Augsburger Puppenkiste

Die Augsburger Puppenkiste ist das wohl berühmteste Marionettentheater der Welt und befindet sich im historischen Heilig-Geist-Spital in der Augsburger Altstadt. Zahlreiche Produktionen der Augsburger Puppenkiste erlangten Kultstatus und erfreuten Millionen von Kinderherzen, insbesondere die Stücke über Jim Knopf und Urmel.

 

Walter Oehmichen und die Augsburger Puppenkiste

Augsburger Puppenkiste

Augsburger Puppenkiste

Gründer der Augsburger Puppenkiste waren Walter Oehmichen, seine Frau Rose Oehmichen und ihre Töchter Hannelore und Ulla, die 1943 kurz vor Kriegsende ein kleines Marionettentheater in Augsburg eröffneten. Damals handelte es sich noch um eine kleine Bühne, die in einem Türrahmen aufgebaut werden konnte. Nach Ende des 2. Weltkriegs fand Walter Oehmichen im ehemaligen Heilig-Geist-Spital einen geeigneten Raum, um dort eine ständige Spielstätte der Augsburger Puppenkiste zu eröffnen. Bei der Premiere wurde “Der gestiefelte Kater” aufgeführt. Puppenspieler und Sprecher waren junge Augsburger Schauspieler, darunter auch Manfred Jenning, der in der Augsburger Puppenkiste schon bald eine tragende Rolle übernahm. Zunächst schnitzte Walter Oehmichen die Marionetten selbst, übergab diese wichtige Aufgabe aber bald an seine Tochter Hannelore. Oehmichen hatte das Schnitzen während des Krieges von einem Holzbildhauer gelernt. Unter den talentierten Händen seiner Tochter Hannelore entstanden viele „Stars an Fäden“. Ihre erste Figur schnitzte Hannelore bereits im Alter von nur 13 Jahren, noch heimlich, weil sie das scharfe Schnitzmesser eigentlich nicht hätte benutzen dürfen. Ihre erste bekannte Figur war “Der kleine Prinz“. Bei der Premiere führte Hannelore den gestiefelten Kater ein. Walter Oehmichens Frau Rose kleidete die Puppen ein und übernahm als Sprecherin viele Mutter- und Großmutterrollen.

Hannelore Oehmichen und die Augusburger Puppenkiste

Zum 25. Jubiläum im Jahre 1973 übernahmen Hannelore Oehmichen und ihr Mann Hanns-Joachim Marschall – Schauspieler und ebenfalls lange Jahre in der Augsburger Puppenkiste tätig – die Leitung des Marionettentheaters. 1977 starb Walter Oehmichen, der bis zu seinem Tode dem Theater helfend beistand. Rose Oehmichen starb 1985 und Tochter Hannelore wurde Inhaberin der Augsburger Puppenkiste.

Seit Anfang der 1980er arbeitete Klaus Marschall – Sohn von Hannelore Oehmichen und Hanns-Joachim Marschall – im Theater mit und übernahm 1992 die Leitung von seinen Eltern. Hanns-Joachim Marschall zog sich aus dem Theater zurück und starb 1999. Seine Frau Hannelore aber schnitzte weiter die Figuren und stand immer wieder helfend auf der Spielbrücke. Klaus’ Bruder Jürgen stieg Anfang der 1990er in den Betrieb ein und unterstützte seine Mutter bei der Puppenherstellung. Nach ihrem Tod am 16. Mai 2003 trat er ihr Erbe an.

Die Spielstätte am Roten Tor in Augsburg wurde im Laufe der Jahre für das Theater räumlich sehr eng. Im Rahmen der Sanierung des Heilig-Geist-Spitals und Planungen für einen „Kulturpark Rotes Tor“ wurden 2000 von der Stadt Augsburg weitere Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt sowie ein neuer Theatersaal eingerichtet, dem alten gegenüber liegend.

Klassiker der Augsburger Puppenkiste

Zu den Klassikern der Augsburger Puppenkiste zählten:

  • Die Muminfamilie (1959/60, zwei Staffeln)
  • Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer (1961/62)
  • Der kleine dicke Ritter (1963)
  • Klecksi, der Tintenfisch (1963)
  • Kater Mikesch (1964)
  • Urmel aus dem Eis (1969)
  • Löwe-Trilogie (1965–1967)
  • Räuber Hotzenplotz (1967)
  • Bill Bo (1968)
  • Don Blech und der goldene Junker (1973)
  • Urmel spielt im Schloss (1974)
  • Lord Schmetterhemd (1978)

Zu einem der meist verfilmten Autoren der Augsburger Puppenkiste wurde bis dahin Max Kruse. Die Drehbücher zu all den Fernseherfolgen stammten von Manfred Jenning, der ab 1970 mit Kleiner König Kalle Wirsch auch die Regie für die Fernsehstücke von Harald Schäfer übernahm.

Augsburger Puppenkiste in den 1980er/90er

Nachfolger von Manfred Jenning in den Fernsehproduktionen wurde Sepp Strubel. Bereits seit Anfang der 1960er war Strubel als Sprecher für die Augsburger Puppenkiste tätig. Es folgten folgende Werke:

  • Denk und Dachte (1972–1976)
  • Die Opodeldoks (1980)
  • 5 auf dem Apfelstern (1981)
  • Der kleine Roboter Schlupp vom grünen Stern (1986/87)
  • Das Burggespenst Lülü (1992)
  • Der Zauberer Schmollo (1993)
  • Der Raub der Mitternachtssonne (1994)

Augsburger Puppenkiste seit dem Jahr 2000

  • Lilalu im Schepperland (2000/01 mit insgesamt 13 Folgen)
  • Augusta Kasperlicorum (2004)
  • Ralphi (2005/06)
  • Augusta Mozarteum (2006)

Eine Reaktion auf “Augsburger Puppenkiste

  • Januar 6, 2012 at 2:55 pm
    Permalink

    Nicht vergessen sollte man das Augsburger Puppenkisten Museum. Hier erfährt man alles über die Geschichte der Augsburger Puppenkiste und natürlich über die vielen Stücke mit ihren Puppenstars…

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