Wolken über Bayern

Wolken im Himmel waren schon immer die Botschafter der Menschen für die Wettervorhersagen für morgen, aber in Bayern sind die Cumuluswolken, Cirruswolken oder Stratuswolken mehr als das.

Gewitterwolken über dem Starberger SeeWolken im Himmel entstehen aus einer Ansammlung von feinsten Wassertröpfchen oder Eiskristallen, die sich um sog. Kondensationskerne herum bilden. Dies geschieht entweder durch Abkühlung der Luft beim Aufsteigen oder durch Mischung zweier Luftmengen. Durch die Deutung von Form, Aussehen und Höhe der Wolken sowie der zeitlichen Veränderung dieser Merkmale ließen sich früher die Bauern und heute die Meterologen bei ihren Wettervorhersagen inspirieren. Wolken haben aber weit über die Wettervorhersagen hinaus Bedeutung für den Strahlungshaushalt der Erde, die Niederschlagsverteilung und die Atmosphärenchemie. Es gibt daher im Rahmen der Meterologie einen eigenständigen Fachbereich namens Nephologie, der sich mit den Wolken beschäftigt. Wolken können die verrücktesten Gestalten und Formen annehmen und haben daher seit jeher die Phantasie der Menschen und Künstler angeregt. Es gibt unzählige Beispiele in der Kunst und Literatur, wo Wolken die zentrale Rolle gespielt haben.

Karussell in den Wolken

Karussell in den Wolken

Und wenn wir an die moderne Entwicklung des “Cloud-Computing” denken, standen die Wolken auch für diese neue Form der Speicherung von Daten als Paten zur Verfügung. Egal wie sie heißen, jeder sucht gerade nach seiner Cloud, wo er seine Daten zentral speichern kann. Vor wenigen Tagen hat Apple z.B. seine iCloud vorgestellt.

Cumuluswolken über Wildbad KreuthSchon als Kind war es für mich immer ein tolles Vergnügen, in der grünen Wiese zu liegen und das Spiel der Wolken im Himmel zu beoachten. Und da war ich nicht der einzige und jeder hatte seine eigenen Lieblingswolken. Wolken werden nach der heute gültigen Klassifizierung der World Meteorological Organization nach ihrer Erscheinungsform und nach der Höhe ihrer Untergrenze in 4 Wolkenfamilien eingeteilt, die wiederrum 10 Gattungen und 14 Arttypen, 9 Unterarttypen und 9 Sonderform enthalten. Meine Lieblingswolken waren schon immer die Cumuluswolken, die sog. Schäfchenwolken, die je nach Höhe Cirrocumulus, Altocumulus oder Stratocumulus genannt werden.

Wolken über der Wieskirche

Wolken über der Wieskirche

Vor allem in Bayern haben die Wolken und das Wetter schon immer eine besondere Rolle gespielt. Das Wetter ist eins der Lieblingsthemen der Bayern und wenn einem nichts mehr einfällt, redet man halt übers Wetter. Entweder war dann der Winter zu lange oder zu kurz, der Sommer zu heiß oder zu verregnet, der Frühling zu spät oder zu früh, der Herbst zu warm oder zu kalt. Und in Bayern gibt es mit dem Föhn ein besonderes Wetterphänomen, unter dem viele Menschen auch extrem leiden. Weitere typisch bayerische Wetterbegriffe sind der Altweibersommer (der nichts mit alten Frauen zu tun hat), die Hundstage (die nichts mit Hunden zu tun haben) und die Schafskälte (die nichts mit Schafen zu tun hat).

Wolken in den AlpenDie besondere Vorliebe der Bayern zu Wettervorhersagen lässt sich vielleicht mit der Abhängigkeit des landschaftlich geprägten Freistaats und der vielen Bauern erklären, die alle vom Wetter abhängig waren. Einer dieser besonderen Wettertage ist der Michaelstag am 29. September, der die abnehmende Kraft der Sonne und mit dem Herbstbeginn das Ende der Ernte einläutet. Weitere besondere Lostage in Bayern sind die 12 Tage und Nächte nach Weihnachten, auch bekannt als Raunächte. Jeder dieser Tage hat eine besondere Bedeutung für das kommende Jahr. Neben diesen Lostagen gibt es in Bayern eine unendliche Zahl sog. Bauernregeln, von denen viele auch die Wolken im Himmel deuten. Die Eisheiligen und die Siebenschläfer am 27. Juni sind jedem ein Begriff.

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