Hofbräuhaus München

In München steht ein Hofbräuhaus, oans, zwoa, gsuffa. Das berühmteste Gasthaus der Welt wurde im Jahre 1589 von Herzog Wilhelm V. von Bayern gegründet und ist heute eins der beliebtesten Attraktionen in München.

Hofbräuhaus München

Das Hofbräuhaus in München von sanfamedia.com (CC-BY-SA 3.0)

Eine Städtereise nach München ist für viele Touristen auch mit dem Besuch des Hofbräuhauses am Platzl verbunden, das sich inzwischen samt Brauerei im Eigentum des Freistaats Bayern befindet. Während sich auch die Brauerei bis 1896 hier am Platzl befand, wurde diese unter Prinzregent Luitpold zunächst nach Haidhausen verlegt, später ganz raus aus dem Stadtgebiet nach München-Riem.

Gründung Hofbräuhaus München

Hofbräuhaus MünchenGründer der Hofbräu Brauerei in München war Herzog Wilhelm V. der Fromme von Bayern, Beschützer des “einzig wahren katholischen Glaubens” und ausgewiesener Bierliebhaber. Vor Gründung seiner eigenen Hofbrauerei musste das Bier für seinen Hofstaat teuer aus der niedersächsischen Stadt Einbeck nach München importiert werden. Wegen der immensen Kosten hierfür und wegen des “falschen Glaubens in Niedersachsen” ließ der Herzog auf Anraten seiner Kammermeister und Räte am 27. September 1589 beschließen, in München ein eigenes Brauhaus zu errichten. Bauherr und erster Braumeister wurde Heimeran Pongraz aus dem Kloster Geisenfeld in der Hallertau. Diesem folgte der berühmte Braumeister Elias Pichler aus Einbeck, der 1614 das erste Bockbier im Herzoglich Braunen Hofbräuhaus zu München braute, das 1632 die Stadt München während des 30-jährigen Krieges vor der Zerstörung durch die Schweden bewahrte.

Gründung Hofbräuhaus am Platzl

Reiterstandbild Maximiliam Kurfürst von BayernFür das heutige Hofbräuhaus am Platzl ist dessen Sohn Kurfürst Maximilian I. von Bayern verantwortlich, in dessen Regierungszeit das Geschäft mit dem Weißbier boomte und für einen großen Teil der Einnahme der Wittelsbacher sorgte. Das Brauen von Weißbier mittels Weizen kam zwar schon Ende des 15. Jahrhundert aus Böhmen nach Bayern, konnte sich jedoch wegen des Bayerischen Reinheitsgebots von 1516 nicht verbreiten. Nur die niederbayerischen Adelsfamilien Degenberger und Schwarzenberger besaßen das Recht zum Bierbrauen unter Verwendung von Weizen. Im übrigen Bayern durfte gem. Bayerischem Reinheitsgebot von 1516 nur mit Hopfen, Malz und Wasser zum Brauen verwendet werden. Nach dem Tod des letzten Degenberger 1602 fiel der gesamte Besitz samt Braurecht an den Wittelsbacher Herzog Maximilian I. von Bayern, der in den folgenden Jahren in mehreren bayerischen Städten weitere “weiße Brauhäuser” errichten ließ, darunter auch 1607 das Weiße Brauhaus in München. Dank Weißbier-Monopol und Abnahmezwang der Gaststätten entwickelten sich diese zu lukrativen Geldquellen. König Maximilian II. Joseph von Bayern war es, der das Hofbräuhaus samt Brauerei 1852 schließlich dem Bayerischen Staat schenkte.

Verlegung der Hofbräu Brauerei nach Haidhausen

Hofbräuhaus MünchenEs folgte unter Prinzregent Luitpold 1896 die Verlegung der Brauerei zunächst nach Haidhausen, von wo sie nach einem Brand am 06. April 1987 nach München-Riem aus dem Stadtgebiet hinaus verlagert wurde. Das Hofbräuhaus am Platzl wurde nach der Verlagerung der Staatlichen Hofbräu Brauerei nach Haidhausen umfangreich umgebaut, dessen Planung und Durchführung die Architekten Jakob Heilmann und Max Littmann übernahmen. Die neue Brauerei im Münchner Stadtteil Haidhausen nahm am 10. August 1896 ihren Betrieb auf. Am Platzl wurde im Februar 1897 anstelle des alten Sudhauses die neu errichtete Schwemme eröffnet. Seitdem wird das Hofbräuhaus am Platz an Wirte verpachtet, seit 1980 an die Familie Sperger, aktuell an die Wirte Wolfgang und Michael Sperger.


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