Tegernseer Brauhaus

Das Tegernseer Brauhaus am Tegernsee ist aus dem im Jahre 746 gegründeten Kloster Tegernsee entstanden und war nach dem Erwerb der Brauerei durch König Max auch bekannt als Königlich Braunes Brauhaus Tegernsee.

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Tegernseer Brauhaus und historisches Schloß

Tegernseer Brauhaus und historisches Schloß in Tegernsee

Tegernseer Brauhaus

Eigentlich lautet die offizielle Bezeichnung der Tegernseer Brauerei inzwischen wieder Herzoglich Bayerisches Brauhaus Tegernsee, aber die Tegernseer Biere schmecken nach wie vor königlich, wobei man bei Verkostung schnell sein Lieblingsbier entdeckt. Der eine mag das klassische Tegernseer Hell lieber, der andere das Spezial oder das Max I. Joseph Jubiläums Export.

Kloster Tegernsee

Die Brauerei samt Bräuhaus sind neben dem Gymnasium Tegernsee die Überreste des 746 n. Chr. gegründeten Benediktinerklosters im Tegernseer Tal. Bis zur Säkularisation in 1803 was das Kloster am Tegernsee eine der wichtisten Benediktinerabteien Oberbayerns und einzige Braustätte in der gesamten Region. Nach der Säkularisation verkaufte Freiherr von Drechsel das Anwesen samt Brauerei an den bayerischen König Max, der sich bei seinem ersten Besuch im Jahre 1815 offensichtlich in das Tegernseer Tal verliebt hatte. Vielleicht war es aber auch das Tegernseer Bier, das den König aus dem Wittelsbacher Geschlecht überzeugt hatte. Bekanntlich waren die Wittelsbacher Herzöge und Könige regelrechte Profis auf dem Gebiet des Brauwesens und verantwortlich für die Einführung des Reinheitsgebots in Bayern. Phasenweise generierten die Herzöge einen Großteil ihrer Einnahmen aus dem Verkauf von Weißbier über die Weißen Brauhäuser, die sie in den größeren Städten Bayerns errichtet hatten.

Tegernseer Schweinshaxn

Schweinshaxn und Tegernseer Helles im Tegernseer Brauhaus

Königlich Braunes Bauhaus Tegernsee

Aus der einstigen Klosterbrauerei am Tegernsee wurde jedenfalls das Königlich Braune Brauhaus Tegernsee und das Tegernseer Tal entwickelte sich zu einem beliebten Ausflugs- und Reiseziel für Künstler, Intelektuelle und Unternehmer aus ganz Europa. Nach dem Tod des Königs am 13. Oktober 1825 führte zunächst seine Witwe Karoline Friederike Wilhelmine die Brauerei. Bis heute befindet sich die Brauerei im Besitz der Wittelsbacher, wobei sie inzwischen in Herzoglich Bayerisches Brauhaus Tegernsee umbenannt wurde.

Tegernseer Biere

tegernseer-biere

Nun ist ja bekannt, dass manche Brauereien keine Werbung brauchen, um ihr Bier erfolgreich zu verkaufen. Doch das Herzoglich Bayerische Brauhaus Tegernsee übertreibt es mit der Zurückhaltung an Informationen etwas, weil es im Netz kaum brauchbare Informationen über die Brauerei und das Sortiment gibt. Der interessierte Biertrinker kann doch sehr wohl unterscheiden zwischen Werbung und Information und eine Brauerei ohne eigene Homepage ist in der heutigen Zeit einfach ein Manko. Sucht man nach Informationen über die Tegernseer Brauerei oder deren Produkte, muss man sich mit den Seiten des Bräustüberl, bei Facebook oder einem Artikel bei Wikipedia begnügen. Und wer sich auf Wikipedia verlässt, ist meistens verlassen, da die Bereitschaft der Mitglieder zur Mitarbeit angesichts hochnäsiger Admins immer mehr nachlässt. Das Bräustüberl enthält nur spärliche Informationen über die Brauerei, Facebook ist eine Fanseite und Wikipedia, na ja, dort wird halt abgeschrieben, was zu finden ist. Es muss also zunächst das Etikett auf den Flaschen herhalten, die zwar sehr deutlich auf die bayerische Herkunft hinweisen, aber für den interessierten Verbraucher nicht viele Informationen über die Tegernseer Biere bereit halten.

Das Sortiment des Herzoglich Bayerischen Brauhaus Tegernsee beschränkt sich auf die typisch bayerischen Biersorten Helles, Dunkles und Export, die von einem Tegernseer Spezial und einem Pils ergänzt werden.

Das Tegernseer Hell ist – wie der Name schon sagt – ein helles Vollbier, gebraut nach dem bayerischen Reinheitsgebot. Der Alkoholgehalt des Tegernseer Hell ist mit 4,8% vol. in Ordnung. Der erste Schluck schmeckt schön rund nach Hopfen, vielleicht etwas zu fruchtig. Was auffällig bleibt, ist der weiche Abgang, den viele Kritiker ders Tegernseer Hell sicherlich auch als „geschmacklos“ bewerten. Insgesamt würde ich sagen, ein gutes süffiges Bier, das man durchaus auch in größeren Mengen genießen kann. In Schulnoten bekommt das Tegernseer Hell eine 2- von mir. Weitere Bewertungen des Tegernseer Hell sind bei biertest-online.de zu finden.

Eher mein Ding ist jedoch das Tegernseer Spezial mit 5,6% vol. Alkohol und 13,3% Stammwürze. Das Tegernseer Spezial ist ein Exportbier und ordentlich würzig, ohne aufdringlich zu wirken. Ein deutlicher Malzgeschmack macht das Tegernseer Bier angenehm süffig, kommt aber dadurch etwas süßlich rüber, was nicht jedermann`s Geschmack sein wird, meiner aber schon. Deshalb gehen die Meinungen über das Tegernseer Spezial auch ziemlich weit auseinander. Mit schmeckt das Tegernseer Spezial ausgezeichnet.

Als letztes aus dem Tegernseer Trio habe ich das Max I. Joseph Jubiläums Export getestet, ebenfalls ein Export Bier, das anlässlich des 200- jährigen Jubiläum der Gründung des Königreich Bayern gebraut wurde. Mit 5,2% vol. Alkohol liegt es zwischen den beiden anderen. Geschmacklich hat das Tegernseer Max I. Joseph Jubiläums Export keinen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Im Vergleich zu den beiden anderen halte ich dieses Jubiläumsbier für das schwächste Bier, allenfalls olide bayerische Bierqualität.

Tegernseer Bräustüberl

Zu einem Besuch am Tegernsee gehört traditionell eine Einkehr im Tegernseer Bräustüberl, wo man bei schönem Wetter auch auf der gemütlichen Terasse mit Blick auf den Tegernsee Platz nehmen kann. Uriger sind jedoch die Gasträume des ehemaligen Klosters, wo die Schweinshaxn noch besser schmeckt.


Eine Reaktion auf “Tegernseer Brauhaus

  • Mai 4, 2017 at 3:46 pm
    Permalink

    Guten Tag,
    dass Tegernseer Spezial ist für mich das beste Bier. Ich wohne in Düsseldorf und habe in einem Getränkemarkt dieses Bier des öfteren gekauft. Leider ist es z.Zt. nicht greifbar.
    Schade !
    MfG
    Joerg Focks

    Reply

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