Was man über Bier wissen sollte

Was man über Bier wissen sollte. Hier wird das Land der besten Biere und Brauereien vorgestellt, das nicht nur in diesen Kategorien an der Spitze Deutschlands steht.

Bier in Bayern

Das Bier ist neben Wasser und Wein eines der ältesten und traditionsreichsten Getränke der Welt. Es wird nahezu überall gerne getrunken, meist kalt gekühlt und sehr gerne in der Gemeinschaft mit anderen. Gerade in Bayern hat das Brauen eine besondere Bedeutung und eine lange Tradition. Nicht umsonst ist auch in Bayern das Reinheitsgebot entstanden und hier befindet sich eines der weltweit größten Anbaugebiete für Hopfen. Bier ist nicht nur ein wichtiger Wirtschaftsfaktor in unserem Land, sondern auch ein Kulturgut von besonderem Rang. Leider gibt es trotzdem auch in Bayern zu diesem Thema eine Menge Irrtümer und kurioser Legenden, das es schon fast beängstigend ist. Lasst uns also im folgenden einige Irrtümer beseitigen, die häufigsten Fragen beantworten und die wichtigsten Fakten klären.

Vorab sind hier die wichtigsten Zahlen und Fakten im Überblick zusammengestellt:

bier-zahlen

Quelle: Deutscher Brauerbund (17.07.2008)

Wie man aus der Zusammenstellung der Zahlen des Deutschen Brauerbunds erkennen kann, waren die

  • die Anzahl der Brauereien,
  • der Ausstoß,
  • der Konsum und
  • der Pro-Kopf-Verbrauch

bis 2006 deutlich rückläufig. Erst in 2007 konnte zumindest der zahlenmäßige Rückgang der Brauereien gestoppt werden, was auf die zunehmende Zahl der privaten Brauereien zurückgeführt werden kann.

Anzahl bayerischer Brauereien

Von dieser Entwicklung konnte sich auch der Freistaat Bayern nicht abkoppeln. Wie die Statistik des Bayerischen Brauerbunds aus den Jahren 1960 bis 2002 zeigt, war die Zahl der Brauereien in Bayern seit 1992 rückläufig und hat nach einer langen Phase des Rückgangs in 2007 erstmals wieder zugenommen. Wie das Bayerische Landesamt für Statistik weiter mitteilt, blieb der Bierabsatz bayerischer Brauereien mit 22,9 Millionen Hektolitern konstant gegenüber dem Vorjahr. Dabei stand einem Minus im Inlandsverkauf von 2,7 Prozent eine beachtliche Steigerung der Exporte um 18,6 Prozent gegenüber. Die Exportquote erhöhte sich auf 15,1 Prozent und hat sich damit innerhalb von 10 Jahren mehr als verdoppelt.

Pro-Kopf-Verbrauch

Die Entwicklung des Biermarkts wird entscheidend beeinflusst vom Pro-Kopf-Verbrauch im jeweiligen Markt. Auch der Pro-Kopf-Verbrauch in Bayern war bis zuletzt rückläufig. Während der Gesamtverbrauch an Getränken bei ca. 670 Litern pro Kopf und Jahr offenbar seine Sättigungsgrenze erreicht hat, sind Verschiebungen zwischen einzelnen Getränken zu beobachten. Betrachtet man den Zeitraum der letzten 11 Jahre weisen die quantitativ bedeutendsten Getränke wie

  • Kaffee (-12,88%) und
  • Bier (-14,38%)

kontinuierliche Abnahmen des jährlichen Pro-Kopf-Verbrauchs auf, wohingegen vor allem

  • Erfrischungsgetränke (+30,25%) und
  • Wasser (+49,49%), aber auch
  • Fruchtsäfte (7,75%) und
  • Tee (16,44%)

eine positive Entwicklung verzeichnen konnten.

Sehr interessant ist auch die Verteilung des Bierkonsums auf die einzelne Biersorten, wobei es für manchen überraschend sein wird, dass die Biersorte Pils mit 56,6% in 2006 und 55,8% in 2007 den größten Anteil am gesamtdeutschen Biermarkt ausmacht.

bier-zahlen-2

Quelle: Deutscher Brauerbund (Stand: 26.06.2008)

Nun zu den Irrtümern,

die immer wieder zu lesen oder zu hören sind und mit denen wir an dieser Stelle einmal aufräumen wollen.

Dunkles ist immer stärker als helles Bier

Die dunklere Farbe wird in der Regel durch eine andere Malz-Art verursacht, das dem Bier einen intensiveren Geschmack verleiht, den Alkoholgehalt aber nicht ändert. Die Farbe hat also nichts mit dem Alkoholgehalt zu tun.

Ausländische Biere besitzen nicht soviel Alkohol: Bei den ausländischen Bieren handelt es sich meistens um Lager- Biere, die nicht so herb sind wie ein deutsches Pils. Auch hier gilt jedoch, dass dies keinen Einfluss auf den Alkoholgehalt im Bier hat.

Bier macht dick: Ein Blick in die Kalorientabelle klärt darüber auf, dass Bier mit 76 kcal auf 200 ml sogar weniger Kalorien enthält

  • als Apfelsaft (96 kcal)
  • als Milch (136 kcal) und
  • als Rotwein (148 kcal)
  • als eine Scheibe Roggenbrot mit Butter und Mortadella (357 kcal)

Also hier ganz deutlich für alle: Der Bierbauch stammt nicht vom Bier! Das Verhängnisvolle am Bier sind jedoch die appetitanregenden Komponenten, die im Bier enthalten sind: Hopfen, Alkohol und Kohlensäure. Deshalb wird man nach den Genuss eines Bieres allzu gern dazu verführt, die eine oder andere Portion mehr zu essen.

Zum Abschluß beschäftigen wir uns noch mit ein paar

Fragen rund ums Bier,

deren Antworten Sie schon immer wissen wollten, aber nie zu fragen „gewagt“ haben:

Bier und Alkohol

Wie kommt der Alkohol ins Bier? Der Alkohol im Bier entsteht beim Gärungsvorgang der sog. Bierwürze. In großen Gärgefässen wird der Bierwürze Hefe hinzugefügt, wodurch der natürliche biologische Prozeß der Gärung entsteht. Malzzucker wird in Kohöensäure und Alkohol umgewandelt. Der durchschnittliche Alkoholgehalt liegt bei ungefähr 5 %. Sowohl nach oben (Bockbier > 7 %) als auch nach unten (Alkoholfreies < 0,5 %) gibt es freilich erhebliche Abweichungen.

Wie lange ist Bier haltbar? Bier sollte eigentlich immer frisch getrunken werden. Wer es dessen ungeachtet lagern will (oder muss), sollte dies in einem kalten und licht-geschützten Raum tun, wo es zwischen 3 und 6 Monaten haltbar ist.

Wie trinkt man am besten Bier? Die ideale Trinktemperatur liegt zwischen 7 und 9 Grad, also direkt aus dem Kühlschrank. Große und schnelle Temperaturunterschiede sollte man dabei vermeiden, da dies dem Geschmack nicht zugute kommt. Das Bier kann man grundsätzlich aus jedem (sauberen) Glas trinken. Es gibt jedoch für jede Biersorte auch ein eigenes Glas, das den eigenen Geschmack einer Biersorte hervorhebt:

  • Pils aus der Tulpe,
  • Export und Alt aus Bechern,
  • Kölsch aus Stangen,
  • Weiße aus dem Pokal,
  • Weißbier aus hohen geschwungenen Weißbier- Gläsern,
  • Bayerisches Helles aus der Maß.


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.