Luchse in Bayern

Der Luchs schien ausgerottet in den Alpen. Internationale Verträge und nationale Gesetze zu seinem Schutz versprechen jetzt eine Wiederkehr in die bayerischen Alpen.

Luchse in Bayern

Die Berner Artenschutz-Konvention hat 2001 eine Strategie zum Schutz der Luchse in den Alpen beschlossen, um isolierte Tiere in den Nordwestalpen der Schweiz mit jenen in den Ostalpen zu vereinen. Die Schweiz war bei der Ansiedlung in den Alpen sogar Vorreiter, wo schon 2000 aktive Maßnahmen ergriffen wurden, um die Ausbreitung der Luchse in den Alpen aktiv zu fördern. Bislang galt es eher unrealistisch, dass sie sich auf weitere Teile der Alpen in Graubünden, Vorarlberg und Tirol ausbreiten, da das Rheintal zwischen Vorarlberg und der Schweiz mit seiner dichten Besiedelung, hohem Verkehr und dem scheinbar unüberwindbaren Rhein eine Barriere für den Luchs darstellte. Jetzt gab es jedoch aktuelle Meldungen über wandernde Tiere. Der letzte Luchs verschwand etwa 1900, wobei dies im wesentlichen auf drei Faktoren zurückgeführt wird:

  • Verlust des Lebensraums durch intensive Waldnutzung,
  • Rückgang der natürlichen Beutetiere und
  • direkte Verfolgung durch den Menschen.

100 Jahre später hat die Bewaldung der Alpen wieder stark zugenommen, Tendenz steigend. Die natürlichen Beutetiere der Luchse nehmen zahlenmäßig wieder zu und vor allem internationale Verträge und nationale Gesetze zu seinem Schutz sollten sein Überleben in den Alpen sichern. Die Wiederansiedlung war jedoch nur mit speziellen Wiederansiedlungsprojekten mit Luchsen aus den Karpaten möglich, die seit 1970 vor allem in den Schweizer Alpen und Slowenien erfolgreich durchgeführt wurden. Im Rahmen des SCALP- Projekts (PDF) geht es jetzt vor allem um die Zusammenführung isolierter Luchse in der Schweiz, Österreich und Slowenien. Auch aus Tschechien wandern Luchse wieder nach Bayern ein. Etwa 20 Luchse befinden sich beispielsweise im Bayerischen Wald, wo der Luchs noch genügend Rückzugsraum findet.

Österreich hat als Verbindung zwischen der Schweiz und Slowenien eine besondere Bedeutung für das langfristige Überleben der Luchse in den gesamten Alpen. Österreich bietet nach Untersuchungen wohl ausreichend Lebensraum für den Luchs mit einem Potential für ca. 110 Luchse. Zusammen mit Tirol Nord und den Bayerischen Alpen bietet Österreich ideale Voraussetzungen für eine langfristige Besiedlung durch den Luchs. Im Rahmen der Überprüfung verschiedener Hinweise auf Vorkommen in Österreich stellte sich nun heraus, dass es insbesondere im Vorarlberger Montafon und im Tiroler Lechtal wieder Luchse gibt. Tragischerweise stammt ein Nachweis von einem toten Luchs, der am 10.12.2008 von einem Auto überfahren wurde.

„Vom österreichischen Lechtal aus ist es nur ein sprichwörtlicher Katzensprung bis in den deutschen Alpenraum und das Allgäu“,

sagt Volker Homes, der Leiter des WWF Artenschutz. Der WWF erwartet, dass sich die Luchse weiter im deutschsprachigen Alpenraum ausbreiten.

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