Blauer Wittelsbacher

Der blaue Diamant namens “Blauer Wittelsbacher” war einstmals Bestandteil der Krone des Königreichs Bayern, die anlässlich der Erhebung Bayerns zum Königreich 1806 angefertigt wurde.

Blauer Wittelsbacher

Der Diamant namens “Blauer Wittelsbacher” war einstmals Bestandteil der Krone des Königreichs Bayern, die anlässlich der Erhebung Bayerns zum Königreich 1806 angefertigt wurde. Der Diamant “Blauer Wittelsbacher” gilt als einer der schönsten Diamanten der Welt und ist 35,56 kt. schwer. Er trägt seinen Namen aufgrund seiner natürlichen bläulichen Färbung und ist nach dem

  • Hope-Diamant,
  • Copenhagen Blue und
  • Terescho

einer der größten blauen Diamanten der Welt. Er befand sich auf der Vorderseite der goldenen Krone des Königreichs Bayern, die außerdem mit Perlen, Diamanten, Rubinen und Smaragden besetzt war. Woher der blaue Diamant stammte, ist ungeklärt. Als gesichert gilt jedoch, dass er ein Hochzeitsgeschenk der Erzherzogin Maria Amalia an den Wittelsbacher Karl Albrecht (später Kaiser Karl VII.) war, da er im Hochzeitsvertrag von 1722 als “großer blauer Diamant” aufgeführt wird. Nach der Hochzeit erhielt der blaue Diamant den Namen “Blauer Wittelsbacher”. 1806 wurde der Diamant in die bayerische Königskrone eingesetzt, aber schon 1918 nach der Revolution wieder entfernt und durch ein Imitat ersetzt.

Die Wittelsbacher wollten den blauen Diamanten bereits 1931 versteigern, weil nach dem 1. Weltkrieg dringend Geld benötigt wurde. Der Freistaat Bayern stimmte dem Verkauf sogar zu. Da der Diamant jedoch nicht den erhofften Erlös brachte, zogen die Wittelsbacher das Verkaufsangebot wieder zurück. Zwischen 1931 und 1961 wechselte der Diamant mehrmals den Eigentümer, tauchte aber erst 1961 wieder auf, als ihn ein Händler den Wittelsbachern und dem Freistaat Bayern für eine Summe von 1,5 Mio Deutsche Mark erfolglos anbot. Man bedenke, dass dieser Stein einer der bedeutendsten bayerischen Schätze von unermesslichem historischen Wert war und der Freistaat Bayern lehnt dankend ab. 1964 erwarb dann der bekannte Kaufhaus-Unternehmer Helmut Horten den “Blauen Wittelsbacher” und machte ihn seiner Frau Heidi Jelinek zum Geschenk.

Erst 2008 tauchte er dann wieder bei der Versteigerung in London durch Christies auf, wo der Londoner Juwelier Graff am 10. Dezember 2008 für rund 18,7 Millionen Euro den Zuschlag für den “Blauen Wittelsbacher” erhielt und damit fast das Doppelte des ursprünglichen Schätzpreises erzielte. Beim bislang größten Juwelenraub in Großbritannien wurde eben dieser Londoner Juwelier Graff Opfer eines dreisten Juwelenraubs, bei dem im August 2009 Schmuck im Wert von etwa 47 Millionen Euro aus dem Tresor gestohlen wurde. Mit Anzügen bekleidet und mit Pistolen bewaffnet betraten die zwei Räuber die Graff Filiale im Londoner Stadtteil Mayfair. Auf der Flucht nahmen die Täter noch eine Geisel mit sich und es fielen Schüsse. Der Juwelier Graff ist vor allem bei Prominenten sehr beliebt und auch unter dem Namen “Diamantenkönig” bekannt. Den Blauen Wittelsbacher haben sie jedoch übersehen.

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