Brauereibesichtigung bei Paulaner

Eine Brauereibesichtigung bei Paulaner bietet wie bei den anderen Münchner Brauereien die Möglichkeit zur Besichtigung der Brauerei mit Führung. Bei Paulaner sieht man auch eine der ersten Kältemaschinen auf Basis des Erfinders Carl von Linde. Wie schon mehrfach berichtet wurde, will die Paulaner-Gruppe vom Nockherberg an den neu ausgewiesenen Brauerei-Standort in München Langwied umziehen. So gesehen besteht in den nächsten Monaten die letzte Gelegenheit, eine der ältesten Brauereien der Welt zu besichtigen. Und das ist nicht so dahin gesagt, da schon zu Beginn des Rundgangs durch die Produktionsstätten von Paulaner und Hacker-Pschorr ein echtes historisches Highlight auf die Besucher wartet: eine der ersten Kältemaschinen von Carl von Linde.

Historische Linde Kältemaschine

Historische Carl von Linde Kältemaschine bei Paulaner in München

Brauereibesichtigung bei Paulaner in München

Bevor Carl von Linde die Grundlagen der modernen Kältetechnik entdeckte und 1871 die erste Kältemaschine auf Basis von Methyläther (Dimethylether) entwickelte, bestand von 23. April bis 29. September ein absolutes Brauverbot in München. Das im Winter gebraute Bier wurde in den Münchner Bierkellern eingelagert und mit natürlichen Eisblöcken gekühlt. Diese Bierkeller gibt es vorwiegend unter dem Nockherberg und in Haidhausen. Die Erfindung der Kühltechnik war somit vor allem für Brauereien eine der wichigsten Errungenschaften deutscher Ingenieure.

Älteste, funktioniernde Kältemaschine der Welt

Paulaner ließ die Kältemaschine Nr. 22 und Nr. 23 von der Maschinenfabrik Augsburg (heute MAN SE) aufbauen. Sie beruht auf dem Patent von Carl von Linde auf Basis von Ammoniak. Es handelt sich um die älteste, funktionierende Kältemaschine der Welt. Mittlerweile steht sie unter Denkmalschutz. Die Kältemaschine steht in einem kleinen unscheinbaren Raum, den man über einen kleinen Steg über den Auer Mühlbach betritt. Ein kurzer Film über das Bierbrauen stimmt dann auf die Brauereibesichtigung thematisch ein. Anschließend geht es vorbei am Tiefbrunnen zum Sudhaus, das man leicht an den großen Sudkesseln erkennt.

Paulaner Sudhaus

Brauereibesichtigung bei Paulaner in München – Sudhaus

Hacker-Pschorr und Paulaner

hackerbräu-pschorrbräuDie meiste Zeit der Brauereibesichtigung befindet man sich jedoch tief in den Kellern unter dem Nockherberg, wo die Produktionsstätten der beiden Münchner Brauereien Paulaner und Hacker-Pschorr untergebracht sind. Es sind gerade diese Kleinigkeiten, die eine solche Brauereibesichtigung so wertvoll machen. Es sind die letzten Zeugnisse einer bewegten Geschichte der Münchner Brauereien. Ein Bierfass, das die beiden Münchner Brauereien Hackerbräu und Pschorrbräu noch als getrennte Brauereien in der Rechtsform von zwei Aktiengesellschaften ausweist. Nur noch eingefleischte oder historisch interessierte Münchner kennen die Geschichte von Hacker-Pschorr, deren Gründung offiziell auf das Jahr 1417 datiert. Viel wahrscheinlicher erfolgte die Gründung schon 1363 in der Sendlinger Str. 75 durch Ainweg Kirchler. Erst 1972 verschmolzen die beiden Brauereien Hackerbräu und Pschorrbäu zu Hacker-Pschorr, die später von der Schörghuber Unternehmensgruppe übernommen wurde und inzwischen Teil der Paulaner Gruppe ist.

brauereibesichtigung-nockherberg-keller

Brauereibesichtigung in den Kellern unter dem Nockherberg

Wenn man all diese Brauanlagen tief in den Kellern unter dem Nockherberg gesehen hat, fragt man sich, wie all das ausgebaut und nach München-Langwied verfrachtet werden soll. Jedenfalls war diese Brauereibesichtigung sehr interessant und lohnenswert, insbesondere das einzigartige Erlebnis der Keller im Nockherberg.

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