Starkbiere aus Bayern

Bayerisches Bier ist in der ganzen Welt bekannt und beliebt, insbesondere die saisonal gebrauten Starkbiere aus bayerischen Brauereien. Unter den bayerischen Starkbieren befinden sich tatsächlich einige Spezialitäten, die weltweit ihresgleichen suchen.

Bayern ist das Bierland schlechthin, obwohl bayerisches Bier nach jahrhundertealter Tradition und gem. bayerischem Reinheitsgebot aus dem Jahre 1516 nur mit Wasser, Hopfen und Malz gebraut werden darf. Die Beschränkung auf diese Zutaten gilt selbst für die Starkbiere aus Bayern. Ein Starkbier bzw. Bock muss mindestens einen Stammwürzegehalt von 16 % haben, egal ob hell und dunkel. Der Alkoholgehalt bayerischer Starkbiere liegt zwischen 5 % und 12 %. Die Steigerung ist der Doppelbock, der mit einem Stammwürzegehalt von über 18 % eingebraut wird. Die Starkbiere in Bayern erkennt an deren Namen, die in der Regel auf -ator enden, wie z.B. der Celebrator, Salvator oder Animator. Zwischen April und Juni gibt es noch den Maibock. Eine besondere Variante der Starkbiere ist der Eisbock, bei dem der Alkoholgehalt nochmals künstlich erhöht wird, indem gefrorenes Wasser aus dem Bier entnommen wird.

Andechser Doppelbock Dunkel und Bergbock Hell | Augustiner Maximator | Ayinger Celebrator | Kaltenberger Ritterbock | Kulmbacher Eisbock | Reutberger Josefibock | Schneider Aventinus

Kloster Andechs

Kloster Andechs im Fünf-Seen-Land von sanfamedia.com (SS-BY-SA 3.0)

Gerade in der kalten Jahreszeit greift man in Bayern gerne zu einem Bock, Doppelbock oder Eisbock und die nachfolgende Liste der besten Starkbiere soll all diejenigen inspirieren, die nicht in Bayern beheimatet sind und auch einmal dieses besondere Erlebnis haben wollen, das einem ein richtig gutes bayerisches Starkbier vermittelt. Einen Bock trinkt man am besten aus dem Glas bei maximal 7° C bis 8° C.

Andechser Doppelbock Dunkel und Andechser Bergbock Hell

Die Klosterbrauerei Andechs gehört zu den wenigen noch aktiven Klosterbrauereien in Bayern, deren Biere nahezu weltweit exportiert werden und zu den beliebtesten bayerischen Bieren gehören. Die Klosterbrauerei Andechs braut schon seit dem Mittelalter (urkundlich nachgewiesen seit 1455) Bier und ist nicht nur deswegen ein sehr angesagtes Ausflugsziel im bayerischen Fünf-Seen-Land. Ganz im Gegensatz zu den meisten anderen Brauereien braut und verkauft die Andechser Klosterbrauerei das ganze Jahr zwei Bockbiere, zu denen der Andechser Doppelbock Dunkel und Andechser Bergbock Hell gehören. Es fällt mir schwer, aus den beiden Andechser Starkbieren eines herauszugreifen, da beide ausgesprochen lecker und süffig sind. Der Andechser Doppelbock Dunkel ist jedoch eher das Aushängeschild der Brauerei, der mit 7,1% Alkohol und 18,5% Stammwürze eine echte bayerische Spezialität ist.

Augustiner Maximator

Ein Highlight der Starkbierzeit in München ist der Augustiner Maximator. Augustiner nimmt unter den bayerischen Bieren eine besondere Stellung ein. Die Augustiner Bräu Brauerei ist die älteste Münchner Brauerei und zugleich die einzige noch echte Münchner Privatbrauerei auf dem Oktoberfest. Während alle anderen Münchner Brauereien auf dem Oktoberfest inzwischen in den Händen irgendwelcher Großkonzerne oder des bayerischen Staats sind, braut Augustiner noch heute in der Tradition der einstigen Augustiner Mönche das berühmte Edelstoff und Lager Hell, die in München mit Abstand zu den besten und beliebtesten Bieren gehören. Der Augustiner Maximator schmeckt freilich am besten im heimischen Augustiner Keller, kann aber auch zuhause ein echter Genuß sein.

Ayinger Celebrator Doppelbock

Ayinger Celebrator DoppelbockDas wohl beste Bier Deutschlands und sozusagen auch die Nr. 1 der bayerischen Starkbier ist der Ayinger Celebrator Doppelbock aus der Privatbrauerei Aying, die sich ca. 25 Kilometer südöstlich von München befindet. Die Ayinger Brauerei wurde 1878 von Johann Liebhard gegründet und wird inzwischen in der 5. Generation als mittelständische und regionale Brauerei geführt. Das Sortiment der Ayinger Brauerei umfasst 12 Biersorten, von denen etliche bereits mehrfach nationale und internationale Preise errungen haben. Die Deutsche Landwirtschaftsgesellschaft zeichnete die Ayinger Brauerei schon mehrmals mit dem „Preis der Besten“ aus, der für kontinuierlich qualitativ herausragende Arbeit verliehen wird. Im Ausland ist neben dem Ayinger Jahrhundertbier vor allem der Ayinger Celebrator Doppelbock bekannt und begehrt und rangiert bei ratebeer.com seit Jahren an erster Stelle der besten Biere aus Deutschland. Das Chicago Beverage Tasting Institute bewertete den Ayinger Celebrator Doppelbock sogar als bestes jemals getestetes Bier. Daneben braut Ayinger noch einen Weizenbock und einen Winterbock, die jedoch mit dem Ayinger Celebrator Doppelbock nicht mithalten können. Wer sich mal in München befindet und ein gutes Ayinger Bier aus dem Fass genießen will, findet die beste Gelegenheit hierzu beim Ayingers am Platzl, direkt gegenüber vom berühmten Hofbräuhaus.

Kaltenberger Ritterbock

Kaltenberg ist in Bayern der Begriff für Rittertum schlechthin. Einmal im Jahr wird hier das größte Ritterturnier der Welt mit mehr als 100.000 Besuchern gefeiert und da darf natürlich ein echtes bayerisches Bier für Ritter nicht fehlen. Der Kaltenberger Ritterbock aus der König Ludwig Schloßbrauerei Kaltenberg bedient dieses Bedürfnis und darf ohne weiteres zu den besten Starkbieren der Welt gezählt werden. Beim World Beer Cup wurde der Kaltenberger Ritterbock bereits mehrmals zum weltbesten Doppelbock gekürt und ausgezeichnet. Mit einer Stammwürze von mehr als 20% ist der Ritterbock eines der stärksten Bockbiere in Bayernund passt ausgezeichnet zu herzhaften Braten oder Wildgerichten.

Kulmbacher Eisbock

Wer an bayerisches Bier denkt, dem schießt sich auch der Name Kulmbach durch den Kopf. Kulmbach ist die heimliche Bierhauptstadt in Bayern, wo Brauereien, Mälzereien und eine lebendige Gastronomie schon seit Jahrhunderten das Stadtbild beherrschen. Aus mehreren Brauereien aus der Region ist hier die Kulmbacher Brauerei AG in der Rechtsform einer Aktiengesellschaft entstanden, aus der die Marken Kulmbacher, EKU, Mönchshof sowie die Weißbiermarke Kapuziner stammen. Das Sortiment der Kulmbacher Brauerei AG ist angesichts der genannten Marken recht groß, aber unter den Starkbieren ist der Kulmbacher Eisbock ein Renner. Im Vergleich zum Aventinus Eisbock ist der Kulmbacher Eisbock mit seinen 9,2% Alkoholgehalt eher brav, aber die Stammwürze von 21% hat es in sich. In Bayern auch bekannt als Bayrisch Gfrorns ist der Kulmbacher Eisbock ein typisch bayerische Winterspezialität.

Reutberger Josefibock

Im Vergleich zu den vorgenannten Starkbieren ist der Josefibock aus der Reutberger Klosterbrauerei eher unbekannt, aber ein echter Geheimtipp für Bierliebhaber. Verschiedene Brauereien in Bayern brauen anlässlich des Josefstags am 19. März einen Josefibock. Der Josefitag ist in Bayern ein Hochfest der katholischen Kirche zu Ehren von Josef, der in der Schweiz auch Seppitag und in Österreich Josephinentag genannt wird. Die Reutberger Klosterbrauerei in Sachsenkam wurde am 23. Oktober 1924 als Genossenschaft zwischen der seit 1677 bestehenden Klosterbrauerei der Franziskanerinnen und den Bauern aus Sachsenkam und Reichersbeuern gegründet. Die Reutberger Klosterbrauerei ist wie die Andechser Klosterbrauerei noch eine der ganz wenigen aktiven Klosterbrauereien in Bayern und braut echt leckere Biere, darunter auch einen Josefibock.

Kloster Reutberg

Kloster Reutberg in Sachsenkam von samfamedia.com (SS-BY-SA 3.0)

Schneider Aventinus Weizendoppelbock und Eisbock

Nach meinem Geschmack steht der Schneider Aventinus auf gleicher Stufe wie der Ayinger Celebrator Doppelbock und an Preisen mangelt es der Kelheimer Brauerei Schneider für den Aventinus sicherlich auch nicht. Beim Schneider Aventinus ist jedoch höchste Vorsicht angesagt, da ein Glas regelmäßig nach mindestens einem weiteren verlangt und die 8,2% Alkohol diesen Weizendoppelbocks deutliche Spuren hinterlassen. Der unglaublich süffige Geschmack des Schneider Aventinus lässt einen schnell vergessen, dass man ein Starkbier in der Hand hat. Das Aroma erinnert an feine Hefe und etwas Honig und der Schaum hat etwas von Sahne auf dem Kuchen. Der Schneider Aventinus ist ein echtes Erlebnis und für mich persönlich das beste Bier aus Bayern. Neben dem Aventinus braut Schneider auch noch einen Aventinus Eisbock, der erst 2002 am Markt eingefügt und heute schon zu den beliebtesten und besten Bieren aus Bayern gehört. Mit einem Alkoholgehalt von 12% und einer Stammwürze von 25,5 % ist der Aventinus Eisbock jedoch ein echtes „Ungetüm“, das vorsichtig zu behandeln ist.


3 Reaktionen auf “Starkbiere aus Bayern

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *