Wieskirche

Die Wallfahrtskirche “Zum gegeißelten Heiland auf der Wies” – kurz die Wieskirche – ist das Herzstück des Pfaffenwinkels und die schönste Kirche der Welt, die 1984 in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbe aufgenommen wurde und deren Geschichte von allerlei Extremen geprägt ist.

Wieskirche - Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies

Wieskirche – Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies

Die Wieskirche – Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies

Altar der WieskircheDie Wallfahrtskirche zum Gegeißelten Heiland auf der Wies– abgekürzt Wieskiche – wurde von den Brüdern Johann Baptist und Dominikus Zimmermann in den Jahren 1745 bis 1754 erbaut und stellt heute das Herzstück des Pfaffenwinkels zwischen den Flüssen Lech, Ammer und Loisach, den südlichen Enden des Ammersees und Starnberger Sees dar. Die Wieskiche befindet sich im wahrsten Sinne des Wortes mitten auf einer Wiese zwischen Steingaden und Bad Bayersoien und ist einer Statue geweiht, die im Jahre 1730 von Pater Magnus Straub und Bruder Lukas Schweiger im nahegelegenen Kloster Steingaden angefertigt wurde.

Die von den Padres Straub und Schweiger angefertigte Statue fand nur in den Jahren 1732 bis 1734 während der Karfreitagsprozession Verwendung und verschwand 1735 zunächst in der Kleiderkammer des Klostertheaters und 1736 beim Klosterwirt, wo sie von dessen Kindern übel zugerichtet wurde. Schließlich erbat sich 1738 die Wißbäuerin Maira Lori die Figur. Eines Abends am 14. Juni 1738 während des Abendgebets sollen aus den Augen der Statue des „Gegeißelten Heilands“ einige Tränen geflossen sein. Weitere “kleinere Wunder und Wallfahrten” zum Bildnis des gegeißelten Heilands veranlassten schließlich den Abt des Klosters Steingaden zum Bau einer prächtigen Wallfahrtskirche auf der Wies. Mit der tatsächlichen Erbauung in den Jahren 1745 bis 1754 wurden die beiden Brüder Johann Baptist und Dominikus Zimmermann beauftragt. Nach der Säkularisation in Bayern sollte die Wieskirche schon im Jahre 1809/10 wieder abgerissen werden, was nur durch den Widerstand der Bauern verhindert werden konnte.

Deckenfresko der Wieskirche

Deckenfresko der Wieskirche

Die im Rokokko-Stil erbaute Wieskirche bezaubert Wallfahrer und Besucher nicht nur durch ihre außergewöhnliche Lage inmitten einer wunderschönen Landschaftskulisse, sondern auch durch ihre reichhaltige und bunte Innendekoration. Beim ersten Besuch ist man wahrhaftig überwältig von dem hellen Licht, das die Kirche durchströmt und das Gold noch heller glänzen lässt. Erst nach nach erschließen sich einem die vielen Details, die in der Wieskirche vorhanden sind. So mag man es kaum glauben, dass die Wieskirche einstmals mit über 5.000 Votivbildern ausgehängt war.

Altarraum der WieskircheAls erstes fällt einem natürlich der Altar der Wieskirche in den Blick, der durch Säulen mit Figuren der Evangelisten und Propheten eingefasst ist. Das Gnadenbild des Gegeißelten Heilands ist zentral über dem Altar angebracht, darüber das Hochaltarbild vom Münchner Hofmaler Balthasar August Albrecht mit dem Jesuskind im Kreise seiner Familie. Als nächstes erblickt man das Deckenfresko im Chorraum von Jahann Baptist Zimmermenn, das aufgrund der Intensität seiner Farben als eines der besten barocken Deckenfresken überhaupt gilt. Das Ebenso beeindruckend ist Deckenfresko im Kirchenschiff, das den auferstandenen Christus zeigt. Nach und nach erkennt man die weiteren Details der Wieskirche, darunter auch die Orgel des Mindelheimer Orgelbaumesisters Johann Georg Hötrerich und die Figuren auf den Säulen des Umgangs.

Im Jahre 1983 wurde die Wieskirche zum Teil des UNESCO-Weltkulturerbe erklärt und in den folgenden Jahren aufwändig restauriert.

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