Staatliche Hofbräu Brauerei

Die Gründung der Hofbräu Brauerei geht auf Herzog Wilhelm V. der Fromme von Bayern (1579 – 1597) zurück, der für seinen ausgeprägten Hang nach einem guten Bier und Beschützer des „einzig wahren“ katholischen Glaubens bekannt war. Da das damals in München gebraute Bier nicht nach seinem Geschmack war, ließ er ständig Bier aus der niedersächsischen Stadt Einbeck nach München importieren. Das konnte nach der Vorstellung von Herzog Wilhelm V. jedoch keine Dauerlösung sein, zum einen wegen der immensen Kosten und zum anderen wegen des falschen Glaubens der Niedersachsen. Um die Kosten des Bierkonsums zu reduzieren, schlugen ihm seine Kammermeister und Räte am 27. September 1589 vor, in München ein eigenes Brauhaus im Alten Hof zu errichten. Als Planer, Bauherr und erster Braumeister berief er Heimeran Pongraz aus dem Kloster Geisenfeld in der Hallertau. Als Nachfolger für Heimeran Pongratz wurde 1612 eben der Brauer Elias Pichler aus Einbeck geködert, dessen Bier Herzog Wilhelm V. so schätzte. Dieser begann 1614 mit dem Brauen eines „Ainpökisch Bier“ im Herzoglich Braunen Hofbräuhaus München. Im Sprachgebrauch entwickelte sich aus dem „Ainpökisch Bier“ Bockbier. Das weltberühmte Hofbräuhaus am Platzl entstand später auf Wirken des späteren Kurfürsten Maximilian I. und ist untrennbar mit der Entwicklung des Weißbieres in Bayern verbunden. Das Brauen von Weißbier mittels Weizen und einer obergärigen Brauweise kam Ende des 15. Jahrhundert aus Böhmen nach Bayern, konnte sich jedoch wegen des Bayerischen Reinheitsgebots von 1516 nicht weiter verbreiten. Dennoch erhielten die niederbayerischen Adelsfamilien Degenberger und Schwarzenberger für besonders treue Dienste das Recht zum Brauen von Weißbier. Als Hans Sigmund von Degenberg als letzter männlicher Nachfahre der Familie Degenberger 1602 verstarb, fiel der gesamte Besitz aufgrund eines Erbvertrages mit den Wittelsbacher Herzogen an Herzog Maximilian I., der die Degenberger Brauhäuser unter seiner Regie weiterführte. In den weiteren Jahren baute Herzog Maximilian I. das Brauen von Weißbier zum herzoglichen Monopol aus, indem er bereits bestehende Weißbierbrauereien aufkaufte oder durch immense Abgaben zur Aufgabe zwang. Gleichzeitig gründete Maximilian I. in mehreren seiner bayerischen Städte weitere „weiße Brauhäuser“, die von der herzoglichen Hofkammer überwacht und zu lukrativen Geldquellen ausgebaut wurden. Auf dem Höhepunkt des „weißen Brauwesens“ in Bayern generierte Herzog Maximilian I. rund 30% der gesamten Einnahmen durch das Weißbiermonopol. Auch in München entstand ein weißes Brauhaus, das 1607 an der Ostseite des Platzls errichtet wurde. Hieraus entwickelte sich das weltberühmte Hofbräuhaus am Platzl. 1852 schenkte König Maximilian II Joseph von Bayern das Hofbräuhaus samt Brauerei 1852 an den Bayerischen Staat. Die Brauerei wurde schließlich 1896 unter Prinzregent Luitpold nach Haidhausen verlegt, nachdem Brauerei und Ausschank im gleichen Gebäude am Platzl aufgrund der großen Nachfrage nicht mehr möglich war. Nach einem Brand in den Brauereianlagen am 06. April 1987 erfolgte die Verlegung der Hofbräu Brauerei nach München-Riem, wo auch auch heute noch das Hofbräu Bier eingesotten wird. Auch die Münchner Hofbräu Brauerei braut extra für das Oktoberfest ein Oktoberfestbier mit einem Alkoholgehalt von über 6% vol.

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