Wasser in Bayern

Wasser brachte Leben auf unseren Planeten, der eigentlich Wasserkugel genannt werden müsste, da die Oberfläche zu 7/10 mit Wasser bedeckt ist. In Bayern werden wir glücklicherweise verwöhnt mit sauberem Wasser. Zuviel davon hat aber auch eine zerstörerische Wirkung.

Ohne Wasser kein Leben

Ohne Wasser gibt es kein Leben auf der Erde – die Temperatur wäre 22 mal so hoch und das Klima wäre vergleichbar mit der Venus. Und auch für den Menschen selbst ist Wasser lebenswichtig. Wasser macht nicht Halt vor Landesgrenzen und verändert tagtäglich die Gestalt unserer Umwelt. So wie wir im Sommer im Wasser baden und im Winter auf Schnee Ski und Schlitten fahren, kann es auch eine zerstörerische Kraft entfalten und Leben vernichten. In den kommenden Jahrzehnten wird Wasser das kostbarste Gut sein.

Wasser in Bayern

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Baden in der Isar

Das scheint uns in Bayern nicht zu betreffen, da wir hier in scheinbarem Überfluss an Wasser leben. Das Wasser kommt jederzeit aus dem Wasserhahn und im Sommer baden wir sogar in unseren bayerischen Flüssen und Seen. Angesichts des Überflusses an Wasser auf den ersten Blick scheint die Bedrohung mit Wassermangel auch sehr weit her geholt, gibt es doch mehr als 1.3 Milliarden Kubikkilometer Wasser. Davon sind jedoch nur 2,5% Süßwasser und nur 0,3% trinkbar. Würde man alles Wasser dieser Welt in einen Kanister mit 5 Liter füllen, könnte man genau einen Kaffeelöffel davon trinken. Das ist auch in Bayern so, wo 95% unseres Trinkwasser als Grundwasser vorhanden ist, jedoch auch in unserer Region sehr ungleich verteilt. Ein Mensch in Bayern verbraucht durchschnittlich 135 Liter Wasser täglich, ein Drittel für die Körperpflege und ein weiteres Drittel zum Spülen der Toilette. Beides ist Trinkwasserqualität. Erfreulich daran ist jedoch, dass der täglich Pro-Kopf-Verbrauch seit 20 etwa Jahren rückläufig ist, trotz gestiegener Bevölkerungszahl.

Wasserhaushalt in Bayern

Während die Niederschlagsmenge in den Alpen auf über 2.000 Millimeter pro Jahr ansteigen kann, fallen in weiten Teilen Frankens und der Oberpfalz nur 650 Millimeter pro Jahr, also nur ein Drittel. Ein gerechter Wasserhaushalt in Bayern muss also dafür sorgen, dass ausreichend Wasser aus dem Süden in den wasserarmen Norden gelangt. Hierfür wurde in den 1970er Jahren ein umfassendes Wasserbauprojekt gestartet, um Wasser aus dem Altmühltal und der Donau in das Regnitz-Main-Gebiet überzuleiten. Das geschieht einmal durch den Main-Donau-Kanal, mit dem 125 Millionen Kubikmeter aus Donau und Altmühl bis zur Europäischen Wasserscheide hochgepumpt und im Rothsee zwischengespeichert wird. Von dort wird es bei Bedarf in das Maingebiet abgegeben. Der andere Weg führt über den Altmühlsee, wo Wasser aus der Altmühl zwischengespeichert und durch einen unterirdischen Stollen in den benachbarten Brombachsee auf der anderen Seite der Europäischen Wasserscheide geleitet wird. Der planmäßige Betrieb wurde 2000 aufgenommen.

Genauso wichtig wie der Haushalt des Trinkwassers ist die Reinigung der Abwässer über Kläranlagen, an die 95% der Haushalte in Bayern angeschlossen sind. Erst seit wenigen Jahren ist die Isar dank der neuen Klärtechniken wieder so sauber, dass man darin baden kann. Seit 1950 waren dafür rund 20 Milliarden Euro Investitionen in Kläranlagen und deren Einrichtung erforderlich.

Grundrecht auf Trinkwasser

Die Bayerische Verfassung garantiert die Versorgung der Bevölkerung mit Trinkwasser und verpflichtet so die Gemeinden zur Errichtung, Unterhaltung und Schutz der erforderlichen Brunnen, von denen etwa 9.700 in Bayern existieren. Um in Bayern flächenmäßig eine gute Trinkwasserqualität zu gewährleisten, wurden seit 1974 überörtlich wichtige Grundwasservorkommen erkundet und 94 davon als kostbare Grundwasserspeicher unter Schutz gestellt. Das geschieht durch Aufstellen blauer Schilder mit der Aufschrift “Wasserschutzgebiet”.

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