Oktoberfest als UNESCO Weltkulturerbe

Das Oktoberfest München soll nach der Vorstellung des Deutschen Schaustellerbunds Teil des UNESCO Weltkulturerbe werden. Nach Ratifizierung des von der UNESCO im Oktober 2005 beschlossenen “Übereinkommens über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen” könnte das bald sogar Realität werden.

UNESCO Weltkulturerbe

Insgesamt umfasst die Liste des UNESCO Welterbe aktuell 890 Denkmäler in 148 Ländern. Davon sind 689 als Kulturdenkmäler und 176 als Naturdenkmäler gelistet, weitere 25 Denkmäler werden sowohl als Kultur- als auch als Naturerbe geführt. Die Basis hierfür ist das Übereinkommen zum Schutz des Kultur- und Naturerbes der Welt, das am 16. November 1972 auf der 17. Generalkonferenz der UNESCO in Paris verabschiedet wurde und am 17. Dezember 1975 in Kraft treten konnte. Nach der Vorstellung der Nationen geht es dabei um die „Erhaltung wichtiger Teile des Kultur- und Naturerbe von außergewöhnlicher Bedeutung, die als Bestandteil des Welterbes der ganzen Menschheit erhalten werden müssen.”

Im Oktober 2005 hat die UNESCO im Rahmen des “Übereinkommens über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen” eine Erweiterung des schützenswerten Welterbe beschlossen. Zu den neuen Zielen dieses Übereinkommens der UNESCO gehören u.a. der Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen, die Schaffung der Voraussetzungen für eine freie Entfaltung vielfältiger Kulturen und deren Dialog sowie die Anerkennung besonderer kultureller Aktivitäten, Güter und Dienstleistungen als Träger von Identität, Werten und Sinn. Vereinfacht gesagt geht es um den Erhalt von Sprachen und Dialekten, Theater, Tänze und Gebräuche sowie kulturelle Feste und Veranstaltungen. Am 18. März 2007 konnte das Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen in Kraft treten, nachdem 12 Mitgliedstaaten der EU ihre Ratifizierungsurkunden hinterlegt haben. Nur Deutschland fehlt bislang auf der Liste der Unterzeichner.

Deutscher Schaustellerbund

Der Deutsche Schaustellerbund will daher den Druck auf die Bundesregierung erhöhen, dass nun endlich auch in Deutschland der rechtliche Rahmen geschaffen wird, um beispielsweise das Oktoberfest in München in die Liste des Weltkulturerbe aufzunehmen. Das Oktoberfest 2010 feiert in diesem Jahr immerhin sein 200-jähriges Bestehen, nachdem es im Oktober 1810 zu Ehren der Hochzeit des späteren König Ludwig mit Therese von Sachsen-Hildburghausen zum ersten Mal veranstaltet wurde. Inzwischen ist das Oktoberfest das größte Volksfest der Welt, zu dem jährlich rund 6 Millionen Besucher die Stadt München besuchen.

Volksfeste, Kirmessen und Weihnachtsmärkte in Deutschland sind Einrichtungen, wo Brauchtum, Tradition und Kultur gepflegt, Gemeinschaft erlebt und die volksnahe Unterhaltung aufrechterhalten wird. Der Deutsche Schaustellerbund hat daher ein Positionspapier entworfen, mit dem er den Druck auf Deutschland erhöhen will, endlich das von der UNESCO erlassene Übereinkommen über den Schutz und die Förderung der Vielfalt kultureller Ausdrucksformen zu ratifizieren. Das Oktoberfest München wäre neben der Wieskirche in Steingaden, der Würzburger Residenz und den Stadtzentren von Regensburg und Bamberg die 5. Einrichtung in Bayern, die von der UNESCO als Weltkulturerbe anerkannt wird.

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