Escada

Vor nicht allzu langer Zeit war das Münchner Modeunternehmen Escada die Marke für Hollywood, bevor die Marke von der indischen Millionärsfamilie Mittal übernommen wurde und zukünftig Bollywood kleidet.

Der Ausverkauf ehemaliger bayerischer Markenkonzerne geht weiter. Mitte August dieses Jahres musste der Vorstand der Münchner Escada AG Insolvenz beantragen. Die Damen unter unseren Lesern wissen sicher genau, dass Escada bis zuletzt zu den begehrtesten Modemarken gehörte und auch etliche Stars und Sternchen aus Hollywood einkleidete. Da die Damenmode aus dem Hause Escada aber leider auch sehr teuer war, konnten sich zuletzt immer weniger Frauen die exklusiven Kleider, Handtaschen oder Schuhe leisten. Hinzu kam, dass die Mode von Escada ihr Klientel auch nicht mehr so verzückte wie in den Jahren zuvor. Die Wirtschaftskrise hat dann schließlich zum Zusammenbruch geführt. Wenn man dennoch nicht auf stylische und moderne Schuhe verzichten will, der kann auch über diverse Internetportale günstige Schuhe bekommen.

Es war jedoch zu erwarten, dass die Marke Escada deshalb nicht untergehen wird. Interessenten für das Münchner Unternehmen gab es viele, zuletzt war es ein Duell zwischen zwei Lagern. Auf der einen Seite stand Zoe Appleyard-Ley, die Schwiegertochter der Firmengründer Margareta und Wolfgang Ley. Auf der anderen Seite kämpfte Megha Mittal, Schwiegertochter von Lakshmi Mittal, dem indischen Stahlbaron. Letzterer ist schon durch zahlreiche andere Firmenübernahmen auf der ganzen Welt bekannt geworden und ist eindrucksvollstes Beispiel für die wirtschaftliche in Indien in den vergangenen Jahren. Beide Frauen waren versorgt mit Dutzenden von Millionen Euro, die sie für das Modeimperium angeboten hatten. Gesprochen wird von 70 bis 80 Millionen Euro. Hinter Megha und ihrem Vater Lakshmi Mittal steht das Vermögen eines der 10 reichsten Menschen der Welt, Vorstandsvorsitzender von ArcelorMittal, mit einem geschätzten Vermögen von rund 19 Milliarden Euro.

Am Donnerstag ist offenbar die Entscheidung gefallen. Escada wird indisch und geht an die Familie Mittal. Die ehemalige Investmentbankerin Megha Mittal erklärte, dass sie mit dem aktuellen Management rund um Bruno Sälzer weiter zusammen arbeiten will. Das bedeutet wohl, dass die Änderung der Strategie des Unternehmens fortgesetzt wird, die Sälzer nach seinem Wechsel von Boss zu Escada bereits begonnen hatte. Danach sollte die Marke Escada als breite Luxus-Modemarke etabliert werden und sich von der absoluten Luxusklasse verabschieden.

In diesem Punkt unterschieden sich auch die Vorstellungen der beiden Bietergruppen, da die “Gruppe Ley” Escada weiterhin als Topluxusmarke in Konkurrenz zu Gucci, Prada oder Louis Vuitton führen wollte.

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