Bayerisches Bier

Bayern ist weltweit bekannt für sein exzellentes und vielseitiges bayerisches Bier und besondere bayerische Bierspezialitäten, die alle gem. bayerischem Reinheitsgebot und aus einer jahrhundertealten Tradition entstanden sind.

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Ayinger Brauerei

Privatbrauerei Aying von sanfamedia.com (CC-BY-SA 3.0)

Kein anderes Land hatte so viel Einfluss auf die Geschichte und die Entwicklung des Brauwesens wie Bayern. Trotz zurückgehender Bedeutung und nachlassendem Konsum nimmt Bier nach wie vor eine wichtige Stellung im Alltag der Bayern ein. Bayern ist hinsichtlich Bier und Brauereien das Land der Superlative. Die Grundlagen des Brauwesens in Bayern reichen zurück bis ins 11. Jahrhundert. Die bayerische Landeshauptstadt München veranstaltet mit dem Oktoberfest jedes Jahr das größte Bierfest der Welt. In Bayern befinden sich die größten Anbaugebiete für Hopfen und Braugerste. Das bayerische Oberfranken besitzt die höchste Brauereidichte der Welt und in Weihenstephan liegt die älteste aktive Brauerei der Welt.

Älteste Brauerei der Welt in Weihenstephan

Weihenstephaner BiereHier in Weihenstephan begann laut Legende im Jahre 725 die Geschichte des Brauwesens in Bayern, wo der heilige Korbinian mit 12 Gefährten das Benediktinerkloster Weihenstephan gründete und mit Hopfen und Malz anfing, Bier zu brauen. Offiziell nennt die Brauerei Weihenstephan das Jahr 1040 als Gründungsdatum der ersten bayerischen Klosterbrauerei in Bayern und bezeichnet sich auf allen Etiketten der Weihenstephaner Biere als „älteste Brauerei der Welt“. Selbst heute werden hier in Weihenstephan an der Technischen Universität nicht nur die besten Braumeister der Welt ausgebildet, sondern auch weltmeisterliche Biere gebraut, beispielsweise der Weihenstephaner Vitus Weizenbock, der der beim World Beer Award 2011 als “bestes Bier der Welt” ausgezeichnet wurde. Der Klassiker ist jedoch das Weihenstephaner Hefe Weißbier, das ebenfalls zu den besten Bieren der Welt gehört. Und wo anders als im Biergarten des Weihenstephaner Bräustüberls schmeckt dieses Bier wohl besser?

Weihenstephaner Bräustüberl

Weihenstephaner Bräustüberl von sanfamedia.com (CC-BY-SA 3.0)

Nicht nur in Weihenstephan, sondern in ganz Bayern und selbst in München waren es die Mönche der Klöster, die das Brauhandwerk verstanden und die besten Biere brauten. Die ersten Pioniere in München waren die Mönche und Nonnen aus dem Heiliggeistspital (1286), gefolgt von den Franziskanern, Klarissinnen-Nonnen und den Mönchen des Augustinerordens. Die Brauverfassung von 1372 des bayerischen Herzogs Stephan II. mit der Hafte kennzeichnete den Beginn des industriellen Brauwesen in Bayern, das bis dahin neben den Klöstern nur Vertretern der obersten und reichen Gesellschaftsschichten (= Patriziern) vorbehalten war.

Bayerisches Reinheitsgebot

Bayerischer HopfenDie erste Revolution beim Bierbrauen leitete Herzog Wilhelm IV. von Bayern 1516 mit seinem Bayerischen Reinheitsgebot ein, das heute zu den berühmtesten aller Vorschriften über die Herstellung von Bier zählt. Bis dahin setzten viele Bierbrauer allerlei Stoffe und Kräuter ihrem Sud hinzu, um insbesondere die Haltbarkeit der Biere zu verlängern. Von Wacholder, Laserkraut und Lorbeer über Farn, Wermut und Mohnsaft bis hin zu Ochsengalle, Asche und Pech war alles dabei. Erstes Ziel des Bayerischen Reinheitsgebots war die Verbesserung und Erhaltung der Qualität und des guten Rufs des bayerischen Bieres. Noch im Jahre 1919 machten die Bayern ihre Zustimmung zur Weimarer Verfassung davon abhängig, dass eben dieses Bayerische Reinheitsgebot seine Geltung beibehält. Dieses Reinheitsgebot besagte, dass Bayerisches Bier nur aus den Zutaten Wasser, Hopfen und Gerstenmalz gebraut werden darf. Selbst heute wird der Tag der Bekanntmachung des Bayerischen Reinheitsgebots während der Bayerischen Bierwoche im April als Tag des Bayerischen Bieres gefeiert.

Regionale bayerische Brauereien

Ayinger BrauereiIn Bayern befinden sich aktuell noch rund 650 Brauereien. Damit stellt das Bundesland Bayern mehr als die Hälfte aller Braustätten in Deutschland und ca. 45% aller Brauereien der Europäischen Union, jedoch mit fallender Tendenz. Die bayerischen Brauereien produzieren jährlich über 20 Millionen Hektoliter Bier, ebenfalls mit abnehmender Tendenz. Die Rezepte der bayerischen Brauereien sind teilweise mehrere Jahrhunderte alt und die Zutaten werden weitgehend aus Bayern bezogen. Trotz der Begrenzung der erlaubten Zutaten auf Wasser, Hopfen und Malz ist Bayern bekannt für seine Vielfalt an Bieren, die sich in erster Linie aus der Vielzahl kleiner regionaler Brauereien ergibt, von denen einige bei internationalen Wettbewerben regelmäßig erstklassig ausgezeichnet werden. Bestes Beispiel ist die Ayinger Brauerei, deren Jahrhundertbier zu den besten Bieren der Welt gehört. Tradition, Qualität, Ökologie und Innovationen sind Markenzeichen, denen sich vor allem kleinere regionale Brauereien in Bayern verschrieben haben, um trotz dem allgemeinen Trend zur Konzentration unter den Brauereien unabhängig weiter zu bestehen.

Bayerische Besonderheit Weißbier

Bayerisches WeißbierEine regionale Besonderheit in Bayern ist das bayerische Weißbier, ein obergäriges Bier aus Gerste und Weizen, das in Bayern erstmals 1548 – trotz des bestehenden Brauverbots – von Freiherr von Degenberg gebraut wurde. Dieses sog. exklusive Weißbierregal der Degenberger fiel nach dem Tod des letzten Nachfahren in die Hände des bayerischen Herzogs Maximilian I, der dieses faktische Weißbiermonopol in Bayern zur Sanierung seiner Finanzen ausnutzte. Das Weißbierregal sicherte den bayerischen Herrschern der Wittelsbacher große Teile der Staatseinnahmen, zumal die Wirtshäuser in ganz Bayern verpflichtet waren, das Wittelsbacher Weißbier auszuschenken. Erst nach stetigem Rückgang des Weißbierkonsums in Bayern im 18. Jahrhundert hob Kurfürst Karl Theodor am 6. August 1798 das bayerische Weißbier-Monopol auf und gewährte jedermann – gegen entsprechendes Entgelt –  ein Braurecht für Weißbier. Einer der berühmtesten Braumeister aus dieser Zeit ist der Münchner Georg Schneider, der 1872 sein eigenes Weißes Brauhaus im Tal gründete und das bis heute zu den beliebtesten Lokalen in München gehört.

Schneider Weisse

Schneider Weisse im Weißen Bräuhaus im Tal von sanfamedia.com (CC-BY-SA 3.0)

Bayerisches Bier als geschützte geographische Angabe

Der Begriff Bayerisches Bier stellt in der Europäischen Union eine geschützte geographische Angabe dar, so dass Bier nur dann als bayerisches Bier bezeichnet werden darf, wenn es auch in Bayern getreu dem Bayerischen Reinheitsgebot hergestellt wurde.


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