Strafsache Uli Hoeneß

Seit Beginn des Strafverfahrens in der Strafsache Uli Hoeneß überschlagen sich die Ereignisse und jeden Tag kursieren neue Zahlen über die Höhe der Steuerhinterziehung durch die Medien, teilweise auch von Uli Hoeneß oder seinen Rechtsanwälten selbst in die Welt gesetzt.

Strafsache Uli Hoeneß

Bei der Beurteilung des Steuerfalls Uli Heoneß war stets ein deutliches Nord-Süd-Gefälle erkennbar. Während man in Bayern und insbesondere in München immer auf Gnade für den Präsidenten des FC Bayern München hoffte, obsiegte in weiten Teilen der restlichen Republik vor allem der Ruf nach “Gerechtigkeit” und gerechter Bestrafung. Bis zur Eröffnung des Strafverfahrens dominierte noch die Fraktion “Geldstrafe ja, aber keine Haft”, aber mit den immer neuen Erkenntnissen in den ersten Prozeßtagen erlebte der interessierte Zuschauer ein wahres Wechselbad der Gefühle. Kopfschütteln, Wut und ungläubiges Staunen. Kopfschütteln über die Zockermentalität eines Aufsichtsratsvorsitzenden Uli Hoeneß, Wut über die Hinhaltetaktik in den vergangenen Monaten und ungläubiges Staunen über die Höhe der Steuerhinterziehung, die am Ende im Raum stand. Schockartig waren die Bilder von Leonardo DiCaprio in der Rolle des “Wolf of Wall Street” präsent. Aus juristischer Sicht ist es für die Bemessung der Strafe ohnehin kaum noch von Bedeutung, ob Uli Hoeneß nun 3, 5, 18 oder 27 Millionen Steuern hinterzogen hat. Die Chancen auf eine strafbefreiende Wirkung der Selbstanzeige dürfte sich nach den ersten beiden Verhandlungstagen ohnehin in Luft aufgelöst haben. Es steht allenfalls die Frage im Raum, ob die Selbstanzeige und das Geständnis soviel Potential haben, eine Bewährungsstrafe zu erlangen.

Unvollständige Selbstanzeige

Nach den Eindrücken aus den Berichten über die beiden ersten Verhandlungstage in der Strafsache Uli Hoeneß bestehen jedoch kaum noch Zweifel, dass die Richter in erster Instanz zu einer Haftstrafe ohne Bewährung kommen. Selbst wenn man ihm zugesteht, die Selbstanzeige rechtzeitig beim Finanzamt Miesbach eingereicht zu haben, war sie offensichtlich doch in großen Teilen unvollständig. Da steht offenbar einer vor Gericht, der längst den Überblick über seine Zockerei an den Börsen verloren hat und nur noch nebenbei Vorsitzender eines Aufsichtsrats einer deutschen Aktiengesellschaft ist, an der die Crème de la Crème der deutschen Aktiengesellschaften Deutschlands beteiligt ist. Gleichzeitig darf bezweifelt werden, dass die Strafsache Uli Hoeneß vor dem Landgericht München rechtskräftig entschieden wird. Egal wie die Sache ausgeht – Bewährungsstrafe oder Haft – wird wohl eine der beiden Seiten Rechtsmittel gegen das Urteil des Landgerichts München einlegen.

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