güterzug aus China ein, mit Gütern des Computerhersteller Fujitsu Siemens. Damals stellte Mehdorn fest:

„Die schienenbezogene Verbindung zwischen China und Deutschland ist nicht länger Vision, sondern Wirklichkeit“.

Das Schienenprojekt für den Güteraustausch zwischen China und Deutschland erregte damals großes Interesse bei den Städten und Kommunen. Zahlreiche Standorte haben sich als Zielbahnhof beworben. Wenig überraschend erhielten Hamburg im Norden und Duisburg im Westen den Zuschlag für einen Zielbahnhof an der Verbindung.

Knotenpunkt und Verteilzentrum Nürnberg

Doch auch im Süden setzte sich eine bayerische Stadt durch: In Nürnberg entsteht ein Knotenpunkt und Verteilzentrum für den Süden. Über Nürnberg wird auch der weitere Süden (insbesondere Österreich und Italien) an die Zugverbindung nach China angeschlossen. Mit dem italienischen Güterverkehrszentrum „Quadrante Europa“ in Verona wurde eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. Und für führende Fachleute ist vorstellbar, dass sich auch am anderen Ende der Zugverbindung in China weitere Staaten an diese Verbindung anschließen, wodurch sich die Bedeutung dieser Strecke nochmals steigern würde.

Nürnberg hat in diese Zugverbindung mit China eine Menge Geld investiert. So hat die öffentlich-rechtliche Hafen Nürnberg-Roth GmbH für 27 Millionen Euro eine neue Containerumschlaganlage zum Güterumschlag von Zügen auf Lkw gebaut. Auch das Güterverkehrszentrum der Deutschen Bahn soll bis Ende 2009 um eine weitere Anlage mit Kosten in Höhe von rund 32 Millionen erweitert werden.

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