Bayerischer Käse

In Bayern werden rund 400 verschiedene Käsesorten hergestellt. Bayerischer Käse deckt etwa 40% des Gesamtbedarfs der Deutschen an Käse. Um den vollen Geschmack von Käse zu kosten, sollte man beim Kauf, bei der Lagerung und beim Servieren einige Regeln beachten.

 

Tipps zur Lagerung und zum Verzehr

Käse kauft man am besten immer am Stück, damit er sein Aroma so lange wie möglich behält. Der ideale Lagerort für Käse ist im Kühlschrank ganz unten oder ganz oben, am besten eingewickelt in Käsepapier. Für Hartkäse und Frischkäse ist auch eine Frischhaltefolie ausreichend. Den eingewickelten Käse legt man dann in einen Kunststoffbehälter, damit er seine Feuchtigkeit bewahrt. Schimmelkäse und andere Käsesorten sollten immer getrennt gelagert werden, damit der Schimmel nicht übergeht. Ist dies trotzdem einmal geschehen, kann dieser mit Salzwasser abgewaschen oder abgeschnitten werden.

Für die volle Geschmacksentfaltung ist beim Käse auf

  • den richtigen Reifegrad,
  • die richtige Temperatur und
  • die richtige Reihenfolge beim Essen

zu achten. Das beste Aroma kann der bayerische Käse bei 16 bis 18 Grad entfalten. Daher sollte der Käse je nach Außentemperatur etwa 30 bis 45 Minuten vor dem Verzehr den Kühlschrank verlassen. Die ideale Käseplatte enthält verschiedene Geschmacksvariationen und Konsistenzen und aus jeder Käsefamilie ein bis zwei Sorten, wobei man die Käsesorten im Uhrzeigersinn anordnet, beginnend mit Frischkäse und am Hartkäse. Zur Dekoration eignen sich am besten Weintrauben, Äpfel oder Nüsse.

Typisch bayerische Käsesorten

Beim bayerischen Käse gibt es viele unterschiedliche Käsesorten. Bayerischer Frischkäse hat meist einen feinsäuerlichen Geschmack und muss nicht mehr reifen. Zu unterscheiden sind die einzelnen Fettstufen des Frischläse – beginnend mit der Magerstufe unter 10% bis hin zur Doppelrahmstufe mit 87 % Fett i.Tr. Bayerischer Frischkäse lässt sich pur genießen oder mit einem erfrischendem Radler. Natürlich kann man Frischkäse auch aufs Brot streichen oder in Soßen und Nachspeisen verwenden. Butterkäse erreicht seinen typischen Geschmack dagegen erst nach 4 bis 5 Wochen Reifedauer.

Allgäuer Emmentaler

Der Allgäuer Emmentaler kommt ursprünglich zwar aus der Schweiz, reift aber mit seinen 3 bis 6 Monaten im Vergleich zu seinem Schweizer Pendant etwas schneller und schmeckt milder und nussiger. Er wird aus Rohmilch in runden Laiben von 40 bis 130 Kilo hergestellt. Der Allgäuer Emmentaler gehört zu den beliebtesten Käsesorten in Deutschland und darf nur im Allgäu produziert werden. Der Allgäuer Emmentaler schmeckt z.B. hervorragend zu einer bayerischen Brezn (= Brezel).

Allgäuer Bergkäse

Der Allgäuer Bergkäse wird wie der Allgäuer Emmentaler aus Rohmilch hergestellt, vorzugsweise jedoch auf den Sennalpen im Allgäu. Die Reifedauer ist mit 3 bis 12 Monaten etwas länger und variiert von Alp zu Alp. Je älter der Bergkäse, deso pikaner ist sein Geschmack. Der Allgäuer ist eine regionale Spezialität des Allgäu und die Herstellung ist auf 3 Landkreise im Allgäu begrenzt. Eine bayerische Brotzeit mit einem Stück Allgäuer Bergkäse ist etwas Köstliches, insbesondere während einer Wanderung in den Allgäuer Alpen.

Bavaria Blu

Der Bavaria Blu ist eine besondere Art des Blauschimmelkäse und wurde in den 1970erJahren von der Bergader Privatkäserei entwickelt, für den sie 1979 als erste Käserei Deutschlands den Goldenen Zuckerhut erhielt. Der Bavaria Blu vereint die Vorzüge von fein-würzigem Blauschimmel und mild-cremigem Weichkäse. Durch die Kombination der von Blauschimmel und Weißschimmel reift der Käseteig zu einem einzigartigen Käse, der aus frischer Alpenmilch aus dem Chiemgau und dem Berchtesgadener Land hergestellt wird. Der Bavaria Blu ist beispielsweise ein vortrefflicher Käse zum Wein.

Weißlacker

Der berühmteste Vertreter des bayerischen Bierkäse ist der Weißlacker, ein aus Kuhmilch hergestellter halbfester Schnittkäse aus dem Oberallgäu.

König Ludwig Bierkäse

König Ludwig Bierkäse

Der Weißlacker wurde 1874 von Josef und Anton Kramer in Wertach erfunden und war der erste patentierte Käse der Welt. Heute wird der Weißlacker nur noch von den Allgäulandkäsereien im Allgäuer Sonthofen hergestellt, aus pasteurisierter Kuhmilch und mit einem Zusatz von 25 Prozent Rohmilch. Nach 2 Tagen Baden in einer Salzlake reift der würfelförmige Käse 3 Monate im gekühlten Reifungsraum, wo er regelmäßig mit Salz bestreut und geschmiert wird. Danach reift er nochmals 3 bis 9 Monate im Kühllager nach. Aufgrund seines stark pikanten, scharfen und salzigen Geschmacks wird er in Bayern am liebsten zusammen mit einem (oder mehreren) Bier und einer Brezel gegessen. Er schmeckt aber auch in einer Vinaigrette aus Essig, Öl und viel Zwiebeln.

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