Kloster Benediktbeuern

Das bayerische Kloster Benediktbeuern ist eine der bedeutendsten Einrichtungen der katholischen Kirche in Bayern und gehört zu den Hochburgen des katholischen Glaubens überhaupt.

Kloster Benediktbeuern

Kloster Benediktbeuern von sanfamedia.com (CC-BY-SA 3.0)

Kloster Benediktbeuern

Das Kloster Benediktbeuern ist nicht nur eine der ältesten kirchlichen Einrichtungen in Bayern, sondern auch eine der schönsten Klosteranlagen mit einer wunderschönen Klosterwirtschaft und einem herrlichen Biergarten, in dem man eine leckere Brotzeit mit Blick über das Kloster genießen kann. Vor einer imposanten Kulisse mit der Benediktenwand im Hintergrund liegt das Kloster Benediktbeuern im Alpenvorland von Oberbayern.

Gründung des Klosters Benediktbeuern

Die Gründung des Klosters Benediktbeuern im Jahr 739 geht zurück auf den Heiligen Bonifatius, der auch hier 750 die erste Kirche auf bayerischem Boden weihte. Der Heilige Bonifatius ordnete ab 738 n. Chr. mit Unterstützung des Papstes die kirchlichen Verhältnisse in Bayern und reorganisierte bzw. gründete die Bistümer Regensburg (739), Passau (739), Salzburg (739), Freising (739), Büraburg bei Fritzlar (741), Würzburg (741), Eichstätt (741) und Erfurt (742). Aus dem Kloster Benediktbeuern folgte eine wesentliche Alphabetisierung des Landes, in deren Rahmen unzählige Codices aus dem 8. und 9. Jahrhundert entstanden. Viele berühmte Theologen, Philosophen, Naturwissenschaftler und Künstler haben im Laufe der Jahrhunderte am Kloster Benediktbeuern gewirkt, das jedoch 1803 wie alle anderen kirchlichen Einrichtungen der Säkularisation in Bayern zum Opfer fiel.

Säkularisation in Bayern und Entdeckung der Carmina Burana

Im Zuge der Säkularisation in Bayern entdeckte 1803 der damalige Münchner Bibliothekar Johann Christoph von Aretin in der Klosterbibliothek die Carmina Burana, eine Sammlung von Vagantenliedern aus dem 13. Jahrhundert, die sich heute in der Bayerischen Staatsbibliothek befinden. Johann Christoph von Aretin hatte den Auftrag,  die Bestände der Bibliothek des Klosters nach München in die heutige Bayerische Staatsbibliothek zu überführen. Jeder kennt sollte die Vertonung der Carmina Burana von Carl-Orff aus dem Jahre 1903 kennen, der damit für die weltweite Bekanntheit dieser Lieder-Sammlung aus dem Kloster Benediktbeuern sorgte.

Nach der Auflösung des Klosters durch die Säkularisation fiel es zunächst in die Hände verschiedener Besitzer, bevor es 1818 vom Bayerischen Staat übernommen und für militärische Zwecke und als Gefängnis genutzt wurde.

Ordensgemeinschaft Salesianer Don Boscos

Seit 1930 nutzen die Salesianer Don Boscos die Klostergebäude als Niederlassung für ihre Ordensgemeinschaft. Aus der dort gegründeten Theologischen Studienanstalt ist die heutige Philosophisch-Theologische Hochschule Benediktbeuern entstanden. 1968 folgte die Höhere Fachschule für Sozialpädagogik der Salesianer Don Boscos, die 1971 in die Katholische Bildungsstätten für Sozialpädagogik in Bayern integriert wurde. Die Ordensniederlassung der Salesianer Don Boscos zählt insgesamt rund 50 Mitbrüder aus 13 Nationen, vonn denen rund 40 zum “Stammpersonal des Klosters gehören. Darunter befinden sich die Professoren und Dozenten der Philosophisch-Theologischen Hochschule sowie der Katholischen Stiftungsfachhochschule für Sozialwesen und die anderen Mitarbeiter den diversen Einrichtungen. Neben den Salesianern Don Boscos leben auch Studenten aus anderen Orden im Kloster Benediktbeuern, die sich dort auf eine Tätigkeit als Diakon vorbereiten. Und erwähnenswert sind die übrigen Interessenten, einmal “in ein Leben im Kloster hineinschnuppern wollen”.

Klosterwirtschaft und Biergarten

Bräustüberl Benediktbeuern mit BiergartenZu einem Besuch des Klosters Benediktbeuern sollte unbedingt auch ein Gang ins Klosterbräustüberl Benediktbeuern verbunden werden. Schon seit dem des 13. Jahrhundert wurde im Kloster Benediktbeuern Bier gebraut. Leider ist von dieser Tradition nur noch das Bräustüberl mit Klosterwirtschaft und Biergarten übrig geblieben. Geboten werden typisch bayerische Spezialitäten und Schmankerl, wobei die Kräuter und Gemüse direkt aus der Klostergärtnerei stammen, wo Düngemittel und Pestizide ein Fremdwort sind. Bei schönem Wetter bietet der Biergarten des Bräustüberls einen herrlichen Blick auf die Berge und die Klosterkirche. Hier lässt es sich bei einer bayerischen Brotzeit oder einem Frühschoppen mit einem kühlen Franziskaner Hefe Weißbier auch länger aushalten.

Bayerische Brotzeit mit Wurst und Käse

Bayerische Brotzeit mit Schinken und Wurst von sanfamedia.com (CC-BY-SA 3.0)

Jugendherberge im Kloster Benediktbeuern

In ehemaligen Gebäuden des Klosters ist auch die Don-Bosco Jugendherberge Benediktbeuern untergebracht, die dem Deutschen Jugendherbergswerk angeschlossen ist. Sie ist spezialisiert auf Klassenfahrten, Jugendfreizeiten, Expeditionen, Exkursionen und Hüttentouren. Die Jugendherberge ist mit mehr als 60.000 Übernachtungen pro Jahr eine bestens ausgelastete Jugendherberge Deutschlands. Die Jugendherberge bieten den jungen Gästen ein abwechslungsreiches Tagesprogramm, das Kultur, Ökologie und Sport beinhaltet. Besonders beliebt ist z.B. die Kanutour auf dem Kochelsee. Aber auch Bergwald- und Moorexkursionen und Geo-Caching sind beliebte Aktionen. Für die praktische Jugendarbeit wurde Mitte der 70er Jahre das sog. Aktionszentrum Benediktbeuern eröffnet, das sich vor allem auf Orientierungstage für Schulklassen und Offene Veranstaltungen für Jugendliche und Junge Erwachsene spezialisiert hat.

Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern

1988 wurde das Zentrum für Umwelt und Kultur Benediktbeuern errichtet. Es dient der Jugend- und Erwachsenenbildung zu in den Bereichen Umwelt und Kultur. Dazu gibt es ein Museum, Ausstellungen, Konzerte, Landschaftspflege, Biotope und Lehrpfade.

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