Almabtrieb und Viehscheid in Bayern

Aufkranzt werd zum Almabtrieb in Bayern im Herbst. Traditionell zum Ende September beginnt in Bayern der Almabtrieb bzw. Viehscheid, wie man in Bayern die Überführung des Weideviehs von den Almen ins Tal nennt.

Almabtrieb nach Bad Kleinkirchheim

Almabtrieb nach Bad Kleinkirchheim by badkleinkirchheim / flickr.com (CC-BY-SA 2.0)

Ist der Sommer sowohl für das Vieh wie für den Bauern bzw. Senner gut und ohne Verletzung verlaufen, wird das Weidevieh für den Almabtrieb festlich mit Blumengebinden geschmückt oder aufkranzt, wie man in Bayern sagt. In vielen Gegenden Bayerns wird der Almabtrieb von Musik- und Tanzveranstaltungen begleitet, während die Kranzkuh ihre Herde ins Tal und ihr Winterquartier führt. Für den Kopfschmuck der Tiere wird traditionell der Almrausch (Alpenrose) oder Latschenkiefer verwendet, sowie die Silberdistel und Seidenblumen. Während der Almabtrieb im Allgäu Viehscheid heißt, nennt man ihn im Berchtesgadener Land Hoamfahrn.

Bayerische KuhDer Almabtrieb der Kühe, Schafe und Ziegen von den Weiden der Bayerischen Alpen gehört zu den ältesten Traditionen in Bayern und wird jedes Jahr feierlich begangen. Dabei werden die Tiere beim traditionellen Viehscheid bunt geschmückt, von den Bauern empfangen und in ihre Ställe geführt. Begleitet wird das Treiben in vielen Gegenden mit Festumzügen und Veranstaltungen. Die Termine für den Almabtrieb liegen regelmäßig zwischen Anfang September und Mitte Oktober.

Rund 20.000 Tiere verbringen in Oberbayern den Sommer auf Almen in den Bayerischen Alpen, wo noch ca. 700 Almen in den Bergen bewirtschaftet werden. Während die Almen früher weitgehend vom Verkehr abgeschnitten waren und die Senner bzw. Sennerinnen auf sich allein gestellt waren, sind heute viele Almen mit dem Auto erreichbar. Der Tagesablauf war bestimmt von der Pflege der Tiere, angefangen beim Melken und der Pflege der Tiere bis hin zur Erzeugung von Milch, Käse und Topfen vor Ort. Holz hacken, Wasser schleppen und den Stall sauber machen gehörten ebenfalls zu den täglichen Aufgaben. Hin und wieder müssen auch verloren gegangene Tiere gesucht und wieder heim gebracht werden.

Unterbrochen wird die Zeit auf den Almen nur durch einige traditionelle Ruhetage und die Almkirta zu Jakobi zur halben Almzeit im Juli. Hat die Herde den Sommer auf der Alm ohne Verletzung und Verluste überstanden, beginnen schon einige Wochen vor dem eigentlichen Almabtrieb die eigentlichen Vorbereitungen, insbesondere die Herstellung des Kopfschmucks für das Leittier, das die Herde ins Tal führt. Stichtag ist in der Regel St. Bartholomä am 24. August.

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