Streit um Brandhorst-Sammlung

Ein Streit um zwei bedeutende Werke des Künstlers Damien Hirst innerhalb der Brandhorst-Sammlung trübt die Freude über die baldige Eröffnung des Brandhorst Museums in München.

Die Brandhorst-Sammlung

brandhorst-museum

Rund drei Monate vor der geplanten Eröffnung des Museums Brandhorst in München wird der Sammler und Museumsgründer Udo Brandhorst mit einer Klage der New Yorker Galeristin Venetia Kapernekas konfrontiert. Es geht um zwei Objekte des Künstlers Damien Hirst, die zu den zentralen Elementen der Brandhorst Sammlung zählen. Zur Begründung führt Kapernekas an, dass der damalige Kauf der zwei Kunstobjekte Hirsts zum Teil von ihr mitfinanziert worden seien und ihr daher auch ein Miteigentum an den Werken zustehe. Delikat ist in der Anlegenheit, dass Brandhorst und Kapernekas angeblich eine Beziehung miteinander hatten. Um den Hintergrund dieses Streits zu verstehen, muss man wissen, dass Damien Hirst derzeit wie kaum ein anderer lebender Künstler große internationale Aufmerksamkeit genießt und der finanzielle Erfolg des Künstlers geradezu spitzenmäßig ist. Damien Hirst wurde 1965 in Bristol geboren und zählt zur Gruppe der Young British Artists, die dafür bekannt sind, dass sie sowohl die Produktion von Kunst beherrschen wie auch deren Vertrieb.

Damien Hirst

Vielen ist vielleicht der Totenschädel bekannt, den Damien Hirst am 1.06.2007 in der White Cube Gallery in London präsentierte, besetzt mit 8601 Diamanten. Auf der Stirn des Totenschädels platzierte Hirst einen Diamanten mit 52 Karat. Dieser Totenschädel namens “For the Love of God” wurde im August 2007 für 75 Millionen Euro verkauft. Damit schoß Damien Hirst an die Spitze und wurde schlagartig bekannt mit dem teuersten Werk zeitgenössischer Kunst. Auch das Objekt “Lullaby Spring” versteigerte das Auktionshaus Sotheby’s im Juni 2007 für etwa 14,5 Millionen Euro. Mit diesen und anderen bedeutenden Verkäufen aus seinem Werk gilt Damien Hirst als einer der reichsten Künstler überhaupt.

Brandhorst erkannte offensichtlich schon früh die Bedeutung dieses herausragenden Künstlers und erwarb dementsprechend Werke von ihm, unter anderem die Objekte „E.M.I.“, „Looking Forward to a Complete Suppression of Pain“, „Waste“, „Hymn“ und „In This Terrible Moment“. Eines der streitigen Objekte ist gerade das zuletzgenannte Werk «Hymn», das Brandhorst für die Gesamtsumme von etwa drei Millionen US-Dollar erworben hatte. Nach Schätzung von Kapernekas Anwälten sind die Arbeiten heute 20 bis 30 Millionen US-Dollar wert. Nun muss gerichtlich geklärt werden, ob Kapernekas zu Recht Ansprüche an den Hirst Werken geltend macht oder nicht.

Eröffnung des Brandhorst Museums in München

Das Museum Brandhorst soll Ende Mai 2009 eröffnet werden. Das Museum befindet sich auf dem Areal der Münchner Pinakotheken und entstand nach Entwürfen der Berliner Architekten Sauerbruch und Hutton. Auf einer Fläche von 3.200 m wird die Sammlung von Udo Brandhorst und seiner verstorbenen Frau gezeigt. Die Sammlung Brandhorst beinhaltet mehr als 700 Werke bedeutender Künstler des 20. und 21. Jahrhunderts, unter anderem so berühmte Namen wie Georg Baselitz, Cy Twombly, Sigmar Polke, Joseph Beuys und Andy Warhol. Es besteht also durchaus Grund zur Freude auf die Eröffnung des Museums in München, unabhängig davon, ob die beiden Hirst Werke ebenfalls ausgestellt werden oder nicht.

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