König Ludwig II.

Um König Ludwig II. von Bayern ranken sich zahlreiche Mythen und Geschichten, wobei er in erster Linie als Bauherr der berühmten bayerischen Schlösser Neuschwanstein, Herrenchiemsee und Linderhof bekannt wurde.

König Ludwig II. von BayernGeboren wurde König Ludwig II. von Bayern am 25. August 1845 auf Schloss Nymphenburg in München. Den Tod fand er unter nach wie vor ungeklärten Umständen am 13. Juni 1886 im Starnberger See, ganz in der Nähe von Schloss Berg. Von den Königstreuen geliebt, von den meisten verkannt und von manchen als verrückt bezeichnet, ist König Ludwig II. eine der interessantesten Figuren der bayerischen Geschichte, der dem Freistaat Bayern drei der meist besuchten Sehenswürdigkeiten hinterlassen hat: Schloß Neuschwanstein, Schloß Herrenchiemsee und Schloss Linderhof. Daher ist es auch nicht verwunderlich, dass es bereits mehrere Dutzend Bücher über den König Ludwig II. von Bayern gibt und – gefühltermaßen – jedes Jahr neue hinzukommen. Neben seinen Märchenschlössern ist es auch sein rätselhafter Tod gewesen, der das Interesse an seiner Person immer wieder neu entfachte und wilde Spekulationen über sein Leben und seine Neigungen hervorbrachte. Man fand ihn am 13. Juni 1886 tot im Starnberger See treibend, neben ihm die Leiche seines Arztes Dr. Bernhard von Gudden, der ihn nur wenige Tage zuvor für geisteskrank erklärt haben soll. Trotz der ominösen und rätselhaften Umstände – die Königstreuen sprechen von Mord – wurde die Leiche von König Ludwig II. niemals zu einer seriösen Obduktion freigegeben.

Sein Werdegang von der Geburt bis zur Krönung als König Ludwig II. von Bayern sind dank unzähliger Bücher und Filme allseits bekannt. Geboren wurde er am 25. August 1845 in München als Spross des Wittelsbacher Herrschergeschlechts und ältester Sohn des späteren König Maximilian I. und Marie aus dem preußischen Hause Hohenzollern. Seine Kindheit und Jugend verbrachte er zusammen mit seinem jüngeren Bruder Otto vor allem auf Schloss Hohenschwangau im Allgäu. Schon mit 18 Jahren im Jahre 1864 wurde Ludwig zum König von Bayern ausgerufen, nachdem sein Vater Maximilian I. völlig überraschend gestorben war. Als König von Bayern engagierte er sich stets für die Förderung der Architektur und Kunst. Seine grenzenlose Liebe für den Komponisten Richard Wagner und dessen Opern sind allseits bekannt und können bei einem Besuch des Schloß Linderhof bestaunt werden. Dank der finanziellen Unterstützung von König Ludwig II. konnte Richard Wagner seine berühmten Werke „Der Ring des Nibelungen“, „Tristan und Isolde“, „Die Meistersinger von Nürnberg“, „Das Rheingold“ und „Die Walküre“ erschaffen. Auch die Errichtung des Richard-Wagner-Festspielhaus von 1872 bis 1875 nach Entwürfen von Richard Wagner selbst fällt in die Regierungszeit von König Ludwig II. von Bayern. Das Richard-Wagner-Festspielhaus ist Schauplatz und einer der Höhepunkte der jährlichen Bayreuther Festspiele und gilt bis heute als eines der Opernhäuser mit der weltweit besten Akustik.

Schloss LinderhofKönig Ludwig II. wird immer bekannt bleiben als der Märchenkönig, der dem Freistaat Bayern mit seinen Märchenschlössern drei der meistbesuchten bayerischen Sehenswürdigkeiten mit mehr als 1 Million Besuchern jedes Jahr hinterlassen hat. Schloss Neuschwanstein gegenüber von Schloss Hohenschwangau ist jedes Jahr Hauptattraktion der Touristen aus dem In- und Ausland und Highlight entlang der Deutschen Alpenstrasse. Schloss Neuschwanstein ist das berühmteste Schloß, das König Ludwig II. von 1869 bis 1886 mit enormen finanziellen Mitteln errichten ließ, aber kaum bewohnte. Kaum weniger bekannt und nahezu ebenso beliebt ist das Schloß Herrenchiemsee im Chiemgau, das sich auf der Insel Herrenchiemsee befindet und von 1878 bis 1886 nach dem Vorbild des Schloss Versailles erbaut wurde. Das Schloß Linderhof ist ein Kleinod und wird auch als „Ludwig`s Königliche Villa“ genannt. Schloß Linderhof wurde von 1869 bis 1886 errichtet und befindet sich im Graswangtal bei Oberammergau im südlichen Oberbayern. Es wurde wie die anderen Schlösser auch nach sehr konkreten Vorstellungen von König Ludwig II. errichtet und war das Lieblingsschloss des Märchenkönigs. Es gibt jedoch noch einige andere Errungenschaften, die wir König Ludwig II. zu verdanken haben, z.B. die Technische Hochschule in München.

Schloss Neuschwanstein

Schloss Neuschwanstein

Schon nach den ersten Anzeichen der Geisteskrankheit seines Bruders Otto gab es immer wieder Ängste und Befürchtungen, dass auch König Ludwig II. „nicht ganz bei Sinnen sei“. Sein exzentrischer Lebensstil und der wachsende Schuldenberg für seine Märchenschlösser veranlassten die bayerische Regierung, ihren König am 8. Juni 1886 durch die Ärzte Bernhard von Gudden, Friedrich Wilhelm Hagen, Hubert von Grashey und Max Hubrich in einem Gutachten auf Grund von Zeugenaussagen für „verrückt“ zu erklären und ihn unter Mithilfe seines Onkels Luitpold anschließend zu entmündigen.König Ludwig II. wandte sich zwar noch mit Aufrufen an das Volk, konnte seinen Sturz als König jedoch nicht mehr verhindern.

Der Prinzregent Luitpold beabsichtigt, sich ohne meinen Willen zum Regenten meines Landes zu erheben, und mein bisheriges Ministerium hat durch unwahre Angaben über meinen Gesundheitszustand mein geliebtes Volk getäuscht und bereitet hochverräterische Handlungen vor. Ich fordere jeden treuen Bayern auf, sich um meine treuen Anhänger zu scharen und an der Vereitelung des geplanten Verrates an König und Vaterland mitzuhelfen. (Bamberger Zeitung am 11. Juni).

Bayern Reiseführer König Ludwig IIAm 12. Juni 1886 wurde König Ludwig II. auf Schloss Neuschwanstein in Gewahrsam genommen und mitten in der Nacht nach Schloss Berg am Starnberger See verbracht. Am Abend des 13. Juni 1886 fand man seine Leiche im Starnberger See (damals noch Würmsee genannt), neben ihm auch der tote Arzt von Gudden. Die Umstände für seinen Tod konnten niemals richtig aufgeklärt werden. Für diese restlose Aufklärung des „Königsmords“ setzen sich alljährlich vor allem die sog. Guglmänner ein. Der Leichnam von König Ludwig II. wurde in der Gruft der Münchner Michaelskirche beigesetzt. Sein Herz befindet sich in einer Urne in der Gnadenkapelle von Altötting.

Jedes Jahr am Vorabend des 25. August wird in Oberammergau an König Ludwig II. erinnert. Dort wird auf dem Kofel bei Einbruch der Dunkelheit das sog. König-Ludwig-Feuer entfacht. Im Schachenhaus oberhalb von Garmisch-Partenkirchen wird am 25. August eine Bergmesse gehalten. Auch in Berg am Starnberger See im Fünf-Seen-Land findet im Juni eine regelmäßige Veranstaltung der Königstreuen in Erinnerung an König Ludwig II. statt. Hier ließ Prinzregent Luitpold eine Votivkapelle errichten und ein schlichtes Kreuz ragt hier aus dem Wasser des Starnberger Sees, wo König Ludwig vermutlich gestorben ist. Der Reiseführer über Bayern auf den Spuren von König Ludwig II lädt dazu ein, die Geschichte des exzentrischen bayerischen König kennen zu lernen.


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